Menschen
Personalmeldungen vom Campus
Neu ernannt
Seit Beginn des WS 11/12 besetzt Prof. Dr. Jan Cermak die Professur für Klimatologie/Klimageographie. Zu seinen Schwerpunkten zählt die Satellitenfernerkundung von Wolken und Aerosolen. Hier untersucht er z.B., wie sich menschliches Handeln auf die atmosphärische Aerosolbelastung auswirkt oder wie häufig Nebel auftritt. Ein zweiter Schwerpunkt ist Stadt- und Geländeklima, wo der Geograph u.a. regionalen Klimaänderungen nachspürt. Jan Cermak studierte 1997-2001 Geographie, Biologie, Politikwissenschaft und Bodenkunde in Marburg und Gießen. Dann ging er nach England und erwarb 2002 am King’s College London einen MA in „Environment and Development“. Auch das folgende Jahr verbrachte Cermak in England: Er absolvierte einen Forschungsaufenthalt an der Uni Sheffield. 2003 kehrte er nach Marburg zurück, wo er 2006 promoviert wurde. Bis 2008 blieb er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Geographie der Uni Marburg. Dann ging Cermak in die Schweiz, um als Post-Doc am Institute for Atmospheric and Climate Science der ETH Zürich zu arbeiten; hier blieb er bis zu seinem Ruf nach Bochum.
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Seit Dezember 2011 ist Dr. Irene Neumann (Foto) Juniorprofessorin für Didaktik der Physik. Als Forschungsinteressen nennt sie beispielsweise „Nature of Science“ im Physikunterricht und Mathematik in der Physikausbildung in Schule und Hochschule. Irene Neumann studierte zwischen 2001 und 2006 Physik in Würzburg und schloss dieses Studium mit dem Diplom ab. Parallel studierte sie dort Mathematik und Physik fürs Lehramt und absolvierte 2007 das Erste Staatsexamen. Von Juli 2007 bis Juni 2010 war sie Promotionsstipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg „Naturwissenschaftlicher Unterricht“ in Duisburg-Essen. Im August 2010 wechselte sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in die Abteilung für Didaktik der Mathematik am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften der Uni Kiel, wo sie bis zu ihrem Ruf nach Bochum blieb. Im April 2011 wurde sie an der Uni Duisburg-Essen promoviert.
Rufe – Ehre – Ämter
Prof. Jan Cermak (Geowissenschaften) hat einen Ruf auf eine Professur für „Geographie“ an der Uni Erlangen-Nürnberg erhalten.
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Warum bestimmte Zellen in der Netzhaut absterben, wenn Mensch oder Tier an einem Glaukom („Grüner Star“) leiden, ist bislang unverstanden. Für ihr Forschungsvorhaben zu diesem Thema hat Dr. Stephanie Joachim (Assistenzärztin an der Universitätsaugenklinik der RUB) den diesjährigen, mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis der Sophia und Fritz Heinemann-Stiftung erhalten.
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Prof. Dr. Hans-Ulrich Steinau, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte am Bergmannsheil, wurde im November mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Gewürdigt wurde sein langjähriges klinisches und wissenschaftliches Engagement in der plastischen Chirurgie.
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Prof. Dr. Lars Steinsträßer (Leitender Arzt der Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte am Bergmannsheil) wurde im November zum Fellow des American College of Surgeons ernannt.
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Prof. Dr. Konstantin Efetov (Physik und Astronomie) wurde im November zum Fellow der American Physical Society gewählt.
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Papst Benedikt XVI. hat im Dezember Prof. Dr. Thomas Söding (Katholische Theologie) zum Konsultor des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung ernannt. Der Rat soll in den von Säkularisierung geprägten Gegenden Europas, Nordamerikas, Australiens und Neuseelands nach zeitgemäßen Formen einer neuen Verkündigung des Evangeliums suchen, die den Glauben wiederbeleben kann.
Nachrufe
Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Dr. Udo L. Figge, der am 12. November gestorben ist. Bis zu seiner Emeritierung 2001 hatte Prof. Figge den Lehrstuhl für Romanische Philologie, insb. französische, italienische und rumänische Sprachwissenschaft, inne. Udo Figge wurde am 18. April 1936 in Wuppertal geboren. Dort besuchte er alle Schulen bis zum Abitur, bevor er 1955 in Tübingen als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes seine philologischen Studien aufnahm. 1956 wechselte er nach Bonn, wo er als Student der Romanistik und Latinistik bis zur Promotion 1966 blieb. 1969 erhielt er einen Ruf an die RUB, wo er sich neben Lehre und Forschung vor allem für den Aufbau der Hochschuldidaktik einsetzte und als Vertrauensdozent für die Stipendiaten der Studienstiftung engagiert tätig war. 1973-75 bekleidete Figge das Amt des Prorektors für Lehre. Seine Forschungsinteressen galten vor allem den Themenbereichen „Gedächtnis – Sprache – Text“ und in engem Zusammenhang damit den semiotischen Grundlagen der Sprache. Diese betrachtete er als übergreifende, vereinende Disziplin für die sprachlichen und nichtsprachlichen, mit Kommunikation beschäftigten Wissenschaftszweige. Aufgrund dieser übergreifenden Perspektive wurde er zu einem Pionier der EDV-gestützten Sprachforschung, die ihn auch zu einem Vorreiter in der Dialektometrie, also der numerischen Vermessung von Dialektarealen, machte. Die vielfältigen Forschungsaktivitäten von Udo Figge machten ihn im deutschsprachigen Raum wie im romanischsprachigen Ausland zu einem respektierten und liebenswerten Kollegen. Prof. Gerald Bernhard
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Die Ruhr-Universität trauert um Prof. em. Dr. Rudolf Vierhaus, der am 13. November gestorben ist. Der Historiker ist eine der herausragenden Gründergestalten der RUB und langjähriger Direktor des Max-Planck-Institutes für Geschichte in Göttingen. Vierhaus, der als erster Historiker an die neugegründete Ruhr-Uni berufen wurde, hatte 1964-71 den Lehrstuhl für Neuere Geschichte inne und nahm danach eine Honorarprofessur in Bochum wahr. Der 1922 in Wanne-Eickel geborene Rudolf Vierhaus studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in Münster. 1955 wurde er promoviert, 1961 habilitierte er sich über „Deutschland im Zeitalter der Aufklärung“, womit er sein wichtigstes Forschungsthema fand, auf das er sich freilich keineswegs beschränkte. 1964 nahm er – obgleich er gleichzeitig einen Ruf nach Frankfurt erhalten hatte – den Ruf an die RUB an, nicht zuletzt weil er in Fragen der Hochschulreform engagiert war. Vierhaus hatte großen Anteil am Aufbau der Abteilung (später: Fakultät) und des Historischen Institutes. Daneben entfaltete er in der RUB und ihren Gremien eine vielfältige Tätigkeit. Die von ihm formulierten Empfehlungen zur Studienreform setzten sich durch, die „eine Straffung und überlegtere Durchführung des Studienganges ohne durchgängigen Dirigismus, aber mit besserer Grundausbildung und erweiterten Möglichkeiten für wirklich begabte Studenten“ anzielten. Das Integrierte Proseminar der Fakultät für Geschichtswissenschaft war eines der Resultate dieses Konzeptes. Auch die Idee, das Brüderpaar Prometheus und Epimetheus als Symbol des Miteinanders von Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften zu betrachten und zum Emblem der neuen Universität zu machen, wird Vierhaus zugeschrieben. Nicht zuletzt war er ein ausgesprochen anregender und erfolgreicher akademischer Lehrer, dem professorale Allüren gänzlich abgingen, obgleich seine profunde Bildung, sein eindringliches Fragen und seine Offenheit gegenüber Neuansätzen jeden Studierenden und nicht wenige Kollegen beeindruckten. Prof. Bernd Faulenbach
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Die Ruhr-Universität trauert um Dr. phil. Rainer Kogelheide, der am 16. November gestorben ist. Kogelheide (geboren am 13.10.1944) war einer der Ersten im heutigen Seminar für Sprachlehrforschung (SLF). Seine Tätigkeit an der RUB begann er kurze Zeit nach ihrer Eröffnung als Studentische Hilfskraft im damaligen Sprachlabor. Er war Student des Lehramts für Englisch und Französisch. Nach seinem 1. Staatsexamen (1971) wurde er als Wissenschaftlicher Angestellter in das inzwischen gegründete Fremdspracheninstitut übernommen. Seine Studienzeit schloss er 1976 mit der Promotion ab. Kurz darauf wurde er zum Akademischen Rat ernannt und mit den Aufgaben eines Geschäftsführenden Assistenten des SLF betraut. Hier hat er bis zu seinem Dienstaustritt im Herbst 2009 eine beispiellose Zahl von Studierenden der Sprachlehrforschung, der Lehramtsstudiengänge in den modernen fremdsprachlichen Fächern sowie der Zusatzstudiengänge „Deutsch als Fremdsprache (Deutschunterricht im Ausland)“, „Deutsch als Zweitsprache“ und „Bilinguales Lehren und Lernen“ beraten und betreut. Seine über viele Jahre ausgeübte Hilfsbereitschaft, sein akribisch erworbenes Sachwissen und sein geduldiges Engagement waren für die Studierenden und auch für die Kollegen von unschätzbarem Wert. Über seine Hauptaufgaben hinweg war Rainer Kogelheide zusätzlich Mitglied des ehemaligen Universitätsparlaments und über viele Jahre hinweg Mitglied der Zentralen Universitätskommission für Lehre. Die Mitglieder des Seminars für Sprachlehrforschung der Ruhr-Universität werden Rainer Kogelheide mit tiefer Dankbarkeit und großem Respekt in Erinnerung behalten. Jun.-Prof. Dr. Lena Heine
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