Doppelter Shakespeare
Studiobühne im Januar: Theater, Tanz, Lesung
William Shakespeare ist in aller Munde. Nicht nur im Kino („Anonymus“), sondern auch im Musischen Zentrum (MZ): Sowohl das Studiobühnen-Ensemble als auch the EDNAs bringen ihn auf die Bühne. Doch zunächst wird dort getanzt.
Das achtköpfige Tanz-Ensemble „ConcEpt2.1“ von Svenja Mordhorst und Sabrina-Dunja Sandstede kommt im Januar (7./8.1., 19.30 h) zurück ins MZ. Konzentration, Spannung, Entladung und Zentrierung sind Themen ihres Stückes „Grün (Arbeitstitel)“. Ähnlich wie im letzten Stück – „732km“ – bleibt das Thema abstrakt, wird aber sehenswert und unterhaltsam angedeutet: mit Tanz, Rhythmus, Sprache und Gesang. Mordhorst und Sandstede wollen ihr Publikum aktiv einbeziehen – während der Aufführung und danach bei einer Publikumsdiskussion im Foyer; Eintritt frei; Kartenreservierung unter ConcEpt2.1@gmx.de.
Eine Woche später (14./15.1., 19.30 h) steht „The Tempest" auf dem Programm. Die Gruppe the EDNAs, die bislang neue englische Dramatik auf die MZ-Bühne gebracht hat, inszeniert erstmals Shakespeare (Regie: Niklas Füllner; Dramaturgie: Stefanie Brenzel). Die Produktion wird durch ein Proseminar in der Anglistik begleitet, und sie wird bei den Shakespeare-Tagen (20. April) auch im „Theater unten“ des Schauspielhauses zu sehen sein. Während der Proben leitete der renommierte britische Regisseur Max Stafford-Clark einen Workshop für das Ensemble. Clark ist Leiter der Theatergruppe Out of Joint, zudem früherer Leiter des Traverse Theatre Edinburgh und des Royal Court Theatre London und Regisseur der Uraufführungen von Erfolgstücken wie Caryl Churchills „Top Girls“ und Mark Ravenhills „Shopping and Fucking“. Zwei Tage lang hat Clark mit den Schauspielern von the EDNAs an den Rollen gefeilt. „The Tempest“ ist ein Stück über Machtstrukturen und Machtmissbrauch, über den Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit und den Versuch des Menschen, die Natur zu unterwerfen; Eintritt 5/3 Euro.
Zu Tisch, bitte!
Die zweite Shakespeare-Produktion, „Shakespeare am Tisch“, verteilt sich auf zwei Wochenenden (22.1. & 26.–28.1., 19.30 h). Letzten Winter feierte das Studiobühne-Ensemble Erfolge mit dem „Tischtheater“: An 25 Tischen mit je fünf Zuschauern wurden gleichzeitig 25 Monologe gespielt. Diesen Winter knüpft das aus Studierenden aller Fakultäten bestehende Ensemble (Leitung: Karin Freymeyer) daran an und zeigt Monologe aus Shakespeare-Stücken. Die Zuschauer bleiben sitzen, während die Schauspieler von Tisch zu Tisch wechseln und ihre Geschichte erzählen. Die Monologe stammen aus den Komödien „Verlorene Liebesmüh“, „Viel Lärm um nichts“, „Was Ihr wollt“, „Wie es Euch gefällt“ und „Zwei Herren aus Verona”. Da es keine geschlossene Handlung gibt, müssen die Studierenden frei interpretieren und assoziieren. Die Gefühle und Gedanken, um die es geht, sind ihnen vertraut: Kann man der Liebe trauen? Stehen die Freunde wirklich zu mir? Lohnt es sich, weltabgewandt zu studieren? Eintritt frei.
Am 31.1. (12 h) folgt die „Lunchtime Lesung“: Studierende präsentieren Möglichkeiten der Stimmbildung und Sprecherziehung; Eintritt frei. ad
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ad; Foto: ConCept2.1. | Themenübersicht

