RUBENS Nr. 157 - 4. Januar 2012
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Blick fürs Ganze

Fakultät für Philologie ehrt Prof. Karl Galinsky

Er ist einer der wenigen, die in ihrem Fach stets den Blick fürs Ganze bewahrt und geprägt haben: Für seine herausragenden Verdienste um eine umfassende, allgemein verständlich vermittelte und fachübergreifende Kulturwissenschaft erhielt Prof. Karl Galinsky am 9. Dezember im Musischen Zentrum die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Philologie. Der renommierte Forscher aus Austin und Max-Planck-Forschungspreisträger ist seit 2009 regelmäßig für fünf Monate im Jahr zu Gast an der RUB. Mit der Auszeichnung Galinskys hat die Fakultät erst zum dritten Mal in ihrer fast 50-jährigen Geschichte eine Ehrenpromotion verliehen.

„Es gibt nur wenige Forscher auf dem Gebiet der Klassischen Philologie von vergleichbarem internationalen Rang wie Prof. Galinsky“, heißt es in der Begründung. Der Forscher zeichne sich aus durch „seine außergewöhnliche fachliche Breite, Interdisziplinarität und Innovationskraft“. Das gelte vor allem für seine grundsätzliche Neubewertung der Augusteischen Kultur – der wichtigsten Epoche der römischen Geschichte unter Kaiser Augustus. Auch als „hervorragender akademischer Lehrer“ genießt Prof. Karl Galinsky einen exzellenten Ruf bei Studenten und Kollegen. „Nicht umsonst hält er seit 1999 den Titel eines Distinguished Teaching Professor an seiner Heimatuniversität in Austin“, so Prof. Dr. Reinhold F. Glei (Seminar für Klassische Philologie) in seiner Laudatio.

2009 erhielt Galinsky den Max-Planck-Forschungspreis für Gedächtnisgeschichte. Er ist mit 750.000 Euro dotiert und an einen längerfristigen Gastaufenthalt geknüpft. Mit dem Geld baut Galinsky an der RUB eine Nachwuchsgruppe auf, um junge Forscher zu unterstützen. 15 Doktoranden aus aller Welt werden mit Stipendien gefördert. „Durch seine viel beachtete Ortswahl hat Prof. Galinsky zur Reputation unserer Fakultät im nationalen und internationalen Kontext beigetragen“, so Prof. Glei.

Großes Theater

Zu Ehren des äußerst beliebten Wissenschaftlers haben Studierende der Klassischen Philologie ein Theaterstück einstudiert und am 9.12. auf die Bühne des Musischen Zentrums gebracht. Beteiligt waren neben den Studierenden weitere Mitglieder des Seminars; das Programmheft nennt weit über 30 Namen. Beim 1704 vom Jesuiten Johann Baptist Adolph auf Neulatein verfassten Stück „Pietas In Peregrinos“ (basierend auf dem I. und IV. Buch der Aeneis) handelt es sich um ein musikalisches Lustspiel. Neben Regie, Technik, Kostümen, Kulisse und vielen Schauspielern waren deshalb auch Musiker und Sänger mit dabei. Die Aufführung war derart umjubelt und erfolgreich, dass sie bereits eine knappe Woche später vor großem Publikum im Hörsaal HGB 10 wiederholt werden musste.

jw/ad; Foto: Nelle | Themenübersicht