RUBENS Nr. 160 - 2. Mai 2012
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Kultur & Co.

Meldungen vom Campus

Von wegen abgewickelt

Auch wenn man meint, in der Welt der bunten digitalen Bilder sei das klassische Medium der Schwarzweißfotografie bereits abgewickelt, beweisen die Fotografen im Musischen Zentrum der RUB (MZ) seit Mitte April etwas anderes: „SCHWARZ + WEISS“ lautet der Titel der aktuellen Fotoausstellung in der kreativen Institution der Universität. Sie ist bis zum 15. Juni (werktags 9-19 h) im MZ-Foyer zu sehen.
Klassische Landschaftsbilder in formaler Perfektion zeigt der Student Alexander Otto. Viele seiner 24 Bilder sind in amerikanischen Nationalparks, in Schweden, in Portugal und an anderen faszinierenden Orten dieser Erde entstanden. Sie strahlen in ihrer Reduktion auf das breite Spektrum der Grauwerte zwischen Schwarz und Weiß eine enorme Ruhe aus, was oft durch die Technik der Langzeitbelichtung unterstützt wird. Ansonsten knüpft hier die klassische Sichtweise an das Moderne an: Ottos Bilder sind zwar als digitale Farbbilder entstanden, aber bereits bei der Aufnahme hat der junge Fotograf in Schwarzweiß gedacht und dies bei der Präsentation umgesetzt.
Ein anderes klassisches Thema der Schwarzweißfotografie deckt Rolf Schmitz mit seinen Bildern ab. Seine Industriefotografien aus der Duisburger Kupferhütte zeigen die Stahlschmelze und die verschiedenen Arbeitsschritte bis zum Abstich am Stahlofen. Schmitz‘ Fotos entstanden analog, also auf klassischen, selbst entwickelten Schwarzweißfilmen.
Als dritte Ausstellerin kehrt Babette Sponheuer zu den fotografischen Ursprüngen des Mediums zurück. „Luminogramme“ oder „Raumfotogramme“ nennt sie die kameralose Entstehungstechnik ihrer experimentellen Bilder. Vereinfacht gesagt werden Gegenstände auf das lichtempfindliche Fotopapier gelegt und gezielt dem Licht ausgesetzt. Dabei entstehen Objektabbildungen mit sehr eigenwilligem Charakter. Alle drei Aussteller sind Mitglieder der RUB, die sich im MZ engagiert der Fotografie widmen.
Infos: www.rub.de/mz-foto

 

Gottesdienst

Am Dienstag 15. Mai, feiern wir um 18.15 h einen englischsprachigen Universitätsgottesdienst im Kirchenforum am Unicenter. Rev. James Brown (Church of Scotland) predigt zu Jeremia 31,31-34. Die musikalische Gestaltung übernimmt Arno Hartmann. Wir laden herzlich zum Gottesdienst und zum anschließenden Stehempfang mit Brötchen und Getränken ein.

 

Die Wortschatzinsel

Seit 2002 entern die „Treibgut-Literaturpiraten“ jedes Semester die Bühnenplanken des Kultur-Cafés, um inmitten des Betonmeers der Ruhr-Uni auf literarische Schatzsuche zu gehen. Bei der 31. „Gestrandet-Lesung“ erhält das Bochumer Treibgut-Team Verstärkung: Die mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnete Bachmannpreis-Stipendiatin Ivette Vivien Kunkel wird sich am 23. Mai auf literarische Spurensuche begeben. Sie wird die Wurzeln der Identitätsformung in den Fokus stellen und reflektieren, was die Zeit mit dem literarischen alter ego gemacht hat. Ivette Vivien Kunkel ist auch als Dozentin für kreatives Schreiben an der RUB tätig. Gegenwärtig beschäftigt sich die Künstlerin – im Zuge eines Romanprojekts, aus dem sie Auszüge präsentieren wird –, mit Fragen der Identitätssuche und dem individuellen Platz in der Gesellschaft. Solch eine existenzielle Frage prägt auch ihren globalisierungskritischen Text „Alles überall“, mit dem sie 2008 den Hauptpreis der Literarischen Gesellschaft Bochum im Wettbewerb „Geld schreibt“ gewann.
Musikalisch krachen lassen wird es der Rock- und Blues-Musiker Edy Edwards, der in seiner Heimatstadt Dortmund inzwischen fast so bekannt ist wie der Nordstadtbarde Boris Gott. Edy Edwards trifft jedoch einen ganz eigenen Ton zwischen individueller Selbstbefreiung und aufmüpfiger Abrechnung mit jeder Form von Spießermoral. Auf seiner melodiösen Debüt-CD „1989“ trumpft Edy nicht nur mit erstklassigem Gitarrensound auf, sondern auch mit intelligenten Texten, die neben emotionaler Tiefenschärfe zuweilen auch eine politische Dimension besitzen.
Zudem gibt es auf der Wortschatzinsel Lyrik, Prosa und (musikalische) Satire der Treibgut-Autorinnen und -Autoren zu entdecken – und das alles für einen Euro Eintritt! Die Literaturinitiative Treibgut feiert übrigens in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum und gibt im letzten Quartal 2012 die Anthologie „Pandoras Büchsenöffner“ heraus: mit Gastbeiträgen von Sebastian 23, Oliver Uschmann, Volker Wendland und anderen bekannten und neuen Autorinnen und Autoren.
Info: Gestrandet 31 – Die Wortschatzinsel: Lesung mit Treibgut und Ivette Vivien Kunkel, Musik: Edy Edwards, 23. Mai, 20 h, Kultur-Café der RUB, Eintritt: 1 Euro, http://www.rub.de/treibgut/

 

Lesung & Führung

Dem Verein „Der chinesische Garten e.V.“ und seinen Mitgliedern sei Dank: Der Garten im Süden des Campus entwickelt sich vor allem im Sommer immer mehr zu einem Veranstaltungsort. Mindestens bis in den August hinein wird es dort kulturelle Ereignisse unter freiem Himmel geben: Am 6. Mai (So, 11 h) feiert die charmante Reihe „Dichter-Lesung“ Premiere: Ursula Closset liest aus chinesischen Gedichten vor. Schließlich gilt der Chinesische Garten (im Original: „Qian Yuan“) als Garten der Dichter und Gelehrten. Die Reihe startet mit Texten von Tao Yuanming aus der Sammlung „Der Pfirsichblütenquell“.
Im Frühling und Sommer bietet der Verein bekanntlich auch Führungen durch den Chinesischen Garten an. Es starten immer zwei Führer/innen gleichzeitig mit ihren Gruppen. Mitglieder des Vereins erläutern Geschichte, Philosophie und die vielfältigen Schönheiten des Gartens. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Führung dauert etwa eine Stunde (Treffpunkt am Garten-Eingang) und kann mit einer kleinen Spende in selbst zu bestimmender Höhe bedacht werden; erster Termin in diesem Jahr: 19. Mai, 15 h.
Infos: http://www.rub.de/cgev

 

Hans-Kilian-Preis

Zum zweiten Mal wird an der RUB die Vergabe des Hans Kilian-Preises koordiniert. Dieser mit 80.000 Euro dotierte Preis der Köhler-Stiftung würdigt wissenschaftliche Leistungen von Personen, die neue Einsichten in die geschichtliche und kulturelle Existenz des Menschen und seine veränderliche Psyche vermittelt haben. Der Preis ist dem interdisziplinären Denken von Prof. Dr. Hans Kilian verpflichtet. In seinem Konzept der „metakulturellen Humanisation“ werden historische, anthropologische, soziologische, psychologische und psychoanalytische Perspektiven auf drängende Probleme einer sich rapide wandelnden Gegenwart zusammengeführt. Die internationale Ausschreibung richtet sich besonders an Wissenschaftler/innen, die Grenzen zwischen Disziplinen und Kulturen kreativ überschreiten und produktive Synthesen zwischen bislang isolierten Wissensgebieten schaffen. Der Beachtung historischer und (inter-/trans-) kultureller Dimensionen wird besondere Bedeutung beigemessen.
Die Köhler Stiftung fordert Universitäten, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen bzw. in diesen Institutionen tätige Wissenschaftler sowie renommierte Persönlichkeiten auf, geeignete Kandidaten zu benennen. Eigenbewerbungen sind möglich. Vorschläge für Nominierungen und Bewerbungen sind mit vollständigen Unterlagen bis zum 30. Juni 2012 einzureichen: Prof. Dr. Jürgen Straub/Dr. Gala Rebane, Koordinationsstelle Hans-Kilian-Preis, Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie, Fakultät für Sozialwissenschaft, Ruhr-Universität, Universitätsstr. 150, 44780 Bochum, hans-kilian-preis@rub.de.
Infos: http://www.hans-kilian-preis.de

 

Sinnlos krank

Wie so oft im Mai verhindern die zahlreichen Feiertage ein umfangreiches Theaterprogramm im Musischen Zentrum. In diesem Jahr beschränkt sich das Angebot auf das Theaterduo Schon-Gehört alias Vera Funke und Inken Janßen. Nach mehreren gemeinsamen Theaterprojekten im MZ („Die Zwölf Geschworenen“, „Tischtheater“ und „Shakespeare am Tisch“) stehen die beiden in „Sinn-los krank?“ (18./19.5., 19.30 h) zum ersten Mal nur zu zweit auf der Bühne. Ihr Theaterprojekt sinniert im wahrsten Sinne des Wortes auf verschiedenen Ebenen über fünf große Themen: Gesundheit & Krankheit, Individuum & Gesellschaft, Uninformiertheit als Selbstschutz, Stigmatisierung/Kleinhaltung und Kreativität.
Konkret geht es um Erika Mustermann. Sie lebt in Gesellschaft von sich selbst. Sie will ihre eigenen Ideen durchsetzen und strebt nach gesellschaftlicher Anerkennung. Sie denkt, dass ihr Freund sie belügt und lauscht seinen schönen Geschichten. Sie ist unglücklich über die negativen Folgen des Klimawandels und bekommt die Steinkohle zum Heizen durch ihren Onkel billiger.
Vera Funke und Inken Janßen wollten eigentlich ein anderes Stück aufführen, für das sie allerdings nicht die Rechte bekommen konnten – also haben sie kurzerhand ein eigenes Stück geschrieben.
Kartenreservierungen an schon.gehoert2012@googlemail.com; Infos: http://www.rub.de/mz-theater.

 

Hegel-Vorlesung

Im Rahmen der Zweiten Bochumer Hegel-Vorlesung des Forschungszentrums für Klassische Deutsche Philosophie spricht Prof. Dr. Charles Larmore (Brown University, Providence, USA) am 23. Mai zum Thema „Die Freiheit verstehen, aufzubrechen, wohin man will“. Der Vortrag findet um 18.15 h in HGA 30 statt.

 

Neues an der Gründerszene

Neue Räumlichkeiten für die rubitec: Seit Ende Februar 2012  ist die rubitec im Technologiezentrum Ruhr in der 6. Etage erreichbar, http://www.rubitec.de/.
ruhr@venture 2012: Am 1. April ist der Businessplanwettbewerb „ruhr@venture 2012“ gestartet. Ein Coachingtreffen und Begleitseminare finden im Mai statt. Abgabeschluss ist am 31. August 2012. Näheres unter http://www.gruendercampus-ruhr.de/.
EXIST-Gründerstipendium: Der BMWI fördert im Rahmen des EXIST-Programms die Vorbereitung auf eine Ausgründung. Das Stipendium in Höhe von 2.000 bis 2.500 Euro wird für die Dauer eines Jahres gezahlt. Eine Antragsstellung ist jederzeit möglich. Ansprechpartner ist die rubitec. Näheres unter http://www.exist.de.
Innovationsfonds Ruhr: Der vom Land NRW und regionalen Partnern unterstützte Fonds stellt für innovative Unternehmensgründungen in der Region Beteiligungskapital bereit. Damit sollen insbesondere technologisch orientierte Gründungen aus den Hochschulen unterstützt werden. Infos unter: http://www.innovationsfonds-ruhr.de.

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