RUBENS Nr. 162 - 1. Juli 2012
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Exzellenter Applaus

Ruhr-Uni bringt zwei Anträge in der Exzellenzinitiative durch

Den Applaus hat sich Prof. Martina Havenith-Newen (Bildmitte) redlich verdient. Sie hat den Exzellenzcluster RESOLV auf den Weg gebracht und fungiert als dessen Sprecherin. Am 15. Juni stand fest: RESOLV wird in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder in den nächsten fünf Jahren mit etwa 40 Mio. Euro gefördert. Ebenfalls erfolgreich war die RUB Research School plus. Sie erhält im gleichen Zeitraum ca. 12 Mio. Knapp gescheitert ist die RUB mit ihrem Zukunftskonzept Research Campus RUB (s. Editorial).

Wie schon bei der ersten Finalteilnahme der RUB in der Exzellenzinitiative (2007) hatte das Rektorat alle RUB-Mitglieder zur Feier ins Audimax geladen. Mehrere Hundert waren gekommen. Sie wollten auf der Leinwand die entscheidende Pressekonferenz von Wissenschaftsrat und DFG in Bonn live verfolgen. Doch zum einen streikte in Bonn die Technik, zum anderen sickerten früh Informationen durch, dass das Zukunftskonzept der RUB (Förderlinie 3) keinen Zuschlag erhalten hatte. Umso größer war die Spannung, wie es wohl um die anderen beiden Förderlinien bestellt ist. Die positive Entscheidung für beide Anträge machte schließlich um kurz nach 15 Uhr die Runde. Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz – als Gast im Audimax – freute sich: „Ich finde das Ergebnis wunderbar. Vielleicht wäre ich enttäuscht gewesen, wenn wir nur ein Projekt durchbekommen hätten. Zwei – das ist einfach toll! Da fällt das dritte doch gar nicht mehr auf. Wir als Stadt Bochum sind stolz, die Ruhr-Uni zu haben. Feiern und genießen Sie es einfach.“ Und genau das taten die RUB-Angehörigen bei Musik und einem kleinen Imbiss.

Exzellenzcluster

Unter großem Jubel kamen die Chemiker Prof. Martina Havenith-Newen, Prof. Dominik Marx und Prof. Wolfram Sander auf die Bühne. Sie wollen fortan die Solvatationsforschung im Exzellenzcluster RESOLV vorantreiben, also das Lösen von chemischen Substanzen untersuchen. Immerhin finden die meisten chemischen Reaktionen, wichtige industrielle Prozesse und nahezu alle biologischen Vorgänge in flüssiger Phase statt. Die Forscher betrachten Solvensmoleküle, z.B. Wasser, als funktionelle Einheiten, die eine aktive Rolle spielen und nicht nur passive Beobachter im Lösungsprozess sind. Ein tiefgreifendes Verständnis der Solvatation ist Voraussetzung für Schlüsseltechnologien, um Umweltbelastung zu vermeiden, die Energieeffizienz zu verbessern, biologische Funktionen zu ergründen und Korrosionsprozesse besser zu verstehen. Elementarer Baustein des Clusters ist der Forschungsneubau ZEMOS, der ab Ende 2012 auf dem Campus entsteht. Beteiligt an RESOLV sind 18 ausländische Unis, zudem u.a. die Max-Planck-Institute für Eisenforschung (Düsseldorf) und Kohlenforschung (Mülheim), das Fraunhofer Institut UMSICHT (Oberhausen) sowie die TU Dortmund.

RS plus

Bereits in der ersten Runde der Exzellenzinitiative hatte die RUB den Zuschlag für eine universitätsweite fachübergreifende Graduiertenschule – die RUB Research School (RUB-RS) erhalten. Sie hat sich seitdem zu einer Plattform für alle Doktorand/innen der RUB entwickelt und ermöglicht ihnen eine Promotion mit Mehrwert, etwa durch Soft Skills-Kurse oder interdisziplinären Dialog. Mit dem neuen Exzellenzprogramm RUB-RS plus ruft die Uni nun ein Förderprogramm für die besten jungen Wissenschaftler/innen ins Leben. Die RS plus unterstützt die kreativsten Doktoranden noch einmal besonders auf ihrem Karriere-Weg – z.B. mit Mitteln für projektbezogene Forschungsaufenthalte im Ausland, für internationale Tagungen oder als Hilfestellung für promovierende (werdende) Eltern.

ad; Foto: Nelle | Themenübersicht