Simulierte Solvatation
Forschungsneubau ZEMOS bewilligt
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat den Forschungsneubau ZEMOS bewilligt: Rund 44 Mio. Euro fließen in die Erforschung von Lösungsmittelprozessen (Solvatationsforschung) an der RUB. Das Gebäude bietet Platz für 100 Wissenschaftler/innen aus Chemie, Biochemie und Ingenieurwissenschaften. Sie arbeiten fachübergreifend im „Zentrum für molekulare Spektroskopie und Simulation solvensgesteuerter Prozesse“ (ZEMOS) zusammen. „Die Ruhr-Uni knüpft damit an die Weltspitze eines Forschungsgebiets an, das sich rasant entwickelt“, sagt ZEMOS-Sprecherin Prof. Martina Havenith (Physikalische Chemie). „Das gibt uns die Chance, Bochum zu einem internationalen Zentrum in der Erforschung von Lösungsmittelprozessen auszubauen.“
ZEMOS ist ein elementarer Bestandteil des Verbunds RESOLV (Ruhr Explores Solvation), mit dem die RUB im Rennen um ein Forschungscluster in der Exzellenzinitiative II des Bundes und der Länder liegt. Zahlreiche Einrichtungen und Forscher verschiedener Fächer der RUB haben sich in RESOLV zusammengeschlossen, um die Solvatation (engl. Solvation) umfassend zu erforschen. Die Solvatation – das Lösen einer chemischen Substanz – ist einer der grundlegendsten Vorgänge in der Chemie, in der chemischen Verfahrenstechnik und in der Biologie. Die meisten chemischen Reaktionen und nahezu alle biologischen Prozesse finden in flüssiger Phase statt. „Mit ZEMOS haben wir in Deutschland erstmals die Möglichkeit, Solvation Science interdisziplinär und mit unmittelbarem Bezug zu technologisch wichtigen Zukunftsfragen zu etablieren“, so Prof. Havenith.
ZEMOS entsteht östlich des Gebäudes ND. Baubeginn ist voraussichtlich Ende 2012, fertiggestellt sein soll das Gebäude im Winter 2014/15. Auf einer Nutzfläche von knapp 4.000 Quadratmetern bündelt das Zentrum dann die Expertise von insgesamt mehr als 20 Arbeitsgruppen an der RUB, an den Max Planck Instituten für Kohlenforschung (Mülheim) und für Eisenforschung (Düsseldorf) sowie dem Fraunhofer Institut UMSICHT (Oberhausen). Das Zentrum wird von Anfang an eng mit internationalen Topinstitutionen in diesem Forschungsfeld kooperieren, beispielsweise mit den Universitäten Cambridge, Berkeley, Yale und dem israelischen Weizmann Institut.
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