RUBENS Nr. 151 - 1. Mai 2011
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Gemeinsam gegen den Krebs

RUCCC: Onkologisches Zentrum der RUB-Kliniken

Statistisch gesehen erkrankt jeder dritte Europäer in seinem Leben an Krebs. Abhängig von der Art des Tumors und dem individuellen Krankheitsbild sind die Heilungschancen dank optimierter Patientenversorgung heute weitaus besser als noch vor einigen Jahren. Die fachübergreifende Zusammenarbeit spezialisierter Tumorzentren spielt für den Behandlungserfolg eine entscheidende Rolle. Die Kliniken der RUB haben sich daher zu einem Onkologischen Zentrum zusammengeschlossen: RUCCC (Ruhr-Universität Comprehensive Cancer Center).

„Das RUCCC ist eines der modernsten Krebs-Zentren Deutschlands und garantiert den Bewohnern der Region eine erstklassige und menschlich zugewandte Versorgung“, so Prof. Andrea Tannapfel, Leiterin des RUCCC. Weiter sagt sie: „Neu ist, dass jeder Patient in einer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen wird.“ Unter Umständen werde auch der Hausarzt einbezogen.
Das RUCCC bündelt die Kompetenz der bestehenden Organkrebszentren der RUB. Beteiligt sind das Hauttumorzentrum mit fast 900 Fällen von Hautkrebs allein im ersten Jahr nach seiner Zertifizierung, das Darmzentrum mit über 1.000 bisher behandelten Darmkrebspatienten, das Prostatazentrum mit 700 Prostatakrebspatienten jährlich und das Pankreaskarzinomzentrum mit 450 behandelten Patienten im Jahr. Die Zentren gehören damit jedes für sich bereits zu den größten und erfolgreichsten in Deutschland. Mit ihrer Bündelung wird das anstehende Konzept des Nationalen Krebsplans konsequent umgesetzt. Das Zertifizierungsaudit durch die Zertifizierungsstelle der Deutschen Krebsgesellschaft (OnkoZert) wurde im November 2010 erfolgreich abgeschlossen.

Ganzheitliche Betreuung

Ziel des neuen Zentrums ist es, Patienten in allen Phasen der Erkrankung umfassend und ganzheitlich zu betreuen. Eine enge Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen, Berufsgruppen und Sektoren des Gesundheitswesens wie Klinikern und niedergelassenen Ärzten sowie Behandlungskonzepte, die auf international akzeptierten Leitlinien beruhen, bilden die Grundlage moderner Tumortherapien. An oberster Stelle stehen Transparenz und Sicherheit im Sinne einer medizinisch und pflegerisch bestmöglichen Versorgung. Dazu gehören auch eine umfassende psychologische, humangenetische und soziale Betreuung.
Forschungsprojekte an der Schnittstelle zwischen vorklinischer Forschung und klinischer Entwicklung sichern die jeweils modernste verfügbare Therapie für alle Patienten. Im Rahmen eines von der Landesregierung mit fast 7 Mio. Euro geförderten Forschungsprojektes wird derzeit ein standortübergreifendes Zentrum für onkologisch-klinische Studien (ZOKS) gegründet. Dort wird zum einen die klinische Forschung der RUCCC-Standorte auf neuestem Stand unterstützt, zum anderen wird gemeinsam mit dem RUB-Institut für Pathologie eine zentrale Probenbank aufgebaut. Diese Struktur bietet ideale Voraussetzungen, gemeinsam mit den wissenschaftlichen Instituten der RUB Ergebnisse der Grundlagenforschung rasch für eine verbesserte personalisierte Krebsmedizin nutzbar zu machen.
Die behandelnden Ärzte nehmen an Tumorkonferenzen, nationalen und internationalen Kongressen teil, um immer auf dem neuesten Stand zu sein und jedem Patienten die bestmögliche und modernste Therapie zu garantieren. Hinzu kommt die enge Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten der Region. Sie gewährleistet den Patienten die optimale Versorgung in allen Phasen der Erkrankung von der Früherkennung bis zur Nachsorge.
Auch die Medizin-Studierenden der RUB profitieren von RUCCC. „Durch die innovative Forschung ist es ihnen möglich, sehr anspruchsvolle Doktorarbeiten zu verwirklichen“, erklärte Prof. Waldemar Uhl in den Ruhr Nachrichten. Er ist Experte für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Direktor der Klinik für Chirurgie am St. Josef-Hospital. Dadurch, dass die am Zentrum beteiligten Professoren auch unterrichteten, werde auch die Lehre zeitgemäßer, so Prof. Uhl weiter.

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