RUBENS Nr. 154 - 1. Oktober 2011
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Nr. 8 bleibt standhaft

Die Studiobühne im Oktober

Der Geschworene Nr. 8 spielt im Kinoklassiker „Die 12 Geschworenen“ die entscheidende Rolle. Dass die Story auch als Theaterstück und ohne den aufrechten Henry Fonda funktioniert, möchte am Monatsende die Theatergruppe FE-Tisch zeigen. Zuvor gibt es u.a. ein Wiedersehen mit dem Frauen mordenden Blaubart und mit der peruanischen Wirtin „La Chunga“.

Das Theaterprogramm startet am 1.10. (19.30 h) mit „Kopalnia/Das Bergwerk“: Zur guten Tradition an der RUB gehört die enge Zusammenarbeit der Studentenwerke Bochum und Krakau. Daraus entspringen immer wieder kulturelle Highlights – diesmal die zweisprachige Aufführung (polnisch/deutsch) eines zeitgenössischen polnischen Theaterstückes. Autor Michal Walczak ist einer der bekanntesten Dramatiker Polens. Mit einer Mischung aus skurrilem Humor, gesellschaftsanalytischem Scharfsinn und feiner Poesie verarbeitet er die Orientierungslosigkeit seiner Generation. In „Kopalnia“ geht es um ein geschlossenes Bergwerk – ein Thema, das dem Ruhrgebiet nicht fremd ist. Diese fünfte deutsch-polnische Koproduktion wird geleitet von Niklas Füllner (Bochum) und Joana Osipowa (Krakau); Eintritt: 5/3 Euro.

Zwei Wochen später (15./16.10., je 19.30 h) kommt es zur Wiederaufnahme von „Blaubart – Hoffnung der Frauen“, der Winterproduktion 2010 des Studiobühnenensembles. Unter Leitung von Karin Freymeyer präsentieren Studierende aller Fachrichtungen Dea Lohers Version des Grimmschen Märchens vom Frauen mordenden Ritter Blaubart. Hier ist er ein Schuhverkäufer namens Heinrich, dem die Frauen reihenweise verfallen. Gegenüber 2010 gibt es ein paar Neuerungen. „Durch die Umbesetzungen mit Studierenden mit türkischem Migrationshintergrund in der männlichen und weiblichen Hauptrolle und einer Japanerin bekommt das Stück eine ganz andere Deutung“, erklärt Karin Freymeyer. Mit „Blaubart“ gastierte das Ensemble Ende September beim Theaterfestival in Minsk; Eintritt frei.

150 Jahre Italien

Einen Tag später (17.10., 17 h) verwandelt sich die Theater- in eine Musikbühne: Anlässlich des 150. Jahrestages der Einigung Italiens präsentieren das Romanische Seminar der RUB und das Italienische Kulturinstitut eine außergewöhnliche Gesangs- und Perkussion-Performance. Zu sehen und hören ist das Duo Blastula mit „La Settimana della Lingua“ mit Monica Demuru und Cristiano Calcagnile. Zur Darstellung von traditionellen und poetischen Lebensschilderungen und Erinnerungen beschränken sie sich auf Gesang und Perkussion – experimentell und mehrsprachig (Sardisch, Italienisch, Französisch). Das Duo hat bereits weite Teile Italiens, dazu Belgien und Deutschland bereist und überall große Anerkennung gefunden. Eintritt frei.

Am 22./23.10. (19.30 h) ist das Projekt „Spanisch durch Theater“ mit „La Chunga“ zu sehen, mehr dazu auf Seite 3.

Am letzten Oktoberwochenende (29./30.10, 19.30 h) sitzen „Die 12 Geschworenen“ auf der Bühne. Elf von ihnen sind sicher, dass der beschuldigte junge Mann seinen Vater erstochen hat. Nur der zwölfte Geschworene (gelistet als „Nr. 8“) ist es nicht. Die anderen elf wollen ihn überzeugen, damit endlich ein Urteil gefällt werden kann und man nicht länger im heißen, stickigen Zimmer sitzen muss. Doch Nr. 8 lässt sich nicht unter Druck setzen. Stattdessen gelingt es ihm, bei den anderen Geschworenen erste Zweifel zu säen… Eigentlich ein Fernsehspiel (1954), berühmt als Spielfilm mit Henry Fonda (1957) und rasch auch in Deutschland als Bühnenstück adaptiert (1958), sind „Die 12 Geschworenen“ hinlänglich bekannt. Die neue Theatergruppe FE-Tisch verlegt das Stück vom Geschworenenzimmer in eine Bar. So soll deutlich werden, dass für die Geschworenen die Urteilfindung eher banal ist und sie sich lieber mit Persönlichem beschäftigen; Eintritt 4/2 Euro.

Infos: http://www.rub.de/mz-theater

ad; Foto: Moretto | Themenübersicht