RUBENS Nr. 161 - 1. Juni 2012
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Personalmeldungen

Rufe – Ehre – Ämter

 

Prof. Dr. Matthias Sellmann (Katholische Theologie) hat einen Ruf auf eine Professur für „Pastoraltheologie“ an der Katholischen Hochschule Mainz erhalten.

Seit Mitte April ist Armin Schulz neuer Geschäftsführer der Akademie der Ruhr-Universität gGmbH sowie Leiter der Stabsstelle wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) und somit verantwortlich für die wissenschaftliche Weiterbildung an der RUB. Armin Schulz löst Bernhard Christmann an der Spitze der Akademie ab. Er studierte Maschinenbau in Siegen und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der wissenschaftlichen Weiterbildung sowohl im öffentlich-rechtlichen als auch im privatrechtlichen Bereich. So war er in der Vergangenheit im Bereich Konzeption und Organisation von Weiterbildung beim VDI Wissensforum tätig und zuletzt verantwortlich für Marketing und Vertrieb bei der Akademie der RWTH Aachen.


Prof. Dr.-Ing. Günther Meschke (Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, 1) ist seit Mai korrespondierendes Mitglied im Ausland der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


Prof. Dr. Stefan Dazert (Direktor der HNO-Universitätsklinik, 2) zählt fortan zu den bundesweit 180 Ärzten, die sich mit ihrer Arbeit in Forschung und Lehre sowie als behandelnder Arzt für das Zertifikat „Leading Medicine Guide Germany“ qualifiziert haben.

Prof. Dr. Roger Friedlein (Romanisches Seminar, 3) hat den Premi Crítica Serra d'Or gewonnen, den ältesten Kulturpreis Kataloniens. Ausgezeichnet wurde Friedleins Buch „El diàleg literari en Ramon Llull“ zur literarischen Dialogform beim mittelalterlichen Philosophen Ramon Llull. Die Preisverleihung fand am 4. Mai in Barcelona im Beisein der Präsidentin des Parlaments von Katalonien, Núria de Gisbert, statt. Überreicht wurde er von Josep Massot von der Zeitschrift Serra d'Or (rechts im Bild). Der prestigeträchtige Preis wird für künstlerische Werke und Forschungsarbeiten vergeben. 2012 wurde u.a. auch der Schriftsteller Jaume Cabré für seinen Roman „Jo confesso“ („Das Schweigen des Sammlers“) ausgezeichnet.

Dr. Julia Becker (Physik und Astronomie, 4) ist in die Junge Akademie aufgenommen worden. Seit 2009 lehrt und forscht sie als Juniorprofessorin in der Hochenergie-Astroteilchenphysik an der RUB, wo sie sich Fragen widmet wie: Woraus besteht das Universum? Was ist dunkle Materie? Und woher kommt die kosmische Strahlung? Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gründeten die Junge Akademie für herausragende Nachwuchswissenschaftler/innen im Jahr 2000. Ziel ist es, den interdisziplinären Diskurs zwischen den Mitgliedern sowie Initiativen an den Schnittstellen von Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern.

 

Nachruf

Die Ruhr-Universität trauert um Prof. i.R. Dr. Josef Niggemann, der am 20. März nach langer Krankheit gestorben ist. Mit ihm hatte 2001 der letzte Vertreter der „Gummistiefel-Generation“ das Geographische Institut verlassen. Josef Niggemann (1937 in Paderborn geboren) studierte Geographie, Geologie, Germanistik und Pädagogik in Bonn und Münster. Dort trat er bereits 1964 als studentische Hilfskraft in den Dienst des Geographischen Instituts der RUB, dessen Existenz mit der Berufung des ersten Ordinarius (Peter Schöller auf den Lehrstuhl für Kulturgeographie) am 12. Juni 1964 begonnen hatte. Schöller, als Privatdozent in Münster tätig, stellte sofort nach seiner Ernennung Mitarbeiter ein und mietete Räume in Münster an, um mit dem Aufbau des Bochumer Geographischen Instituts zu beginnen. 1965 erfolgte der Umzug in das gerade fertiggestellte IA, im WS 65/66 wurde der Lehrbetrieb mit 47 Studierenden aufgenommen.
Die mit dem Umzug auf die Großbaustelle beginnenden Gummistiefel-Jahre stellten für Niggemann keine besondere Herausforderung dar. Für ihn als Bauernsohn und Geograph gehörten Gummistiefel zur üblichen Ausrüstung bei Forschung und Lehre im Gelände. 1968 promovierte er mit einer Arbeit über landwirtschaftliche Grenzertragsböden und wurde Wissenschaftlicher Angestellter bzw. Assistent. Seither vertrat Josef Niggemann als einziges Institutsmitglied in Forschung und Lehre die Fachgebiete Agrargeographie und Geographie der Nahrungswirtschaft sowie Geographie der ländlichen Siedlungen. In zahlreichen Veröffentlichungen befasste er sich mit der Flurbereinigung als raumplanerischem Instrumentarium zur Verbesserung der Agrarstruktur, zu Landschaftspflege und Rekultivierung sowie zur Entwicklung und Neuordnung ländlicher Siedlungen bzw. des ländlichen Raumes insgesamt. Mit einer Arbeit über die Nahrungs- und Genussmittelindustrie Deutschlands, seinem anderen Forschungsschwerpunkt, wurde Niggemann 1977 habilitiert. Ebenfalls 1977 wurde er zum Akademischen Rat (1978 Oberrat) mit überwiegenden Lehraufgaben ernannt; 1981 wurde er C-2-Professor. Es war ihm ein Herzensanliegen, die überwiegend aus dem Ruhrgebiet stammenden Studenten für den ländlichen Raum zu interessieren und wenn möglich zu begeistern. Daher bildete die Lehre im Gelände einen Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit. Dass dabei die Gummistiefel im Laufe der Jahre immer seltener zum Einsatz kamen, war jedoch keineswegs ein Symptom seines nachlassenden Elans, sondern ein Indikator der tiefgreifenden strukturellen Wandlungen des ländlichen Raumes und auch der Landwirtschaft, die die Jahrzehnte seines akademischen Wirkens prägten. Seinen Studenten und Kollegen dies nahegebracht zu haben, ist das bleibende Verdienst von Josef Niggemann. Manfred Hommel für das Geographische Institut der RUB

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