RUBENS Nr. 153 - 1. Juli 2011
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Vertrauen ist GUT!

Furioses Finale auf der TheaterbÜhne im MZ

Mit einem hochaktuellen, unter dem Eindruck der Finanzkrise 2009 geschriebenen Stück und einem modernen südamerikanischen Klassiker im Original geht das Semester auf der Theaterbühne im Musischen Zentrum furios zu Ende. Eine Lese-Performance sowie eine szenische Lesung runden das Juli-Programm ab.

Zu Beginn sei an die Premiere von „Astoria“ der Gruppe Delirium Tremens am 2./3. Juli (19.30 h) erinnert. In seinem Stück problematisiert Jura Soyfer den Vaterland-Begriff in Österreich nach 1918. Astoria ist ein fiktives Land, an das sich die Hoffnungen der Protagonisten (vergeblich) klammern.

Eine Woche drauf (9.-11.7., 19.30 h, Eintritt frei) feiert die aktuelle Studiobühnen-Produktion Premiere: In „Trust“ untersucht Falk Richter „die unsicher gewordenen Grundlagen und Mechanismen menschlicher Bindungen vor dem Hintergrund gegenwärtiger Krisen.“ Das Stück hat er zusammen mit der Choreographin und Tänzerin Anouk van Dijk nach der Finanzkrise 2009 entwickelt. Richter will den „Ist-Zustand der erschöpften Gesellschaft“ beschreiben. Er benutzt Monologe, Dialoge, Reden, Erzählungen oder persönlichen Notizen, die er den Darstellern als Vorlage bietet, persönliche Haltungen zu gesellschaftlichen Vorgängen zu finden. Fragen zu Vertrauen und Misstrauen, über zusammenbrechende Systeme, Ängste und Schwächen werden erörtert. Die Themen Resignation und Depression tauchen auch an der Uni auf. Durch die Doppelbelastung von verkürzten Studiengängen und Nebenjobs sind viele Studierende erschöpft. Im Spannungsfeld zwischen vorgegebenem Text und eigener Befindlichkeit sollen sie ihre persönliche Interpretation der Bühnensituation erarbeiten. Es spielen Studierende und Angehörige der RUB unter Leitung von Karin Freymeyer.

 

Verschwunden in Peru

 

Am nächsten Tag (12.7., 12 h) steht die „Lunchtime Lesung“ an: In einer Leseperformance präsentieren Studierende Möglichkeiten der Sprachgestaltung – mittags und darum unter dem Label „Lunchtime Lesung“, Eintritt frei.

Wiederum zwei Tage später (14./15.7., 19.30 h, Eintritt frei) gibt es die Premiere von „La Chunga“: Zum dritten Mal seit 2009 ist das Projekt „Spanisch durch Theater“ auf der MZ-Bühne zu bewundern. Zum einen geht es darum, ein Theaterstück auf Spanisch zu präsentieren; das Projekt ist ein Kurs des Romanischen Seminars, der offen ist für alle Studierenden, die ihr Spanisch anwenden möchten. Zum anderen wird großes Theater gezeigt: „La Chunga“ von Mario Vargas Llosa basiert auf einer wahren Begebenheit. In einer Bar in Peru verliert Josefino sein Hab und Gut. Um an Geld zu kommen, verkauft er seine Freundin Meche für eine Nacht an die Wirtin Chunga. Diese nimmt Meche mit auf ihr Zimmer. Danach bleibt Meche verschwunden und die Figuren des Stücks stellen sich vor, was mit ihr passiert sein könnte.

Beendet wird die Spielzeit am 25.7. um (ausnahmsweise) 18.30 h mit der szenischen Lesung „Religiöse Attraktion“. Sie bildet den Auftakt der religionswissenschaftlichen Tagung „Modes and Models of Religious Attraction“, die vom 25.-28.7. an der RUB stattfindet. Nadja Robiné und Marco Massafra vom Bochumer Schauspielhaus lesen und spielen Szenen, die von Anziehung und Abstoßung, von Welterklärungen und Jenseitsreisen, von Überschreitungen, Fremderfahrungen und Verwandlungen handeln. Geleitet wird das Projekt von Marion Steinicke, Regie führt Heinz Georg Held, von dem auch das Manuskript stammt; Eintritt frei, eine Voranmeldung ist jedoch nötig: silke.koester@rub.de.

Infos: http://www.rub.de/mz-theater

ad, Foto: Sung Yeon Cho | Themenübersicht