RUBENS Nr. 155 - 1. November 2011
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Die fleißigen Ameisen der RUB

Neues Patenschaftsprojekt des AK Sekretariatsmanagement

Sie arbeiten oft unbemerkt, ihr Fleiß ist unersetzlich und unentbehrlich für das große Ganze, sie weisen ein beispielloses Sozialverhalten auf und es gibt viel mehr von ihnen als uns bewusst ist. Die Rede ist von Ameisen – und von Sekretärinnen. Die Ameise ist das Maskottchen des Arbeitskreises Sekretariatsmanagement an der RUB. Denn genau wie bei der Ameise, so wird auch bei den Sekretärinnen gemeinhin unterschätzt, was sie alles stemmen. Um neuen Ameisen an der RUB die Eingewöhnung in die Kolonie zu erleichtern, hat der Arbeitskreis ein Patenschaftprojekt ins Leben gerufen. Erfahrene RUB-Sekretärinnen stehen neuen Kolleginnen mit Rat und Tat zur Seite und geben ihnen Anschub für den Einstieg in den neuen Job.

Der AK Sekretariatsmanagement hat sich 2003 im Anschluss an eine Weiterbildung mit 15 Sekretärinnen gegründet. Die Frauen hatten das Bedürfnis sich zu vernetzen, sich auszutauschen und einander zu helfen. „Der Beruf der Sekretärin ist einsam“, stellte damals Christine Krämer, Gründungsmitglied und eine von drei AK-Vorsitzenden, fest. Das will der Arbeitskreis an der RUB ändern. Mittlerweile nehmen bis zu 250 Frauen an den monatlichen Treffen teil. Doch auch die letzten 150 der über 400 Sekretärinnen und die beiden männlichen Sekretäre der RUB wollen Christine Krämer und ihre Mit-Vorsitzenden Tiziana Gillmann und Monika Weise erreichen. Bestätigung für ihr ausgezeichnetes Engagement werden die fleißigen Helferinnen übrigens demnächst sehr öffentlichkeitswirksam erhalten (Auflösung im Laufe des Novembers).

Mit 27 nochmal Patenkind

Tiziana Gillmann erklärt, warum sie das Konzept von Patenschaften für ihr Projekt übernommen haben: „Wir wollen, dass die neuen RUB-Sekretärinnen sofort bei ihrem Einstand aufgefangen werden und erfahren, dass sie fragen dürfen und nicht alles schon wissen müssen. Ich weiß auch nicht alles und ich bin schon 20 Jahre hier.“ Bis jetzt betreuen 35 Patentanten Patenkinder, die – wenn möglich – an der gleichen Fakultät wie sie selbst angestellt sind. Doch es sollen noch weit mehr werden. Am liebsten würden Gillmann und Krämer die Teilnahme zumindest für die RUB-Neulinge verpflichtend machen, um sie zu ihrem Glück zu zwingen. Stefanie Hof, eines der Patenkinder, bestätigt die Notwendigkeit dieses Hilfsangebots: „Meine erste Patentante war das Handbuch Dekanate. Da waren mir Anja und Gabriele, die mir zur Begrüßung Blümchen brachten, dann doch lieber.“ Die 27-jährige Sekretärin an der Fakultät für Sozialwissenschaft hat das Glück, gleich von zwei engagierten Kolleginnen Unterstützung zu bekommen.

Anja Krysmanski und Gabriele Ackermann, beide an der Fakultät für Philologie, wissen noch aus eigener Erfahrung, wie schwer die Eingewöhnung an einem neuen Arbeitsplatz sein kann, wenn man, wie bei Sekretärinnen üblich, ganz auf sich allein gestellt ist. „Ich bin damals am Montag voller Power ins Büro gekommen und am Freitag hab ich gedacht, ich kündige“, erinnert sich Gabriele Ackermann und begründet so zugleich ihre Motivation sich zu engagieren. Bald nimmt sie sich gemeinsam mit Anja Krysmanski noch einem zweiten Patenkind an. Vorgesehen war, dass eine Patenschaft ein halbes Jahr läuft. Doch die Praxis zeigt, dass aus der Hilfe der Patentanten für das Patenkind schnell eine Kooperation wird, bei der die Tanten auch mal das Kind um Rat fragen. So entsteht das Kommunikationsnetz, das der Arbeitskreis spannen möchte.

„Das ist universitas“

Die Patenschaften nutzten auch den Professoren und der gesamten Uni. „Wenn die neuen Sekretärinnen sich nicht zurechtfinden oder verunsichert sind, schränkt sie das ein und so wird der gesamte Arbeitsprozess gestört. Das können die Patentanten verhindern. Und das ist doch universitas: Alles ist ein großer Kreislauf und der Mensch steht in seinem Mittelpunkt.“, so Tiziana Gillmann. Weil sie den Nutzen des Projekts erkannt haben, unterstützen auch Rektor und Kanzler das Engagement der Sekretärinnen und ermöglichen, dass die Arbeit für den AK innerhalb der Arbeitszeit geleistet werden darf.

Doch die Sekretärinnen wollen sich noch mehr Rechte erkämpfen. Denn auch das ist ein Anliegen des AK: die Rechte und das Ansehen der Sekretärinnen an der RUB zu verbessern. „Wieso werden wir zum Beispiel nicht bei Neuerungen im Arbeitsprozess mit einbezogen? Wir sind doch später diejenigen, die damit arbeiten müssen. Wir wissen am besten, was taugt und was nicht.“, weist Anja Krysmanski auf ein Möglichkeit hin, sich einzubringen. Und so steht es auch schon im Alten Testament im Buch der Sprüche geschrieben: „Geh zur Ameise, du Fauler, betrachte ihr Verhalten und werde weise!“

Info: Der AK Sekretariatsmanagement trifft sich regelmäßig; aktuelle Termine und weitere Infos

Tabea Steinhauer; Foto: M. Zomerfeld | Themenübersicht