Durchblick im Stipendiendschungel
Passende Förderung finden und beantragen mit den RUB-Beratungsstellen
Wer bei Google nach Stipendien sucht, sieht schnell den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Es gibt zahlreiche Angebote, viele sind speziell auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten. Kein Grund zu verzweifeln, denn es gibt Wege, genau die Förderung zu finden, die am besten zu einem passt.
Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach finden 54 % der befragten Studierenden es nicht so leicht, sich über Stipendien zu informieren. Das Internet ist für viele die erste Anlaufstelle und das ist sicher auch eine gute Idee. Wenn man weiß, wo man suchen muss. „Es gibt sehr, sehr gute Seiten für die Recherche“, meint Ursula Justus von der Research School. Sie berät Doktorandinnen und Doktoranden zur Promotionsfinanzierung – natürlich auch, wenn die Interessierten nicht Mitglied der Research School sind. Voraussichtlich im Sommer wird die campusweite Graduiertenschule ihren Webauftritt um eine Seite mit Informationen zu Stipendien erweitern, zum Beispiel kommentierten Links zu nützlichen Suchmaschinen. Eine Auswahl findet sich schon jetzt im Infokasten „Internet“ auf dieser Seite.
Viele Fragen
Wer ohne Vorinformationen aus dem Internet ins Beratungsgespräch kommt, erhält zunächst einen groben Überblick über die Stiftungen. Studierende erhalten einen Stipendienführer mit vielen nützlichen Informationen. Weitläufig bekannt sind die zwölf Begabtenförderungswerke, zu denen auch die Studienstiftung des Deutschen Volkes zählt. Viele Stipendien-Suchende schrecken jedoch davor zurück, sich bei diesen Stiftungen zu bewerben – aus Furcht, Noten und soziales Engagement seien nicht ausreichend.
Kathrin Humpert, Stipendienberaterin für Studierende und Studieninteressierte, sieht jedoch keinen Grund, gleich aufzugeben, wenn Leistung und gesellschaftliches Engagement nicht dem Ideal der Förderungswerke entsprechen: „Auch ohne Top-Noten sollte man weiter gucken, denn Persönlichkeit und Motivation spielen ebenfalls eine Rolle. Außerdem gibt es viele Nischenstipendien, die sehr stark eingegrenzt sind, etwa auf Arztwaisen oder Studierende aus bestimmten Städten.“ Diese speziellen Förderungen passen natürlich auch auf irgendwen.
Wer eine grobe Idee hat, welche Stiftungen in Frage kommen, kann sich von Ursula Justus oder Kathrin Humpert ganz individuell beraten lassen. Die Fragen sind dabei oft sehr unterschiedlich: Bei welcher Stiftung habe ich die besten Chancen? Erfülle ich alle Voraussetzungen für die Bewerbung? Wie sieht ein Motivationsschreiben aus? „Häufig möchte jemand auch einfach wissen, was ein Promotionsstipendium überhaupt ist, auch im Vergleich zu einem Arbeitsvertrag“, erzählt Ursula Justus. „Dann sind all die Informationen zur sozialen Absicherung wichtig, die Frage, wie es mit Lehrverpflichtungen aussieht, und ob man neben dem Stipendium noch arbeiten dürfte.“
Viele Antworten
Die Beratung macht auch durchsichtiger, nach welchen Kriterien die Stipendien vergeben werden und welchen Zeitaufwand eine Bewerbung bedeutet. Sie gibt Antworten auf Fragen, die nicht ausdrücklich in den Ausschreibungen und FAQs der Stipendienprogramme stehen. Oft suchen Studierende und Doktoranden Hilfe beim Verständnis des „Förderjargons“, möchten Details zu den einzureichenden Unterlagen klären oder ihre persönlichen Voraussetzungen für die Bewerbung besser einschätzen lernen. „So wird es für jeden einzelnen einfacher zu entscheiden: Ist die Bewerbung ein Schritt, den ich gehen möchte oder nicht?“ sagt Ursula Justus.
Den Beraterinnen der Research School und auch der Sozialberatung für Studierende ist es ein Anliegen, die Förderung von Promotion oder Studium durch Stipendien zu begleiten und rechtzeitig Beratung anzubieten. Natürlich richtet sich der Blick dabei nicht nur auf die externen Stiftungen, denn auch die RUB selbst bietet Förderungen an. Viele Studierende freuen sich über finanzielle Unterstützung aus dem Bildungsfonds (siehe Text auf dieser Seite), und für Doktorandinnen und Doktoranden sind oft die fachspezifischen Graduiertenschulen, Graduiertenkollegs und Stipendien von Sonderforschungsbereichen eine gute Alternative. Informationen dazu haben die jeweiligen Fakultäten parat. Wer also unsicher ist, ob ein Stipendium oder welche Förderung für ihn in Frage kommt, sollte sich ruhig einmal an der RUB beraten lassen. Fragen kostet ja schließlich nichts.
RUB-Beraterinnen
Kathrin Humpert
Stipendienberatung für Studierende und Studieninteressierte
Studierendenhaus 2/212, Tel.: 0234/32-28319, kathrin.humpert@rub.de
Mittwoch: 10 bis 12 Uhr und Donnerstag: 14 bis 17 Uhr
Urusla Justus
Stipendienberatung für Promovierende und interessierte Masterstudierende
FNO 01/142, Tel. 0234/32-28070, ursula.justus@rub.de
Dienstag: 15.30 bis 17 Uhr bzw. individuell via E-Mail einen Termin vereinbaren
Internet
Einfach mal im Internet stöbern bei http://www.stipendienlotse.de, http://www.e-fellows.net oder http://www.elfi.info. Für Forschungsaufenthalte im Ausland empfehlen die Beraterinnen den Deutschen Akademischen Austauschdienst (http://www.daad.de).
Text & Foto: jwe | Themenübersicht

