RUBENS Nr. 160 - 2. Mai 2012
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Gen-Getümmel im Ozean

Die neue Ausgabe von RUBIN ist erschienen

Wenn der Europäische Forschungsrat mehrere Millionen Euro gibt, müssen die Projekte schon besonders bedeutend sein: Vier Forscherinnen und Forscher an der RUB erhalten die begehrten Grants des European Research Council (ERC). In der aktuellen Ausgabe des RUB-Wissenschaftsmagazins RUBIN stellen sie ihre Arbeit vor.

Spätestens seit keine starken Glühbirnen mehr verkauft werden, hat der Siegeszug der Energiesparlampen begonnen. Optimale Leuchtmittel sind sie aber noch lange nicht: Zum einen enthalten sie Quecksilber, zum anderen gehen noch immer rund 60 Prozent Energie verloren. Prof. Dr. Anja-Verena Mudring entwickelt daher unterstützt vom ERC neue Leuchtstoffe, die es möglich machen, ungefährlichere Materialien zu nutzen und die Ausbeute an sichtbarem Licht zu erhöhen. Für die Herstellung dieser Leuchtstoffe nutzt sie Ionische Flüssigkeiten – besondere Salze, die bei Raumtemperatur flüssig sind und weitere bisher ungenutzte Talente haben.

Prof. Dr. Evgeny Epelbaum wird vom ERC beim Rechnen gefördert: Der Hadronenphysiker will herausfinden, was im Innersten von Atomkernen passiert. Komplizierte Kräfteverhältnisse sorgen dort für den Zusammenhalt der Kernbestandteile, der Quarks und Gluonen. Mit verschiedenen Vereinfachungsstrategien machen Prof. Epelbaum und seine Kollegen die komplizierten Gleichungen handhabbar, so dass Supercomputer sie für bestimmte Fälle ausrechnen können.

 

Jun.-Prof. Dr. Lars Leichert spürt hingegen dem Gen-Getümmel im Ozean nach. In einem Glas Meerwasser haben Forscher unzählige Erbinformationen gefunden, die teilweise keinen der bisher bekannten ähneln. Die in ihnen kodierten Proteinfamilien wollen Leichert und seine Arbeitsgruppe analysieren, um vielleicht neue Wege zu Biosprit, Waschmitteln oder anderen Wirkstoffen zu entdecken.

Als Teilprojekt eines ERC-Grants unter Pisaner Federführung publizieren Orientalisten um Prof. em. Dr. Gerhard Endreß das erste historisch-kritische Wörterbuch der Sprache der arabischen Wissenschaften – eine Arbeit, in der 30 Jahre Forschung zum Abschluss kommt.

In RUBIN gibt es darüber hinaus noch mehr Projekte zu entdecken, zum Beispiel auf den Spuren des Ruhrdeutschen. Es unterscheidet sich nämlich nicht nur im Wortschatz vom Hochdeutschen, sondern auch in der Aussprache und im Satzbau. Wie sich die Sprache des Reviers in den letzten 30 Jahren verändert hat, untersuchen Linguisten. Ingenieure haben eine Methode entwickelt, preisgünstig Metallteile zu formen. Dafür führen zwei Industrieroboter eine Pantomime auf.

Info: RUBIN ist in der Stabsstelle für Strategische PR und Markenbildung zum Preis von 4 Euro erhältlich und online unter http://www.rub.de/rubin

 

md; Foto: Nelle | Themenübersicht