RUBENS Nr. 158 - 1. Februar 2012
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Lieblingsviertel Ehrenfeld

Studie zum universitären Wohnen in Bochum

Wie leben Studierende? In einer WG oder doch lieber bei den Eltern? Wie schaut es mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter, dem Bibliothekar oder der Professorin aus? Bochum dient als Standort für sechs Hochschulen: mit ca. 41.000 Studierenden, 5.000 wissenschaftlichen Mitarbeitern und 3.000 nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitern. Eine von der Stadt Bochum in Auftrag gegebene Studie hat sich nun intensiv mit der Wohnsituation dieser Menschen auseinandergesetzt.

Die Studie „Universitäres Wohnen in Bochum“ ist zugleich ein Baustein des Projekts „Sicherung und Verbesserung der universitätsbezogenen sozialen Infrastruktur und des Wohnungsangebotes“. Dieses Projekt wiederum ist Teil des 2009 von der Stadt Bochum und den Hochschulen beschlossenen Masterplanes „Universität – Stadt“. Die Studie untersucht Wohnbedürfnisse und Wohnungsnachfrage. Dazu wurden die Fragebögen von mehr als 500 Studierenden, rund 1.100 in der Wissenschaft tätigen Personen (überwiegend wissenschaftliche Mitarbeiter) und rund 1.000 nichtwissenschaftlichen Beschäftigten der Bochumer Hochschulen ausgewertet.

Etwa 59 Prozent der Befragten wohnen derzeit in Bochum. Davon bevorzugt der Großteil das Leben in einer Mietwohnung: entweder alleine oder zusammen mit einer zweiten Person. Sowohl beim wissenschaftlichen Personal als auch beim nichtwissenschaftlichen Personal steht der Stadtteil Wiemelhausen hoch im Kurs. Auch bei Studierenden ist Wiemelhausen – neben Querenburg – sehr beliebt. In Wiemelhausen selbst ist das Ehrenfeld das begehrteste Wohnviertel.

Während für Studierende die Nähe zur jeweiligen Hochschule eine entscheidende Rolle spielt, ist den anderen beiden Gruppen die Nähe zur Innenstadt besonders wichtig. Weitere Unterschiede zeigen sich bei Wohnungsgröße und Miete: Während die Studierenden i.d.R. mit weniger als 30 qm auskommen und ihre Warmmiete meist 300 Euro nicht übersteigt, stehen den Beschäftigten zu je ca. 40 Prozent 40-80 bzw. 60-100 qm zur Verfügung; die Warmmiete liegt zumeist unter 600 Euro.

Hohe Zufriedenheit

Insgesamt halten 43,2 Prozent der Studierenden, 46,1 Prozent des wissenschaftlichen und 59,9 Prozent des nichtwissenschaftlichen Personals Bochum für einen attraktiven Wohnstandort – losgelöst davon, ob sie hier tatsächlich wohnen. Über 80 Prozent der in Bochum wohnenden Befragten (aller Gruppen) sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Es gibt dennoch ein paar Kritikpunkte. Am häufigsten genannt wird eine „zu kleine Wohnung“, gefolgt von „ sanierungsbedürftige Bausubstanz“ und „schlechte Wohnungsausstattung“ (z.B. zu kleine Küche oder fehlender Balkon).

Die Studie zeigt, dass die zentral und südlich gelegenen Stadtteile besonders begehrt sind. Zum Teil liegen sie an der Achse Universität-Stadt, die im Zuge des o.g. Masterplanes weiter ausgebaut werden soll. Probleme ergeben sich jedoch aus einem sehr geringen Leerstand (Wiemelhausen, Stiepel und Weitmar: 2-3 Prozent; Querenburg: 5 Prozent) und dem hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäuser in diesen Vierteln. Somit gestaltet es sich bisweilen schwierig, gerade dort eine Wohnung zu finden.

Aufbauend auf den Ergebnissen des ersten Teils soll noch 2012 ein Konzept zur Versorgung der universitären Nachfrager-Gruppen mit passendem Wohnraum entwickelt werden.

 

Die Studie im Netz

 

Marie-Astrid Reinartz; Foto: iStock | Themenübersicht