Worte & Farben
Ausstellung und Jubiläumsfeier in der UB
Sie ist 50 Jahre jung, kein bisschen müde und gerade im Zeitalter elektronischer Information beliebter denn je: Die Universitätsbibliothek Bochum feiert in diesen Tagen ihr Jubiläum. Seit ihrer Eröffnung 1962 hat sie stets im Blick, die bestmögliche Dienstleistung für Lehre und Forschung an der RUB zu erbringen. Gefeiert wird daher ohne Pomp und Gloria. Nicht die Vergangenheit steht im Mittelpunkt und auch nicht eine – hoffentlich – sonnige Zukunft, sondern das Hier und Jetzt. Der Weg ist das Ziel. Allerdings steht die UB trotz aller Zurückhaltung im Mittelpunkt der Extraschicht am 30. Juni und zeigt eine neue Ausstellung: Ab Mai sind im zentralen Treppenhaus Werke von Heinz Kasper und Jürgen Blum-Kwiatkowski zu sehen.
Heinz Kasper, geboren 1942 in Hamburg, widmete sich der Kunst zunächst neben seiner beruflichen Tätigkeit. 1980 begann er das Studium an der freien Kunstakademie Hünfeld/Fulda, zu deren Mitbegründern er gehört. Er ist Initiator und Teilnehmer zahlreicher Ausstellungen und Kunstprojekte im In- und Ausland. Die Kunst von Kasper gehört zur konkreten, intelligiblen Kunstrichtung. Intelligibel an einem Kunstwerk ist das, was nicht manifest ist, sondern nur erkennbar – das Gedachte. Intelligible Kunst interessiert nicht die Materie, sondern der Prozess, in dem die Materie als schön erfahrbar wird. Kunst ist hier keine Reproduktion/keine Kopie der Wirklichkeit, sondern sie ist ein intellektueller Erkenntnisprozess.
Intelligible Prozesse
Kasper verwendet als Gestaltungselement Buchstaben, Wörter, Sprachen. Er spielt mit Typographie, mit Buchstaben und Wörtern in mehreren Sprachen. Die Farbe ist für ihn wichtiger Bedeutungsträger. Der Hintergrund ist meist goldfarben, wie bei mittelalterlichen Heiligenbildern oder Ikonen. Mit der Präsentation dieser Bilder in der Unibibliothek, die Bücher und andere Dokumente aus Buchstaben, Wörtern in unterschiedlichen Sprachen bereitstellt, bekommt der intelligible Prozess eine besondere Spannung. Das Innere der Bücher wird in ästhetisch aufgeladener Form nach außen projiziert und erfüllt das Treppenhaus des UB-Gebäudes.
In der Ausstellung „Intelligible Prozesse“sind auch Kunstwerke von Jürgen Blum-Kwiatkowski zu sehen. Blum-Kwiatkowski ist ein bedeutender Künstler der konkreten Kunst und Vertreter der intelligiblen Kunstrichtung. Er hat für seine Arbeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten und ist Gründer des Museum of Modern Art Hünfeld; dort befindet sich der größte Teil seines umfangreichen Oeuvres.
Die Eröffnung der Ausstellung im zentralen Treppenhaus ist im Übrigen eingebettet in die Jubiläumsfeier zum 50. Geburtstag der UB am 2. Mai. Die Feier im Veranstaltungsraum auf der 1. Etage beginnt um 16 h, sie steht unter dem Motto „Die Bibliothek als Erfolgsfaktor“. Nach der Begrüßung der Gäste durch UB-Direktorin Dr. Erdmute Lapp und RUB-Kanzler Gerhard Möller wird eine gleichnamige Publikation vorgestellt, die sich mit der Geschichte der Universitätsbibliothek Bochum befasst.
Info: Heinz Kasper: „Intelligible Prozesse“, 2.5.-30.6.12, Zentrales Treppenhaus der UB, geöffnet: Mo-Fr 8-24 h, Sa 11-20 h, So 11-18 h, Eintritt frei.
Erdmute Lapp/ad; Foto: UB | Themenübersicht

