RUBENS Nr. 162 - 1. Juli 2012
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15.000 Praktika weltweit

Reihe: Studentenorganisationen an der RUB

Studentenorganisationen helfen im Studium oder beim Knüpfen sozialer Kontakte, sie kümmern sich um internationale Studierende oder organisieren Messen. Sie sind deutschlandweit organisiert, manchmal europaweit oder weltweit. Natürlich sind viele dieser ehrenamtlich arbeitenden Studentenorganisationen auch an der RUB vertreten. In RUBENS stellen wir sie ab sofort vor. Los geht es mit AIESEC.

AIESEC ist die größte Studentenorganisation weltweit: mit 60.000 aktiven Mitgliedern, die sich auf etwa 800 Lokalkomitees in knapp 110 Ländern verteilen. In Deutschland gibt es 50 Komitees, eines davon an der RUB, wo rund 30 Aktive ehrenamtlich tätig sind, mit jährlich wechselnden Vorständen und stellvertretenden Vorständen für bestimmte Teilbereiche wie Austausch, Kommunikation usw.
AIESEC wurde 1948 in Stockholm von Wirtschaftsstudenten aus sieben Ländern (Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Niederlande, Norwegen und Schweden) gegründet und wuchs schnell zu einer globalen Organisation. Da sich im Laufe der Zeit der Fokus erweitert hat und Studenten anderer Fächer dazu gestoßen sind, wurde die Abkürzung AIESEC in den 90er-Jahren zum Eigennamen, zuvor stand sie für „Association Internationale des Etudiants en Sciences Economiques et Commerciales“.
Das Ziel der Studentenorganisation ist nichts weniger als die Förderung der Völkerverständigung und die Ausschöpfung des Potentials der Gesellschaft. AIESEC versteht sich als Plattform, die es jungen Menschen ermöglicht, sich weiterzuentwickeln und positiven Einfluss auf die Gesellschaft zu haben. Dazu sollen sich die Mitglieder weltweit vernetzen, austauschen und später – wenn möglich – in führenden Positionen Verantwortung (für Umwelt und Gesellschaft) übernehmen.

Soziales Praktikum

Der internationale Charakter wird durch das riesige Angebot an Praktika (auch für Nicht-Mitglieder) deutlich: Das AIESEC-Netzwerk an Unternehmen und Organisationen bietet jährlich in über 100 Ländern rund 15.000 Möglichkeiten, ein Auslandspraktikum zu absolvieren. AIESEC begleitet den Aufenthalt: durch interkulturelle Vor- und Nachbereitung, Betreuung vor Ort, Unterstützung bei Visumsbeschaffung, Wohnungssuche usw. Interessierte können auf die Online-Datenbank zugreifen und eine passende Praktikumsstelle suchen.
Unterschieden wird zwischen zwei Programmen. Ein soziales Praktikum (GCDP – Global Community Development Program) absolviert man meist bei gemeinnützigen Organisationen in Entwicklungs-und Schwellenländern. Das GCDP ist bisweilen unbezahlt, der Arbeitgeber stellt aber Unterkunft und Verpflegung. Das soziale Praktikum dauert 6-10 Wochen und eignet sich deshalb gut für die Semesterferien. Es gibt keine weiteren Voraussetzungen; Onlinebewerbung auf http://www.aiesec.de/bo oder per E-Mail an ogx.bochum@aiesec.de bzw. eb.bochum@aiesec.de.

Fachpraktikum

Das Fachpraktikum (GIP – Global Internship Program) bietet fachspezifische, bezahlte Praktika in renommierten Unternehmen/Organisationen mit den Schwerpunkten Bildung, Technik und Management. Es dauert 3-18 Monate und kann in Absprache mit den Praktikumsämtern als Pflichtpraktikum fürs Studium angerechnet werden. Finanzielle Unterstützung ist über das International Office der RUB und die Programme ERSMUS und PROMOS möglich. Ein Bildungspraktikum findet in einer Lehreinrichtung statt und richtet sich an Studierende der Pädagogik oder Sprachwissenschaften bzw. an Lehramtsstudierende. Ein Technik-Praktikum wird in Firmen absolviert, die vorwiegend in der Informationstechnologie oder im Ingenieurwesen tätig sind. Interessierte sollten mindestens im 4. Semester einer entsprechenden Studienrichtung eingeschrieben sein. Der Bereich Management schließlich bietet Praktika (für Wirtschaftsstudierende mindestens im 4. Semester) u.a. in Finanzen, Marketing oder Controlling an. Bewerbung oder Vorgespräch sind während der Sprechstunde im AIESEC-Büro möglich (oder E-Mail an s.o.). ad
Info: AIESEC Bochum, GC 1/37, Tel. -11946, E-Mail: eb.bochum@aiesec.de, Internet: http://www.aiesec.de/bo

 

Interview: Erfahrung plus Spaß!
Über AIESEC sprach RUBENS mit Christian Konradt. Der 21-jährige Student (Management & Economics im 4. Semester) ist seit dem WS 10/11 bei AIESEC und seit dem WS 11/12 „Vice President Communication“ des Bochumer Lokalkomitees.
RUBENS: Wie bist du bei AIESEC gelandet?
Christian Konradt: Ein Freund hat mich am Anfang meines Studiums auf AIESEC aufmerksam gemacht. Da ich schon als Austauschschüler in Amerika viele kulturelle Erfahrungen gesammelt habe, fand ich die Idee interessant. Auf der anderen Seite weckte die Teamarbeit mein Interesse: Man kann schon an der Uni wichtige praktische Erfahrungen sammeln.
RUBENS: Wie wird man Vorstand eines Lokalkomitees?
CK: Nachdem ich ein Jahr als Mitglied in einem Team mitgearbeitet habe, nutzte ich die Chance, Vorstandsmitglied zu werden, um Leadership-Erfahrungen zu sammeln. Mich reizte die Möglichkeit, meine persönlichen Ideen mit dem Team in die Tat umzusetzen. Deshalb habe ich mich beworben – und wurde vom Lokalkomitee in den Vorstand gewählt.
RUBENS: Bist du selbst schon mal für ein Praktikum im Ausland gewesen?
CK: Noch nicht. Aber ich denke über ein Fachpraktikum am Ende des Bachelor-Studiengangs nach.
RUBENS: Arbeitet ihr auch mit den anderen Studentenorganisationen an der RUB zusammen?
CK: Der Kontakt zu anderen Studentenorganisationen besteht, aber jede Organisation hat einen etwas anders gelagerten Schwerpunkt. AIESEC hat vor allem interessante Angebote für Wirtschafts- und Geisteswissenschaftler. Wir wollen aber zukünftig auch verstärkt IT-Studenten und Naturwissenschaftler ansprechen.
RUBENS: Kannst du in einem Satz einen Studenten überzeugen, aktiv bei AIESEC mitzumachen?
CK: Wer kulturelle oder praktische Erfahrungen sammeln und dabei noch Spaß haben möchte, ist bei AIESEC genau richtig!

 

Stimmen von RUB-Studierenden, die ein Praktikum im Ausland absolviert haben.
Lilian Do Khac (22, Wirtschaftswissenschaft) hat nach ihrem sozialen Praktikum in Kuala Lumpur (Malaysia) einen ganz schlichten Tipp: „Einfach mal machen!“
Sarah Aßkamp (25, Management and Economics) war zum Fachpraktikum Marketing und Export in Lodz (Polen); ihr Rat an angehende Praktikanten: „Offenheit für untypische Länder wird auf jeden Fall belohnt!“
Julia Tautenhain (23, Wirtschaftspsychologie) ist als Fachpraktikantin in Chandigarh (Indien) gewesen – sie sagt: „Habt Mut! Schwierig ist nur der Schritt ins Flugzeug, alle anderen Herausforderungen lassen sich lösen.“

ad; Foto: AIESEC | Themenübersicht