RUBENS Nr. 156 - 1. Dezember 2011
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Leute, Leute

Personalmeldungen aus der RUB

Neu ernannt

Prof. Dr. Christian Dormann besetzt seit Oktober 2011 den Lehrstuhl Wirtschaftspsychologie und übernimmt zugleich die Leitung der Abteilung für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie. Neben dem Thema Arbeit-Stress-Gesundheit, das eine lange Tradition in der Abteilung hat, wird er besonders zu zwei Themengebieten forschen: Dienstleistungspsychologie und Evidence-based Management. Christian Dormann (1966 in Unna geboren) studierte ab 1988 Psychologie (Diplom 1994) und den Ergänzungsstudiengang Angewandte Informatik (Abschluss 1993) in Gießen. Anschließend war er bis 1997 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni Konstanz tätig. Dann wechselte er an das Institut für Psychologie der Uni Frankfurt, wo er 2000 promoviert wurde. 2004 habilitierte sich Dormann in Frankfurt und folgte dem Ruf auf eine Professur für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie in Mainz. Hier blieb er bis 2011. Zwischendurch verbrachte der Psychologe immer wieder längere Zeit im Ausland, u.a. in England, Südafrika und Australien; an der University of South Australia ist Dormann weiterhin als Adjunct Research Professor tätig.

Seit dem WS 11/12 besetzt Prof. Dr. Georg Essen die Professur für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Zu den Schwerpunkten seiner systematisch-theologischen Forschung gehört die kritische und konstruktive Vermittlung des christlichen Glaubens mit relevanten Richtungen des neuzeitlichen und gegenwärtigen Denkens. Besonderes Interesse gilt der Theologie und Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts. Georg Essen (geboren 1961 in Kevelaer) studierte 1981-1987 in Münster und Freiburg Katholische Theologie und Geschichte. Zwischen 1989 und 2000 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Münster, wo er 1994 promoviert wurde. 1999 habilitierte er sich dort auch und arbeitete dort zunächst als Hochschuldozent. 2001 ging Georg Essen in die Niederlande. Bis 2011 war er Professor für Dogmatische Theologie an der Faculteit der Theologie der Radboud Universiteit Nijmegen. Fünf Jahre lang (2006-2011) bekleidete er zusätzlich die Professur für Religions- und Kulturtheorie an der dortigen Faculteit der Filosofie, Theologie en Religiewetenschappen und drei Jahre lang (2008-2011) war Essen darüber hinaus wissenschaftlicher Leiter des interdisziplinären Heyendaal Research Programme „Theology – Humanities – Sciences“ in Nijmegen. Von 2006 bis 2009 war er zudem Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut, Essen.

Seit Oktober 2011 besetzt Dr. Florian Fusseis die Juniorprofessor für endogene Geologie am Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Entstehung von Porosität in metamorphen Gesteinen. Er verwendet die noch neue Synchrotron Röntgenmikrotomographie, um Porenraum in verschiedenen Materialien (Gesteine, Mineralien, Mörtel, Geopolymere, Brotteig) abzubilden und seine Entstehung und Zerstörung zu beobachten. Fusseis arbeitet eng mit Forschern in Australien zusammen, um Computersimulationen zum mechanischen Verhalten dieser Materialien zu entwickeln. Er möchte seinen Forschungsansatz in die Erkundung tiefer geothermischer Reservoire sowie in die Planung von Endlagerstätten für hochradioaktiven Müll einbringen. Florian Fusseis (1977 im österreichischen Ried geboren) studierte 1995-2001 Geologie in Wien. Danach ging er an die FU Berlin, wo er 2006 promoviert wurde. 2007-2009 war er Research Fellow der School of Earth and Geographical Sciences der University of Western Australia. Im Juli 2009 wurde er am dortigen Geothermal Centre of Excellence zum Associate Research Professor ernannt. In dieser Funktion blieb Fusseis bis 2011 in Australien.

Seit Oktober 2011 besetzt Prof. Dr. Thorsten Holz die Professur für Systemsicherheit an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik; er gehört der Fakultät bereits seit April 2010 an und war zunächst Juniorprofessor für Embedded Malware. Der Informatiker hat auf dem Gebiet von IT-Sicherheit und Datenschutz vor allem durch seine Arbeiten über Sicherheitsbedrohungen im Netz und die Entwicklung von Verteidigungsmechanismen international hohes Ansehen erlangt. Dafür erhielt er im Frühjahr 2011 den renommierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis. Aktuell befasst sich Holz u.a. mit praktischer IT-Sicherheit, Schadsoftware und Botnetzen, Sicherheit von mobilen Geräten, Sicherheit in Sozialen Netzen sowie System- und Netzsicherheit. Thorsten Holz (geboren 1981 in Trier) studierte zwischen 2000 und 2005 Informatik an der RWTH Aachen. Anschließend war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Praktische Informatik der Uni Mannheim tätig. Im Juni 2009 wechselte er an das Institut Rechnergestützte Automation der TU Wien, wo er bis März 2010 als Wissenschaftlicher Assistent arbeitete.

 

 

Rufe – Ehre – Ämter

Prof. Dr. Jan Wieseke (Wirtschaftswissenschaft) hat einen Ruf auf eine Professur für „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing II“ an der Uni Mannheim erhalten.

Prof. Dr. Thorsten Holz (Elektrotechnik und Informationstechnik) hat einen Ruf auf eine Professur für „Praktische Informatik“ an der Uni Mannheim erhalten.

Prof. Dr. Stefan Greiner (Rechtswissenschaft) hat einen Ruf auf eine Professur für „Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht“ an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht Wiesbaden erhalten.

Das Bundesbildungsministerium (BMBF) hat Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier (ZEFIR – Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung, Fakultät für Sozialwissenschaft) als Vertreter der Wissenschaft in die Jury des Programes „Lernen vor Ort“ berufen, dessen zweite Programmphase am 1. September 2012 beginnen wird.

Prof. Dr.-Ing. Michael Abramovici (Maschinenbau) wurde für drei Jahre (ab 2012) zum Vorstand der neuen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung, WiGeP – Berliner Kreis und WGMK, gewählt. Mit etwa 90 Professoren und 50 führenden Industriepersönlichkeiten ist die WiGeP eine der größten Wissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland und weltweit.

Auf seiner konstituierenden Sitzung Ende Oktober hat der neue Senat der RUB Prof. Dr. Axel Schölmerich (s. Foto) zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende wurde Marita Schmeink, M.A. bestätigt – beide wurden mit überwältigender Mehrheit in das Amt gewählt. Prof. Schölmerich gehört der Fakultät für Psychologie an, wo er seit 13 Jahren den Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie inne hat. Die Orientalistin Marita Schmeink ist seit vielen Jahren Geschäftsführerin des Dekanats Philologie; sie war schon in der letzten Senatsperiode Stellvertreterin des Vorsitzenden.

Aus den Händen des Vorsitzenden Prof. Günter Brakelmann nahm Yong-Suk Jung (Geschichtswissenschaft) Anfang November den erstmals vergebenen Preis des „Fördervereins des Instituts für soziale Bewegungen“ entgegen. Sie erhielt die Auszeichnung für ihre Dissertation über „Familien im Ruhrgebiet in der Nachkriegszeit“, die von dem kürzlich verstorbenen Prof. Klaus Tenfelde betreut worden ist. Jung verfolgt darin den nach Ende des Zweiten Weltkrieges einsetzenden Wandel der Familienbildung im Ruhrgebiet bis in die jüngste Vergangenheit. Der Förderpreis wird künftig jährlich an eine herausragende Dissertation aus der Sozial- und Arbeiterbewegungsgeschichte vergeben. Er ist mit 1.000 Euro dotiert, die zweckgebunden die Drucklegung der preisgekrönten Arbeit befördern sollen.

Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz hat Jürgen Schlegel Anfang November die Leibniz-Medaille verliehen. Das ist die höchste Auszeichnung, die die traditionsreiche Akademie zu vergeben hat. Jürgen Schlegel ist seit 2008 Vorsitzender des damals neu geschaffenen Hochschulrates der RUB, von 2003 bis 2007 war er bereits Mitglied des Kuratoriums der Universität. Nur gut zwei Wochen nach dieser Ehrung erhielt Jürgen Schlegel in Düsseldorf das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Schlegel erhielt die Auszeichnung für sein jahrzehntelanges hauptamtliches und ehrenamtliches Engagement im wissenschaftlichen Bereich. „Als Experte für die Hochschulentwicklung hat Jürgen Schlegel einen immens wichtigen Beitrag zur Professionalisierung von Wissenschaftsadministration und zur Entwicklung der deutschen Hochschullandschaft geleistet“, würdigte Helmut Dockter (Staatssekretär im NRW-Wissenschaftsministerium) die Arbeit Schlegels bei der Ordensverleihung am 22.11. in Düsseldorf.

Prof. Dr. Wolfgang Schuhmann (Chemie und Biochemie) hat den „Katsumi Niki Prize for Bioelectrochemistry“ der International Society of Electrochemistry erhalten. Gewürdigt werden damit Schuhmanns herausragende Verdienste um die Bioelektrochemie.

Für seine internationalen Forschungsarbeiten in Philosophie und Kognitionswissenschaften hat der amerikanische Philosoph Prof. Dr. Shaun Gallagher den Anneliese Maier-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung erhalten. Mit dem Preisgeld von 250.000 Euro finanziert Gallagher in den kommenden Jahren gemeinsame Forschungen am neu gegründeten „Center for Mind, Brain and Cognitive Evolution“ der RUB zusammen mit Prof. Dr. Albert Newen. 2007 kam Gallagher als Hauptredner der „Rudolf Carnap-Lectures“ am Institut für Philosophie II das erste Mal nach Bochum. Seitdem ist er, eingeladen durch seinen Fachkollegen Newen, regelmäßiger Teilnehmer an Bochumer Philosophie-Konferenzen.

Nachruf

Die Ruhr-Universität trauert um Prof. em. Dr.-Ing. Friedrich Jarchow, der am 22. Oktober im Alter von 85 Jahren gestorben ist. Prof. Jarchow war bis zu seiner Emeritierung 1991 Inhaber des heutigen Lehrstuhls für Maschinenelemente, Getriebe und Kraftfahrzeuge (Fakultät für Maschinenbau). Auch nach seiner Emeritierung und bis kurz vor seinem Tod hat er weiter an der RUB gearbeitet und geforscht. Friedrich Jarchow wurde am 3. Juni 1926 in Bochum geboren. Hier besuchte er die Schule bis zum Abitur 1946. 1947-1952 studierte er in Braunschweig Allgemeinen Maschinenbau. 1952-1960 arbeitete er an der TH München als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Allgemeine Gestaltungslehre und Maschinenelemente. Dort wurde Jarchow 1960 promoviert. Im selben Jahr begann seine Industriepraxis in der Rheinstahl Hüttenwerke AG Mülheim, wo er bis 1963 alle Konstruktionsabteilungen der Werke leitete. 1963 wurde er Oberingenieur, 1964 erhielt er Prokura und 1967 wurde er Direktor. 1970 wurde Jarchow an die RUB berufen. 1974/75 war er Dekan der Fakultät für Maschinenbau und 1976-1978 Vorsitzender des Fakultätentages für Maschinenbau.
An der RUB hat Prof. Jarchow zahlreiche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Antriebstechnik durchgeführt. Seine Forschungsschwerpunkte waren u.a. leistungsverzweigende Zahnradgetriebe, stufenlos wirkende Kraftfahrzeug-Lastschaltgetriebe und Schneckengetriebe (Tragfähigkeit, Wirkungsgrad und Selbsthemmung). Schon in den 60er-Jahren engagierte sich Jarchow im Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Dieser verlieh ihm 1987 das Ehrenzeichen: 1992 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande für herausragende Leistungen in Forschung, Lehre und Technologietransfer. Auf dem Deutschen Ingenieurtag 2009 ernannte ihn der VDI zum Ehrenmitglied.

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