PrÄmierter Konstruktionshelfer
Online-Plattform der Maschinenbauer siegt bei „5x5000 up-to-date“
Wer Maschinenbau studiert, hat automatisch mit Konstruktionszeichnungen und den dazugehörigen Berechnungen zu tun. Regelmäßig müssen die Studierenden sogar selbstständig komplette Projekte bearbeiten. Unterstützt werden sie dabei seit kurzen von der „Online-Plattform zur Selbstkontrolle bei Durchführung eines Konstruktionsprojekts“. Sie wurde am Lehrstuhl für Maschinenelemente und Fördertechnik entwickelt und hat gerade einen Preis beim eLearning-Wettbewerb „5x5000“ gewonnen.
Wie konstruiere ich ein Produkt und erstelle die fertigungsgerechte Zeichnung dazu? Nicht zu vergessen die Dimensionierung (Berechnung) von Bauteilen. Das sind Kernkompetenzen von Maschinenbauingenieuren, die vorwiegend in den Konstruktionstechnik-Vorlesungen vermittelt werden. Die Anwendung der Lehrinhalte folgt prompt: In Projekten sollen die Studierenden ein vorgegebenes Konstruktionsziel von der ersten Idee bis zur letzten Umsetzung in einer technischen Zeichnung erarbeiten. Die Aufgabenstellung wird durch die Wahl individueller Konstruktionsparameter (Abänderung physikalischer Einflussgrößen wie Kräfte und Momente, geometrische Abmessungen etc.) so variiert, dass jeder Student eine individuelle Problemstellung bearbeiten kann.
Genaue Fehlersuche
Das heißt: Es gibt so viele verschiedene Lösungen wie teilnehmende Studierende. Die Lösungen weisen unterschiedliche Qualitäten auf und erfordern einen hohen Betreuungsaufwand. Das heiß auch: Die Studierenden haben viele Nachfragen, u.a. ob sie richtig gerechnet haben bzw. an welcher Stelle ein Fehler vorliegen könnte. Diese Probleme wurden früher meist in Sprechstunden erörtert, die jedoch eigentlich zur Klärung von Verständnisfragen genutzt werden sollten. Deshalb suchten wir am Lehrstuhl für Maschinenelemente und Fördertechnik (LMF) einen besseren Weg. Heraus kam eine Online-Plattform. auf der die Studierenden laufend selbstständig ihre Ergebnisse beurteilen (lassen) können. Sie müssen sich nur einloggen und ihre persönlichen Konstruktionsparameter angeben. Haben die Studenten ein falsches Ergebnis berechnet, können sie aus der Ausgabe schließen, in welchem Bearbeitungsschritt der Fehler liegt. Weiterhin unterstützt der Lehrstuhl die Studenten beim Erarbeiten der Lösung, indem er ihnen eine umfangreiche Bibliothek mit Hinweisen anbietet, die abhängig vom jeweiligen Bearbeitungsschritt z.B. aus vorlesungsbegleitenden Unterlagen zur Auslegung der Maschinenelemente, 3D-CAD Modellen, Bildern und technischen Zeichnungen bestehen kann.
Die Plattform wurde erstmals im Sommersemester 2010 bei einer Konstruktionsübung eingesetzt. Im Februar 2011 reichten wir, nach Beratung durch das eTeam Maschinenbau, das Konzept beim eLearning-Wettbewerb „5x5000“ ein – und konnten einen der Preise gewinnen. Von den 5.000 Euro wird nun eine studentische Hilfskraft finanziert, die sich um das Projekt kümmert.
Nachhaltigkeit
Bei anhaltendem Erfolg kann das System auch auf andere LMF-Vorlesungen adaptiert werden, um so vielfältige Übungsmöglichkeiten bei verhältnismäßig geringem Aufwand für die Betreuer und gleichzeitig maximalen Nutzen für die Studierenden bieten zu können. Der Gewinn bei „5x5000 up-to-date“ zeigt uns, dass wir uns auf einem guten Weg befinden und die Lehre unseres Lehrstuhls um einen nachhaltigen Aspekt erweitern können. Wir wünschen uns, dass das Fortschreiten des Projekts auch weiterhin so gut verläuft und wir durch zukünftige, stärkere Zusammenarbeit mit den betroffenen Studierenden noch mehr auf ihre Wünsche eingehen können.
5x5000…
- ist der eLearning Wettbewerb für Lehrende und Studierende;
- fördert jedes Semester 5 innovative eLearning-Projekte mit je 5.000 Euro;
- wird von Studierenden betreut und die Projekte von einer studentischen Jury bewertet;
- stand im WS 10/11 unter dem Motto „up to date“;
- wird Mitte des Sommersemesters 2011 in die 8. Runde gehen.
Alle Infos zu 5x5000 und den Gewinnern unter http://www.rubel.rub.de/5x5000.
Dipl.-Ing. Stefan Aldejohann; Foto: iStock | Themenübersicht

