RUBENS Nr. 153 - 1. Juli 2011
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LeUTe, LEUTE!

Personalmeldungen

Neu ernannt

Seit April besetzt Prof. Dr. Birgit Sandkaulen den Lehrstuhl für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Klassischen Deutschen Philosophie. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören: System und Systemkritik; Subjektivitätsentwürfe der Moderne; Konzeptionen von Vernunft und Rationalität; Spinoza in der klassischen deutschen Philosophie sowie Theorien der Bildung. Birgit Sandkaulen studierte von 1979 bis 1985 Philosophie und Germanistik in Tübingen und Poitiers. In Tübingen wurde sie 1989 promoviert. Als Wissenschaftliche Angestellte blieb sie dort noch bis 1996 und wechselte dann an die Uni Heidelberg, wo sie sich 1999 habilitierte. Von 2000 bis zu ihrem Ruf nach Bochum war Sandkaulen Professorin für Philosophie mit Schwerpunkt auf dem Gebiet des deutschen Idealismus an der Uni Jena. An der RUB ist sie zugleich Leiterin des Forschungszentrums für Klassische Deutsche Philosophie, das als Weiterentwicklung des Hegel-Archivs angelegt ist.

 

Ebenfalls seit April besetzt Prof. Dr. Matthias Kiese den Lehrstuhl für Humangeographie (Stadt- und Regionalökonomie) am Geographischen Institut. Zu seinen aktuellen Forschungsschwerpunkten gehören Angewandte Wirtschaftsgeographie; Wissens- und innovationsbasierte Stadt- und Regionalentwicklung sowie Cluster- und Clusterpolitikforschung. Matthias Kiese studierte zwischen 1991 und 1997 Geographie mit den Nebenfächern Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Hannover – unterbrochen von einem einjährigen ERASMUS-Studium an der London School of Economics and Political Science. Im Rahmen seiner Dissertation forschte Kiese 1999/2000 an der National University of Singapore. 2002 schloss er seine Promotion in Hannover ab, 2008 habilitierte er sich dort. Nach einer Lehrstuhlvertretung in München (LMU) übernahm Kiese 2009 eine Professur für Strategisches Management und Clusterentwicklung an der Fachhochschule Nordwestschweiz, wo er bis zu seinem Ruf an die RUB blieb.

 

Seit Beginn des Sommersemesters besetzt Prof. Dr. Mirjam Schambeck sf den Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Zu den Schwerpunkten der Franziskanerin (darum auch das „sf“ hinter dem Namen) gehören u.a.: Interreligiöse Kompetenz als Dimension von Bildung; Biblisches Lernen – postmodern gewendet sowie Studien zur Erforschung der Religiosität Jugendlicher. Mirjam Schambeck studierte von 1988 bis 1993 Katholische Theologie und Germanistik in Regensburg. Dort wurde sie 1998 promoviert und habilitierte sich 2005. Zwischen 1994 und 2005 nahm sie zahlreiche weitere Funktionen wahr: So arbeitete sie als Religionslehrerin, leitete ein franziskanisches Jugendhauses, war Referentin in der Erwachsenenbildung und übte intensive Bildungs- und Exerzitien-Tätigkeit aus. Von 2006 bis zu ihrem Wechsel an die RUB war Schambeck Professorin für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts in Bamberg.

 

Ebenfalls seit Beginn des Sommersemesters 2011 besetzt Dr. Marco Thomas Bosshard die Juniorprofessor für iberoromanische Kulturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Lateinamerika am Romanischen Seminar. Zu seinen Schwerpunkten gehören u.a.: romanische Versepik von der Aufklärung bis zur Postmoderne; Buchindustrie, Buchmarkt, Buchmessen in Brasilien und Deutschland sowie Literatur von und über Sinti und Roma in den europäischen Literaturen. Marco Bosshard studierte zwischen 1996 und 2002 Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und Lateinamerikanistik an der FU Berlin, inkl. Studienaufenthalten in Paris und Lima. Danach war er Lehrbeauftragter am Lateinamerika-Institut der FU und später wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst in Kassel, danach in Freiburg. Dort wurde Bosshard im März letzten Jahres promoviert. Seit April 2007 ist er Programmleiter für iberoromanische Belletristik im Verlag Klaus Wagenbach.

 

Neu am Lehrstuhl für Technische Chemie ist Prof. Dr. Michael Wark. Seine wichtigsten aktuellen Forschungsgebiete sind Photokatalysatoren; farbstoff-sensibilisierte Solarzellen und protonenleitende Hybridmembranen. Michael Wark studierte von 1983 bis 1989 Chemie an der Uni Bremen, wo er 1993 promoviert wurde. Es folgte ein einjähriger Forschungsaufenthalt an der Ecole Nationale Superieur de Chimie de Mulhouse (Frankreich). Danach kam Mark erstmals mit Bochum in Berührung, als er 94/95 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg „Dynamische Prozesse an Festkörperoberflächen“ der RUB und der Uni Dortmund war. Er kehrte als Habilitationsstipendiat der DFG zurück ans Institut für Angewandte und Physikalische Chemie der Uni Bremen. Im Februar 2002 wechselte er ans Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie der Uni Hannover, wo sich zwei Jahre später habilitierte und bis zu seinem Ruf nach Bochum blieb.

 

Dr. Pernille Arenfeldt (Foto) besetzt seit Juni die Marie-Jahoda-Gastprofessur der RUB. Die Dänin forscht und lehrt auf dem Gebiet der Geschlechter- und Kulturgeschichte. Ihr Interesse gilt insbesondere der höfischen Kultur und dem Verhältnis von Gender und Politik im frühen Europa. Aktuell beschäftigt sie sich mit dem Geschlechterverhältnis in arabischen Ländern und der Herausgabe eines Sammelbandes zu arabischen Frauenbewegungen. Pernille Arenfeldt studierte in Dänemark, Deutschland, den USA und Italien. Seit 2007 ist sie Assistant Professor am Department for International Studies der American University of Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ihre Forschung und Lehre sind interdisziplinär ausgerichtet und bedienen sich soziologischer und anthropologischer Methoden. Arenfeldt bietet zusammen mit Prof. Dr. Regina Schulte das Oberseminar „Das Geschlecht der Dinge. Aspekte einer Geschichte der materiellen Kultur“ an.

 

 

Rufe, Ehre, Ämter

Prof. Dr. Raymund Wilhelm (Philologie) hat einen Ruf an die Uni Klagenfurt erhalten.

 

Als bloße „Spielmannsepen“ und „literarisch anspruchslos“ abgestempelt, sind mittelhochdeutsche Brautwerbungserzählungen im Abseits der Forschung gelandet. Die Bochumer Germanistin Dr. Rabea Kohnen holt sie da raus, ergänzt die erzähltheoretische um eine kulturwissenschaftliche Perspektive und macht in ihrer Dissertation eine erstaunliche Entdeckung: Die Texte trauten sich was und waren in ihrer Zeit etwas Besonderes. Die Erzähler reizten die Grenzen der mittelalterlichen Brautwerbung aus und bezogen deutliche, teils gegensätzliche Positionen zu den damaligen religiösen Konflikten. Für ihre herausragende, fachübergreifende Arbeit hat Kohnen im Mai den mit 4.000 Euro dotierten Preis der Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Universität erhalten. Ihre Arbeit „Die Braut des Königs. Überlegungen zu den mittelhochdeutschen Brautwerbungserzählungen“ wurde betreut vom Germanisten Prof. Bernd Bastert und vom Historiker Prof. Nikolas Jaspert.

 

Prof. Dr.-Ing. Michael Pohl (Institut für Werkstoffe und Vorsitzender des Senats) ist neues Ehrenmitglied im Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Der Werkstoffexperte wurde auf dem Ingenieurtag Ende Mai in Düsseldorf gewählt und erhielt von VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Bruno Braun Urkunde und Ehrennadel. Der vor über 150 Jahren gegründete VDI ist mit über 140.000 Mitgliedern der größte technisch-wissenschaftliche Fachverband in Europa. Der VDI begründet die Ehrenmitgliedschaft wie folgt (Auszug): „Michael Pohl gehört zu den führenden Experten der angewandten Werkstoffkunde und Schadensanalyse. Innerhalb des VDI hat Michael Pohl die Ausrichtung der Themenkreise Werkstofftechnik und Schadensanalyse nachhaltig geprägt und initiativ mitgestaltet. Über 30 von ihm initiierte und geplante VDI-Richtlinien, die in Deutschland die Schadensanalyse an Werkstoffen und Bauteilen für fast alle Materialklassen regeln, sind Ergebnis seines unermüdlichen Engagements.“

 

Prof. Dr. Roland A. Fischer (Anorganische Chemie II) wird ab 2012 Wissenschaftliches Mitglied des Bewilligungsausschusses für die Sonderforschungsbereiche (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Neben ihm gehört auch der RUB-Neurowissenschaftler Prof. Dr. Onur Güntürkün dem Gremium an. Der Bewilligungsausschuss entscheidet in jedem Haushaltsjahr über die Förderung der SFB. Von einer Uni dürfen dem Gremium maximal zwei Vertreter angehören.

 

Gleich drei Preise erhielten Materialforscher der RUB auf dem DGM-Tag 2011 in Dresden. Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde zeichnete Prof. Dr. Ingo Steinbach und Dr. Wei Guo vom Materialforschungszentrum ICAMS mit dem Werner-Köster-Preis aus. Der DGM-Nachwuchspreis ging an Dr. Robert Zarnetta für seine herausragende Dissertation; mit dem Georg-Sachs-Preis wurde Dr. Jan Frenzel geehrt - beide vom Institut für Werkstoffe.

 

Die Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft der RUB hat Anfang Juni die Ehrendoktorwürde an den Bildungshistoriker Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth verliehen. Er bekam sie für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und seine Verdienste um die Erziehungswissenschaft. Tenorth studierte Germanistik, Geschichte, Sozialkunde, Philosophie und Pädagogik an der RUB und an der Uni Würzburg. 1975 wurde er in Würzburg promoviert. Ab 1991 besetzte er an der Humboldt-Universität Berlin den Lehrstuhl für Historische Erziehungswissenschaft. Der RUB ist Prof. Tenorth durch seine Mitgliedschaft im Advisory Board des Professional School of Education verbunden.

 

RUB-Elf wird Deutscher Meister: Im Halbfinale 4:0 gegen die Uni Nürnberg-Erlangen und im Finale 2:0 gegen die Uni Tübingen – die Finalrunde um die Deutsche Fußball-Hochschulmeisterschaft lief optimal für die Ruhr-Uni: Mit dem Titel kehrte sie Mitte Juni aus Würzburg zurück. Für die Fußballer der RUB war das bereits die 6. Deutsche Meisterschaft; zwei der Titel hatte der jetzige Trainer Adam Frytz noch als Spieler gewonnen. Als Deutscher Meister qualifizieren sich die Bochumer automatisch für die Europameisterschaft 2012 in Cordoba. Mit folgendem Kader hat die RUB die Endrunde bestritten: Andrius Balaika, David Bygacz, Christoph Caspari, David Eggemann, Tim Gebauer, Sebastian Geppert, Sebastian Greitemann, Alex Hahn, Oliver Hippert, Manuel Lemke, Daniel Michael, Alexander Nour, Tobias Nowotny, Sven Preissing, Sebastian Sommer, Torsten Stondzik, Nico Zugic. Kapitän Sebastian Geppert steuerte in beiden Spielen je einen Treffer bei und erzielte somit während der Meisterschaft (Vorrunde, Zwischenrunde, Endrunde) sechs Tore in sechs Spielen.

 

Nachrufe

Das Rektorat und die Katholisch-Theologische Fakultät trauern um Prof. Dr. Peter Dschulnigg, der am 26. Mai im Alter von 67 Jahren gestorben ist. Peter Dschulnigg stammt aus Romanshorn (Schweiz). Er studierte Katholische Theologie in Luzern und Regensburg. 1984 wurde er in Luzern promoviert, wo er sich 1988 auch habilitierte. 1991 übernahm Dschulnigg den Lehrstuhl für Theologie und Exegese des Neuen Testamentes an der RUB und leitete ihn bis zum Eintritt in den Ruhestand 2008. In seiner stillen, konzentrierten und freundlichen Art war Peter Dschulnigg ein international geachteter Neutestamentler und ein hochgeschätzter Lehrer. Ihm war es gegeben, die Sorgfalt seiner Exegese, die Genauigkeit seines Urteils und die Nachhaltigkeit seiner Studien mit zugewandter Fairness, interessierter Anteilnahme und fachlicher Kompetenz zu verbinden. Zu den herausragenden Forschungen gehörten seine Studien zum Markus-Evangelium und zu den Gleichnissen Jesu. Prof. Dschulnigg hat zahlreiche Studierende in Bochum geprägt und für das Neue Testament begeistert. Er war ein engagierter Anwalt der Schwachen und Benachteiligten in Kirche und Gesellschaft.

 

Die Ruhr-Universität trauert um ihren Ehrenbürger Heinz Eikelbeck, der am 1. Juni im Alter von 85 Jahren gestorben ist. Mit ihm verliert die RUB einen Freund, der in der Aufbauphase der Uni – zunächst als Fraktionsvorsitzender der SPD, ab 1975 als Oberbürgermeister der Stadt Bochum – entscheidend dazu beigetragen hat, die Universität in die Stadt Bochum zu integrieren. Sein Handeln war dabei stets von starkem, persönlichem Engagement und tiefer Menschlichkeit geprägt. Heinz Eikelbeck ist es zu verdanken, dass sich die Mitglieder der Ruhr-Universität in Bochum heimisch fühlen können. Für seine Verdienste wurde Heinz Eikelbeck 1990 die höchste Auszeichnung der RUB verliehen, die Ehrenbürgerwürde.

ad, Foto: Marion Nelle | Themenübersicht