Einführung 2.0
Ein Beispiel für ausgezeichnetes eLearning aus der Sozialwissenschaft
Es wird Zeit, mal wieder eines der im 5x5000-Wettbewerb prämierten Projekte vorzustellen. Zu den Gewinnern gehörte zuletzt ein Team der Fakultät für Sozialwissenschaft. Ausgezeichnet wurde ihr „Einführungsmodul 2.0“, das im Sommer erstmals eingesetzt wurde.
„Das erste Mal... eLearning!“ heißt es seit dem Sommersemester 2012 für die Erstsemester des Sowi-Studiums an der RUB. Sie sind die Ersten, die das obligatorische Einführungsmodul für Studienanfänger/innen in einer Web-gestützten Variante erleben. „Das erste Mal... eLearning!“ lautete auch das Motto des letzten 5x5000-Wettbewerbs des RUBeL-Verbundes, bei dem das Team des Sowi-Tutorienprogramms mit seinen Ideen für gutes eLearning zu überzeugen wusste. Das Projekt „Einführungsmodul 2.0: kooperatives, kollaboratives und reflexives Lernen in der Studieneingangsphase“ konnte sich gegen seine Mitbewerber für eine Förderung von 5.000 Euro durchsetzen. Das Preisgeld wird nun dazu genutzt, durch gezielten Einsatz von eLearning-Elementen den Studierenden eine intensivere Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten des Einführungsmoduls zu ermöglichen.
So setzt das Projekt, bei dem die Tutor/innen tatkräftig vom e-Team Sozialwissenschaft unterstützt werden, vor allem auf die Möglichkeit des zeit- und ortsunabhängigen Lernens. Ein Beispiel ist die Einführung von Onlinetests in einer Ringvorlesung, die den Studienanfänger/innen den Zusammenhang zwischen wissenschaftstheoretischen Grundlagen und wissenschaftlicher Praxis anhand von aktuellen Forschungsbeispielen aus der Sowi-Fakultät nahebringt. Zuvor wurde mit papierbasierten Kurztests am Ende jeder Sitzung eine Lernzielkontrolle bei den Studierenden durchgeführt. Dies wird nun ersetzt durch Online-Testreihen, die auf der für alle Kursteilnehmenden zugänglichen eLearning-Plattform Blackboard eingebunden sind. Den Studierenden wird so die flexible Überprüfung des eigenen Lernstandes ermöglicht.
Auch der zweite Teil des Einführungsmoduls, ein Tutorium, wird durch eLearning unterstützt. Ziel der Veranstaltung ist das praktische Erlernen wissenschaftlicher Arbeitstechniken mithilfe von Übungsaufgaben. Die Teilnehmenden halten vor einer kleinen Gruppe (bis zu 15 Personen) ihr erstes Referat an der Uni und verfassen eine erste „Mini-Hausarbeit“. Die Anmerkungen der Tutor/innen kamen bislang nur dem einzelnen Studierenden zugute und nicht der Gruppe. Mit dem Einsatz des eLearning-Tools „Buzzword“ von Adobe ändert sich dies: Das extra für das kollaborative Arbeiten konzipierte Programm ermöglicht es den Studierenden, auf freiwilliger Basis ihre ersten wissenschaftlichen Schreibversuche von den Kommilitonen ihres Tutoriums diskutieren zu lassen. Auch „Buzzword“ ist in Blackboard eingebunden. Dort bekommen die Erstsemester orts- und zeitunabhängig die Möglichkeit, die „Mini-Hausarbeiten“ ihrer Mitstudierenden zu lesen, ihnen Feedback zu geben und die Kommentare zu ihren eigenen wissenschaftlichen Texten einzusehen. Das ausführliche persönliche Feedback erfolgt im Anschluss durch die Tutoren. Schon zu Beginn ihres Studiums lernen die Studierenden durch die Kommentierung der Hausarbeiten das reflektierte Hinterfragen und Diskutieren von Thesen. Achim Henkel, der das Gesamtprojekt betreut, ist sich sicher, dass das Projekt nicht nur das Gruppengefüge der Erstsemester stärkt, sondern insgesamt ihre Kompetenzen zur intensiven Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten des Faches stärkt.
5x5000 zum 10.
Bereits zum 10. Mal fiel am 8. Juni der Startschuss für eine neue Runde des eLearning-Wettbewerbs 5x5000 des RUBeL-Verbundes. Seit dem WS 07/08 werden in jedem Semester fünf kreative eLearning-Projekte mit je 5.000 Euro prämiert. Das Preisgeld ist stets projektgebunden zu verwenden, um die guten Ideen zeitnah umzusetzen. Mittlerweile haben Vertreter/innen aus sämtlichen Fachrichtungen der RUB teilgenommen. Auch die Zahl der Fachbereiche, die sich jeweils beteiligten, stieg seit Einführung deutlich an. 5x5000 hat sich an der RUB etabliert – und der unterstützende eLearning-Einsatz ist in der Lehre beliebt. Wer etwa bei Google „eLearning“ und „Wettbewerb“ eingibt, findet 5x5000 unter den ersten Treffern.
Die Gewinnerprojekte werden durch eine unabhängige studentische Jury bestimmt. Die studentische Ausrichtung ist das zentrale Element des Wettbewerbs. Zum einen geben die studentischen Jurymitglieder ihr Votum zu den eingereichten Projekten ab. Zum anderen ist insbesondere die studentische Perspektive gefragt, um wirksame Lehr- und Lernkonzepte zu entwickeln, die eLearning-Elemente didaktisch sinnvoll und technisch ansprechend für die Lernenden integrieren. Daher sind alle Studierenden und Lehrenden an der RUB aufgerufen, in Zusammenarbeit innovative Projektideen für eine 5x5000-Teilnahme anzustoßen und umzusetzen.
In der aktuellen Runde lautet das Motto „Auf die Plätze, fertig, los!“ – angelehnt an die Olympischen Spiele in London. Denn ebenso wie dort ist es das Ziel des eLearning-Wettbewerbes, gute Leistungen hervorzubringen und zu prämieren. Gesucht werden Ideen und Konzepte, die zeigen, wie eLearning das Lernen und Lehren an der Uni erweitern kann. Besonders nachhaltige Konzepte wissen zu überzeugen, indem sie Studierenden sowie Lehrenden auf lange Sicht zugutekommen und den Lehr- und Lernalltag innovativ unterstützen. Beiträge für die aktuelle Runde können bis zum 20. Juli per E-Mail oder via Hauspost versendet werden. Das Bewerbungs-Formular sowie weitere Infos finden Sie auf http://www.rubel.rub.de/5x5000. Bei Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an Pia Honikel und Maximilian Luksch: 5x5000@rub.de, NA 03/75, -29739.
Tutorinnen und Tutoren des Einführungsmoduls; Foto: 5x5000-Team | Themenübersicht

