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PersonalMeldungen vom Campus
Neu ernannt
Prof. Dr. Britta Rehder ist seit dem 1. April Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politisches System Deutschlands. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Arbeitsbeziehungen, der Verbändeforschung sowie im Zusammenspiel von Politik und Recht. Britta Rehder hat an der Universität Hamburg Politikwissenschaft und Pädagogik (Diplom) studiert. 2002 wurde sie an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Dissertation über den Beitrag betrieblicher Bündnisse für Arbeit zum Wandel der industriellen Beziehungen in Deutschland promoviert. Von 2002 bis 2011 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Im Jahre 2006 war sie als Visiting Fellow an der Northwestern University in Evanston/Illinois. Ihre Habilitationsschrift über die Rolle des Bundesarbeitsgerichts bei der Entwicklung des deutschen Tarifrechts reichte Britta Rehder 2010 an der Universität Münster ein. Das Verfahren wird im Laufe des Sommersemesters 2011 abgeschlossen.
Prof. Dr. Jörg-Peter Schräpler hat seit dem 1. April den Lehrstuhl „Sozialwissenschaftliche Datenanalyse“ inne. Als aktuelle Schwerpunkte nennt er u.a. die „Entwicklung eines Standortindex für Schulen in NRW auf Basis der Dichte von georeferenzierten Adressdaten von SGB II-Empfängern (in Kooperation mit dem NRW-Ministerium für Schule und Weiterbildung“) und die „Vorausberechnung der Bildungsteilnehmer im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich I und II sowie den beruflichen Schulen auf Bundesländerebene bis 2025 für den Nationalen Bildungsbericht (in Kooperation mit IT.NRW)“. Jörg-Peter Schräpler erwarb 1984 zunächst einen Diplom-Ingenieur an der (damaligen) Gesamthochschule Essen und arbeitete anschließend als Ingenieur in Essen und Düsseldorf. Dann studierte er an der RUB Sozialwissenschaft und erwarb hier das Diplom (1995) und den Doktortitel (1999). Bis 2004 war Schräpler Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Sozialwissenschaften der RUB und wechselte dann als Referent ans IT.NRW (Information und Technik NRW, vormals Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik), wo er bis März 2011 blieb. Parallel war er Permanent Visiting Fellow am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Privatdozent an der RUB. 2005 erhielt Schräpler an der RUB die venia legendi in „Methoden der empirischen Sozialforschung“ und „Statistik“. Seit Januar 2011 ist zudem Forschungsprofessor am DIW.
Prof. Dr. Eva Gerharz ist seit April 2011 als Juniorprofessorin für Soziologie Entwicklung und Internationalisierung an der Fakultät für Sozialwissenschaft tätig; diese Juniorprofessur hatte sie zuletzt bereits vertreten. Die Soziologin hat in Bielefeld, Würzburg und Leiden studiert und wurde 2007 in Bielefeld promoviert. Anschließend arbeitete sie als Associate Scientist am International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) in Kathmandu. Sie kehrte Ende 2007 als wissenschaftliche Mitarbeiterin nach Bielefeld zurück zur AG Sozialanthropologie am Forschungsschwerpunkt Transnationalisierung und Entwicklung. Das dort angesiedelte DFG-geförderte Forschungsprojekt „Mikrodynamiken politischer Kommunikation in der Weltgesellschaft. Das soziale Leben des Demokratiekonzeptes in zwei islamischen Staaten” (2011-2014) leitet sie gemeinsam mit Prof. Dr. Joanna Pfaff Czarnecka und Dr. Christian Meyer. Zu Eva Gerharz’ Schwerpunkten zählen Entwicklung und Wiederaufbau in Konflikten, transnationale und lokale Dynamiken, Identitäts- und Zugehörigkeitspolitiken, Ethnizität und indigener Aktivismus in Südasien, insbesondere Sri Lanka und Bangladesch.
Als erster neu berufener Professor im Protein Research Unit Ruhr within Europe (PURE) wird Prof. Dr. Axel Mosig spektrale Biomarker zur Früherkennung von Krebs erforschen. Er wurde in der Fakultät für Biologie und Biotechnologie zum Professor für Bioinformatik ernannt und wird am Lehrstuhl für Biophysik (Prof. Dr. Klaus Gerwert) arbeiten. An der Fakultät wird er das Gebiet der Bioinformatik etablieren. Ein Schwerpunkt der neuen Bioinformatik-Arbeitsgruppe wird die Bildanalyse Infrarot- und Raman-mikroskopisch aufgenommener Vibrationsspektren von erkranktem Gewebe und lebenden Zellen sein. Damit wird die markerfreie Zuordnung in Gewebe und Zellen möglich und die Bildanalyse kann anhand spektraler Biomarker automatisch mit hoher Detailgenauigkeit durchgeführt werden. Diese Arbeiten werden im Rahmen von PURE gefördert. Das Ziel in PURE ist, zusammen mit klinischen Onkologen, Krebs, aber auch neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson in einem frühen Stadium zu erkennen, besser zu differenzieren und somit eine personalisierte Behandlung zu ermöglichen. Auch die Wirksamkeit von Therapien kann damit individuell charakterisiert werden. Axel Mosig studierte Informatik an der Uni Bonn (Diplom 2001). 2004 wurde er dort promoviert. Danach wechselte er als Post-Doc nach Leipzig, von wo aus er 2005 als Gründungsmitglied des CAS-MPG-Partnerinstituts nach Shanghai ging. Dort beschäftigte er sich mit der Analyse biologischer Bilddaten sowie nicht-kodierender RNAs.
Rufe, Ehre, Ämter
Prof. Dr. Thomas Stöllner (Geschichtswissenschaft) hat einen Ruf auf eine „Professur für Urgeschichte des Menschen“ an der Uni Wien erhalten.
Prof. Dr. Helga Bumke (Geschichtswissenschaft) hat einen Ruf auf eine „Professur für Klassische Archäologie“ an der Uni Halle-Wittenberg erhalten.
Prof. Dr. Werner Brilon (Emeritus der Fakultät für Bauingenieur- und Umweltwissenschaften) hat Mitte März in Stuttgart den Heureka-Lifetime-Award von der Heureka-Stiftung verliehen bekommen. Die Stiftung würdigt damit sein Lebenswerk zur Verbesserung der Mobilität, seine fachlichen Beiträge zur Methodik und Einführung von Entscheidungs- und Optimierungsverfahren in der Forschung und Praxis des Verkehrswesens sowie seine Beiträge zur internationalen Vernetzung dieses Fachgebiets.
Ein Team von Bochumer Trainingswissenschaftlern zählt zu den insgesamt 15 Gewinnern beim Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Was macht gesund?“. Christian Klein, Jascha Telaar und Prof. Dr. Alexander Ferrauti erhalten 10.000 Euro für die Umsetzung ihres Projektes „Power-Pause“ im Wissenschaftsjahr 2011 – Forschung für unsere Gesundheit. Die Power-Pause hilft Büroarbeitern, frisch in die zweite Tageshälfte zu starten und Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf- und Wirbelsäulenerkrankungen zu vermeiden. Das Pilotprojekt startet in der Bochumer Agentur für Arbeit.
Für seine Verdienste um den wissenschaftlichen, persönlichen und gesellschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und seinem Geburtsland Türkei wurde Prof. Dr. Onur Güntürkün (Biopsychologie) am 7. April mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreichte die Auszeichnung in Düsseldorf. „Onur Güntürkün bewegt sich souverän zwischen zwei Kulturen, die ihn geprägt haben. Mit seinem Vorbild vermittelt er Deutschen und Türken, insbesondere jungen Menschen mit Migrationshintergrund, den Wert von Lernen und Bildung“, sagte sie in ihrer Laudatio.
Die RUB-Chemikerin Prof. Dr. Martina Havenith-Newen ist im April in den österreichischen Wissenschaftsrat berufen worden. „Mit Martina Havenith-Newen bekommt der Wissenschaftsrat eine international angesehene Wissenschaftlerin mit umfassender Erfahrung und Expertise“, betonte die österreichische Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl. Der Rat besteht aus zwölf Mitgliedern, die von der österreichischen Bundesregierung bestellt werden. Er berät die Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung, die gesetzgebenden Körperschaften und die Universitäten in Fragen der Wissenschaftspolitik. Die Amtszeit der Wissenschaftsräte beträgt sechs Jahre; eine Verlängerung ist möglich. Martina Havenith-Newen ist weiterhin u.a. Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und Mitglied des Vorstands der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
Als einziger Wissenschaftler aus Europa wurde der RUB-Petrologe Prof. Dr. Sumit Chakraborty in diesem Jahr zum Distinguished Lecturer der Mineralogical Society of America (MSA) ernannt. Die MSA ist die weltweit größte mineralogische Gesellschaft mit rund 3.000 Mitgliedern aus 54 Ländern. Zwei Forscher aus den USA und Prof. Chakraborty sind als kürzlich ausgezeichnete Distinguished Lecturer im Dienste der Wissenschaft unterwegs. Sie halten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen allgemein verständliche Vorträge über die aktuellsten Entwicklungen in der Mineralogie. „Ziel ist, die Studierenden für das Fach zu begeistern, indem wir über so genannte Cutting Edge-Entwicklungen berichten, die über Lehrbücher hinausgehen und die Studierende normalerweise nicht mitbekommen“, so Chakraborty. „Hierdurch können die Studierenden quasi live miterleben, wie Lehrbücher umgeschrieben werden.“ Im Laufe des Jahres hält der Bochumer Forscher insgesamt neun bis zwölf Vorträge weltweit, verteilt auf mehrere Reiseblöcke. Die MSA übernimmt die Reisekosten.
Nachruf
Rektorat und Fakultät für Physik und Astronomie trauern um Prof. Dr. Klaus Goeke, der am 11. Februar nach schwerer Krankheit gestorben ist. Klaus Goeke kam im Dezember 1988 an die RUB. Mit großer Weitsicht und Leidenschaft für die Wissenschaft leitete er 21 Jahre lang (bis zu seiner Emeritierung 2009) den Lehrstuhl für Theoretische Hadronen- und Teilchenphysik, dessen erfolgreiche Entwicklung er entscheidend geprägt hat. Klaus Goeke war ein international hoch anerkannter und geschätzter Forscher und ein äußerst engagierter und erfolgreicher Lehrer. Er hat mit seinem Wirken die Physik in Bochum in Forschung und Lehre bleibend geprägt und war ihr bis zuletzt mit reger Anteilnahme verbunden.
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