Fair verteilt
Wiwi-BOS organisiert hunderte Bachelorarbeiten
Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft hat für die Organisation der Bachelorarbeiten ein neues, effizientes und strukturiertes Verfahren entwickelt, mit dem eine möglichst präferenzgerechte Zuordnung der Bachelor-Studierenden auf die Lehrstühle ermöglicht wird. Das dabei verwendete System Wiwi-BOS genügt allen Anforderungen, um auch für die Zukunft und bei eventuell steigenden Studierendenzahlen gerüstet zu sein und wird besonders von den Studierenden sehr begrüßt.
Die positiven Rückmeldungen zeigen deutlich, dass ein bis ins Detail durchdachtes und „faires“ System zum Einsatz kommt. Auch die Fakten belegen dies eindrucksvoll: So konnten in jedem Semester mindestens 95% der Bachelorkandidaten am Lehrstuhl ihrer ersten oder zweiten Wahl ihre Bachelorarbeit schreiben; weniger als 5% mussten mit ihrer Drittpräferenz vorlieb nehmen. Diese Zuteilung der Studierenden auf die Lehrstühle wurde erstmals zum Sommersemester 2010 vorgenommen, als der erste Jahrgang der Bachelor-Studierenden, die ihr Studium in Regelstudienzeit abschließen wollten, zeitgleich mit der Anfertigung der Bachelorarbeit beginnen musste: Da der Studienverlaufsplan für das 6. Semester die Anfertigung der Bachelorarbeit vorsieht, war der durch die Vielzahl an Studierenden und die zeitliche Fixierung entstehende organisatorische Aufwand bereits frühzeitig ersichtlich. Innerhalb der Fakultät wurde daher intensiv diskutiert, wie ein Verfahren gestaltet und organisiert sein muss, das den Interessen von Studierenden, Professoren und Prüfungsordnung gerecht wird.
Hoher Servicegrad
Seitens der Fakultät bestand die Absicht, jedem Studierenden, der eine Bachelorarbeit schreiben wollte, diese Möglichkeit nicht nur rechtzeitig einzuräumen, sondern außerdem eine weitestgehend „faire“ Lösung für alle Beteiligten zu finden. Diese sollte einerseits für die Studierenden die freie Prüferwahl gewährleisten, andererseits die Anzahl der Arbeiten „fair“ unter den beteiligten Professor/innen verteilen, falls sich die Studierenden nicht gleichmäßig auf die Prüfer aufteilen sollten. Die Ausgangsbasis stellt das Gesamtkontingent der angebotenen Arbeiten dar, das jedes Semester neu ermittelt wird und 20% größer ist als die Anzahl der für eine Bachelorarbeit angemeldeten Studierenden. Dies kann zwar zwischen den Prüfer/innen zu einer geringfügig ungleichen Arbeitsbelastung führen, wird jedoch von den Professor/innen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gerne in Kauf genommen, um die Flexibilität des Systems zu erreichen und einen hohen Servicegrad für Studierende sicherzustellen.
Die Studierenden erfassen zunächst in einer Web-Oberfläche ihre Wünsche, bei bestimmten Prüfern ihre Abschlussarbeit zu schreiben. Anschließend können die Professor/innen mit derselben Software eine Woche lang an Studierende, von denen sie mit erster Präferenz gewählt wurden, eine sog. feste Zusage vergeben. Dadurch ist sichergestellt, dass die ausgewählten Studierenden vom Lehrstuhl ihrer Erstpräferenz betreut werden. Die übrigen Studierenden kommen in einen Los-Topf und werden in zufälliger Reihenfolge anhand ihrer Präferenzen bestmöglich auf die noch offenen Bachelorarbeitsplätze verteilt. Jeder Studierende, der im Los-Topf landet, hat grundsätzlich die Möglichkeit, an jedem der Lehrstühle seine Abschlussarbeit zu verfassen, da automatisch mindestens ein Drittel des vorgesehen Kontingents jedes Lehrstuhls für den Los-Topf reserviert ist. Vergibt ein einzelner Lehrstuhl keine festen Zusagen, erhöht sich sein Kontingent für den Los-Topf auf die Gesamtanzahl der von ihm anzubietenden Arbeiten.
Entwicklung und Support
Die webbasierte Software WiWi-BOS (WiWi-Bachelorarbeiten-Organisations-System) lebt nicht nur von der anspruchsvollen technischen Umsetzung, sondern auch von der sehr klaren und einfachen Abbildung des komplexen Prozesses. Auch die Adjustierungen, einen 20%-igen Zuschlag auf die Gesamtanzahl der Kandidaten vorzusehen und ein Drittel der Bachelorarbeiten für den Los-Prozess zu reservieren, haben sich bewährt. WiWi-BOS wurde am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Unternehmensforschung und Rechnungswesen, entwickelt und wird von den Mitarbeitern dort betreut. Der Lehrstuhl hatte bereits – nach Einführung der Studienbeiträge – das ebenfalls webbasierte und fakultätsweit eingesetzte Tutorien-Anmelde-System WiWi-TAS konzipiert und entwickelt. Beide Systeme werden regelmäßig weiterentwickelt, an aktuelle Gegebenheiten angepasst und betreut, sodass auch bei hohen Studierendenzahlen ein rechtzeitiger Start der Bachelorarbeiten entsprechend der Präferenzen der Studierenden erfolgreich gewährleistet wird.
Prof. Dr. Brigitte Werners | Themenübersicht

