RUBENS Nr. 152 - 1. Juni 2011
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BÜro in Rio

Nachrichten vom Campus und aus aller Welt

Kontakt nach Rio
Flagge zeigt die Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) – der Zusammenschluss von RUB, TU Dortmund und Uni Duisburg-Essen – jetzt auch in Lateinamerika. Nach New York und Moskau eröffnete sie am 9. Mai ein gemeinsames Kontaktbüro in Rio de Janeiro: „ConRuhr Lateinamerika“. Es wird von Prof. Christoph de Oliveira Käppler (TU Dortmund) geleitet. „Wir starten zum richtigen Zeitpunkt. Gerade hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff verkündet, dass von den neuen 100.000 Stipendien für Auslandsaufenthalte brasilianischer Studierender gut 10 Prozent nach Deutschland gehen sollen. Die Entwicklungsdynamik des brasilianischen Wissenschaftssystems verspricht gute Chancen für die Zusammenarbeit, zumal deutsche Unis einen guten Ruf in Südamerika haben“.
Die brasilianische Hochschullandschaft ist Käppler gut vertraut, u.a. war er mehrere Jahre lang Gastprofessor in Belo Horizonte. Für die ständige Vertretung vor Ort konnte die UAMR mit Dr. Stephan Hollensteiner einen erfahrenen Experten gewinnen. Er hat in Rio beim DAAD gearbeitet und verfügt über ausgezeichnete Kontakte zu südamerikanischen Unis.
Zentrale Ziele des Büros sind, die Ruhrgebietsunis als exzellenten Forschungs- und Studienort in Südamerika zu positionieren, um länderübergreifende Hochschulkooperationen weiterzuentwickeln. Das Büro soll vor Ort die UAMR-Aktivitäten intensivieren und bündeln, so dass neue Netzwerke auf- und ausgebaut werden können. Dazu sollen der Studierendenaustausch in beide Richtungen intensiviert, exzellente Doktoranden gewonnen, wechselseitige Forschungsaufenthalte von Wissenschaftlern gefördert sowie Hochschulpartnerschaften, die u.a. gemeinsame Studiengänge und Weiterbildungsangebote beinhalten, entwickelt werden. Geplant ist, dass das UAMR-Büro auch in den Räumen des zukünftigen Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses in São Paulo präsent sein wird.

 

Molekulare Kernkompetenzen
Was haben die Unis Yale und Cambridge, die ETH Zürich und das Weizmann Institut in Israel gemeinsam? Zusammen mit neun weiteren hochkarätigen Forschungsinstitutionen sind sie wesentlicher Bestandteil des neuen internationalen RUB Studiengangs „Molecular Sciences and Simulation“ (iMOS), der zum WS 2011/12 startet. Das Masterprogramm richtet sich an Studierende aus aller Welt mit herausragendem Bachelorabschluss in einem naturwissenschaftlichen Fach (Chemie, Physik, aber auch Biologie und Mathematik) oder verwandten Ingenieurwissenschaften. Sie sollten daran interessiert sein, vertiefende Einblicke in chemische und physikalische Prozesse auf molekularer Ebene mittels moderner theoretischer und experimenteller physikalischer und chemischer Techniken zu bekommen. Im Zentrum des Programms steht das „Konzept Molekül“ als Kernkompetenz der Chemie mit seinen vielfältigen Verflechtungen in Richtung Physik, Materialwissenschaften und Biologie.
Das Programm sieht eine enge Verbindung von Lehrinhalten mit einer direkten Einbindung in aktuelle Forschungsprojekte vor. Das soll die Begeisterung für die Wissenschaft, das kritische Denken und die Eigenständigkeit fördern. Eine Besonderheit des Studiengangs ist die Verankerung von Forschungspraktika von zwei bis drei Monaten in einer Arbeitsgruppe an einer der renommierten Partnerinstitutionen im Ausland. Damit verbunden ist für Studierende die konsequente Heranführung an Themen der internationalen Spitzenforschung auf weltweitem Topniveau. Dazu gehört auch die Chance, frühzeitig eigene internationale Netzwerke auszubilden und dem Erlernen von interkultureller Kompetenz. Der Studiengang ist Teil der Internationalisierungsstrategie der RUB und wird im Rahmen des Master-2.0-Programms finanziell unterstützt. Infos & Bewerbung: http://www.rub.de/imos

 

Study Buddy
„Unterstütze Deine internationalen Kommilitonen dabei, sich in Bochum einzuleben und erweitere Deine Fremdsprachenkenntnisse!“ Unter diesem Credo startet all-semestrig bei boSKop das Patenschafts-Programm „Study Buddy“: Ein „Bochumer Buddy“ fungiert als Pate für einen internationalen Studierenden und gibt erste Orientierungshilfen im Uni-Dschungel. Gematcht werden die Zweierteams nach den Kriterien Interessen, Sprachkenntnisse, Geschlecht und Hobbys.
Der Buddy nimmt den Neu-Bochumer z.B. mit zu kulturellen Veranstaltungen und beide tauschen sich beim regelmäßigen Stammtisch mit anderen Study Buddys aus. Dort gibt es Feedbackgespräche, Austausch in der Gruppe und nicht zuletzt Spaß an gemeinsamen Unternehmungen. In diesem Semester warf man gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen der Versorgungsbetriebe des AKAFÖ, machte einen Tagesausflug inkl. Schiffsfahrt in die umliegende Region, besuchte den Botanischen Garten der RUB und besichtigte das Bochumer Opel Werk.
Im WS 2011/12 geht es in eine neue Runde. boSKop sucht dafür Studierende an Bochumer Hochschulen, die ihren internationalen Kommilitonen helfen möchten, sich auf dem Campus, im Studium und in Bochum zurechtzufinden! Im Gegenzug erhalten sie nicht nur einen Teilnahmeschein, sondern auch einen aktiven internationalen Austausch. Infos & Bewerbung: http://www.akafoe.de/kultur/studybuddy.html

 

Junge Kollegiaten gesucht!
Die NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste hat 2006 ein Junges Kolleg als Förderprogramm für herausragende junge Wissenschaftler/innen aller Fachrichtungen eingerichtet. Die Mitglieder werden – mit finanzieller Unterstützung durch die Stiftung Mercator – berufen, um sie durch die Aufnahme persönlich sichtbar auszuzeichnen, um sie in ihrer Forschung ideell und finanziell zu fördern und um ihnen eine interdisziplinäre Plattform für die kritische Bewertung von Problemen der Bildungs- und Forschungspolitik zu bieten.
Für 2012 ist die Aufnahme weiterer Mitglieder für zunächst drei Jahre vorgesehen. Kandidat/innen können bis zum 1.9.11 nominiert werden oder sich selbst bewerben. Die Kollegiaten bleiben an ihren Einrichtungen. Sie treffen sich aber regelmäßig zu gemeinsamen Veranstaltungen in der Akademie. Sie erhalten ein Forschungsstipendium (10.000 Euro pro Jahr) für persönliche Forschungszwecke und zur Deckung der Kosten von Reisen zu Veranstaltungen des Jungen Kollegs und der Akademie. Infos: http://www.awk.nrw.de.

 

RUB.2013
Wie schwierig wird es sein, 2013 an der RUB einen Studienplatz zu bekommen? Werde ich im Hörsaal stehen müssen? Werden die Wohnheime überfüllt sein? Muss ich in der Mensa endlos Schlange stehen? Keine Bange, die RUB sorgt dafür, dass Studierende des Doppelten Abiturjahrgangs genauso studieren können wie alle Jahrgänge zuvor. Damit das gelingt, beschäftigt sich die Projektgruppe RUB.2013 schon heute mit den Fragen von morgen. In Kooperation mit den Fakultäten bereitet die Gruppe die Uni auf den Doppelten Abiturjahrgang 2013/14 in NRW vor, um auch künftigen Studierenden gute Studienbedingungen bieten zu können. Die Gruppe plant umfangreiche Maßnahmen und veröffentlicht diese regelmäßig in RUBENS sowie stets aktuell auf der Seite www.rub.de/studium/doppelter-abiturjahrgang-2013/index.html. Zudem entsteht gerade ein Internet-Portal, das den künftigen Studierenden ermöglicht, sich aktiv zu beteiligen. Schritt für Schritt will die RUB sich gemeinsam mit ihnen auf 2013 vorbereiten, Fragen, Ideen und Anregungen sind höchst willkommen: info@rub2013.de.
Übrigens: Konkrete Pläne haben auch die Mediziner: Die Medizinischen Fakultäten der RUB und der Uni Duisburg-Essen (UDE) bieten 2011-2015 je 45 zusätzliche Studienplätze an. Rektor Prof. Ulrich Radtke (UDE) und Kanzler Gerhard Möller (RUB) unterzeichneten im Mai eine Vereinbarung mit NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. NRW will die Zahl der Medizinstudienplätze im Land um zehn Prozent jährlich steigern, d.h. in Bochum und Duisburg-Essen werden bis 2015 insgesamt 225 zusätzliche Ärzte ausgebildet. Die UDE übernimmt die vorklinische Ausbildung, Bochum die klinische.

 

Innovative Tagung
Das Geographische Institut der RUB, die Stadt Bochum und die InnovationCity Stadt Bottrop laden zu der Tagung „Wege in die energieeffiziente StadtLandschaft Ruhr – Wie machen es die Anderen?“ am 6. Juli ins Rathaus Bochum ein. Die Teilnehmer erwarten: Best-Practice-Beispiele aus dem gesamten Bundesgebiet und ihre Übertragbarkeit auf das Ruhrgebiet; kreative Ideen jenseits der im Wettbewerb InnovationCity Ruhr bekannt gewordenen Pläne, Konzepte und Strategien; eine Abendveranstaltung mit Bodo Hombach, der über Lebensqualität und Energie sprechen wird, und mit Prof. Thomas Sieverts, der Antworten aus Sicht der Planung auf die Transformation der StadtLandschaft Ruhr geben möchte. Die Teilnahme an der Fachtagung und an der Abendveranstaltung ist kostenfrei. Programm, Anmeldung, weitere Infos unter http://www.geographie.rub.de.

 

Lore-Agnes-Preis
Im Jahr 2011 vergibt die Ruhr-Universität zum achten Mal den Lore-Agnes-Preis für herausragende Projekte und Initiativen zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Ziel des Preises ist es, Projekte der Gleichstellung/Frauenförderung sichtbar zu machen, auszuzeichnen und durch das Preisgeld (15.000 Euro) zu stärken. Bewerben können sich Projekte zur Entwicklung und zum Ausbau der Frauen- und Geschlechterforschung an der RUB oder Projekte und Initiativen zur Gleichstellungs-/Frauenförderung an der RUB. Vorschläge unterbreiten können einzelne Mitglieder, Gruppen oder Organisationseinheiten der RUB. Bewerbungsschluss ist der 4. Juli 2011, Infos: www.rub.de/lore-agnes. Die Preisverleihung erfolgt in der akademischen Jahresfeier 2011.

 

Top-Medien
Das neue Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung ist im Mai im ZEIT Studienführer erschienen. Jedes Jahr wird ein Drittel der Fächer in verschiedenen studienrelevanten Kategorien neu bewertet („Spitzengruppe“, „Mittelfeld“, „Schlussgruppe“): diesmal u.a. Rechts-, Wirtschafts-, Sozial und Medienwissenschaft. 300 Unis wurden untersucht. Neben Fakten zu Studium, Ausstattung und Forschung umfasst das Ranking Urteile von mehr als 250.000 Studierenden. Für die Ruhr-Uni erfreulich sind die Ergebnisse für Medienwissenschaft. Sie liegt in drei Kategorien in der Spitzengruppe (und ist zusammen mit Weimar die Nr. 1): „Studiensituation insgesamt“, „Studierbarkeit“ und „Medien-Labore“; im Mittelfeld liegt das Fach bei „Internationale Ausrichtung“. Auch die Politikwissenschaft kann eine Platzierung in der Spitzengruppe vorweisen („Forschungsgelder“). Bei allen anderen Kategorien liegt sie im Mittelfeld. Auch für die anderen RUB-Fächer (Wirtschaftswissenschaften, Jura, Soziologie/Sozialwissenschaft) gab es vorrangig Platzierungen im Mittelfeld. Infos: www.zeit.de/studienfuehrer

ad, Foto: Nelle | Themenübersicht