Kultursommer
EDitorial: Aussichten auf das Programm von MZ & Co.
Klemens Gindl aus Wien ist ein Jahr lang als Erasmus-Student zu Gast an der Ruhr-Uni, er besucht hier Vorlesungen und Seminare im Fachbereich Medienwissenschaft. Seine ganz große Leidenschaft gilt dem Theater. Keine Überraschung also, dass er im letzten Herbst, schon wenige Wochen nach seinem Studienbeginn in Bochum, im Musischen Zentrum gelandet ist. Er übernahm die Regieassistenz der Wintersemester-Produktion des Studiobühnen-Ensembles („Krankheit der Jugend“ von Ferdinand Brückner). Jetzt im Sommersemester schlüpft er sogar in die Rolle des Regisseurs. Zusammen mit einem Teil der Schauspieler des Brückner-Stückes hat er die Theatertruppe „Delirium Tremens“ gegründet und bringt das selten gespielte Drama „Astoria“ des Wiener Autoren Jura Soyfer auf die MZ-Bühne. Das geschieht zwar erst Anfang Juli, doch schon knapp drei Monate zuvor, bei der Pressepräsentation des Studiobühnen-Programms für das Sommersemester, hatte Klemens sein Werbeplakat fertig. Er verkaufte auch fleißig Staatsanleihen zu fünf Euro für den fiktiven Staat Astoria, der im Zentrum des in den 30er-Jahren entstandenen Stückes steht: Bis auf eine konnte er alle Anleihen loswerden. Ein toller Marketinggag! Unmittelbar nach den Aufführungen von „Astoria“ im Juli wird Klemens Gindl zurück nach Österreich gehen und sein Studium fortsetzen. Dort wird er gewiss von den hervorragenden Angeboten an der RUB schwärmen. Er wird aber auch eine kleine Lücke hinterlassen.
Zum Glück gibt es jedoch noch mehr Studierende, die an der RUB Theater machen. Beispielsweise Dominik Hertrich, der mit dem Theater Phalanx gerade sein drittes Stück („James Bond – Der blutige Fart Gottes“) im MZ zeigt. Bei der Wiederaufnahme am 1. Mai wollte er, einer Tradition folgend, zugleich ein paar versteckte Hinweise auf das nächste Stück geben. Das Thema des Stückes, gewiss wieder eine Persiflage, hat das Ensemble zuvor in basisdemokratischer Diskussion ausgesucht. Wie üblich wird es auch vom vierten Phalanx-Stück eine DVD geben sowie ein paar andere Merchandising-Artikel. Denn trotz einer finanziellen Unterstützung durch die Gesellschaft der Freunde der RUB und dem Erlös durch den Kartenverkauf schwimmen die studentischen Theatergruppen natürlich nicht im Geld. Da dürfen pfiffige Ideen mit Staatsanleihen oder DVDs ruhig auch mal Gold wert sein.
Man darf jedenfalls gespannt sein auf die Theater- und Tanz-Stücke dieses Semesters. Sei es auf die der freien Gruppen. Sei es auf Produktionen, die direkt aus Universitätsseminaren heraus entstehen. Oder von der Studiobühne selbst, die von Karin Freymeyer geleitet wird, die für das kreative und liberale Klima im MZ-Theaterbereich sorgt, das viele Studierende anlockt; einen Blick aufs Mai-Programm der Studiobühne geben wir auf Seite 7.
Für ein liberales, kreatives Umfeld sorgen auch die anderen Bereichsleiter des Musischen Zentrums: Musik, Fotografie, Bildende Kunst. Resultate ihrer Arbeit mit Studierenden und Beschäftigten sind ebenfalls aktuell zu sehen. So noch bis zum 20. Mai die beeindruckende Fotoausstellung im MZ-Foyer mit Aufnahmen vom Alltag in Afghanistan und Burma. Die nächste Ausstellung wird ebenso folgen wie die nächste Schau mit Werken aus dem Bereich Bildende Kunst. Musik gibt es mindestens einmal pro Woche. Wenn Uni-Chor, Uni-Orchester, Collegium instrumentale oder Collegium vocale mal gerade nicht auftreten, bleibt immer noch die Lunchtime Orgel an jedem Montag um viertel nach eins: Wer noch mehr Kultur haben möchte, kann gegenüber vom Audimax in die Kunstsammlungen gehen: Münzen, antike Teller/Vasen/Skulpturen, moderne Kunst gibt es hier immer zu sehen, dazu noch bis Mitte Juli (und frisch verlängert) die 100 Gesichter von Mischa Kuball. Noch mehr zeitgenössische Kunst zu sehen bekommt, wer sich in den gerade im Ausbau befindlichen Schlosspark Weitmar begibt. Hier locken die Dauerausstellung in Situation Kunst I und II sowie eine brandneue Ausstellung im Kubus.
Einen Überblick der gesamten „RUB-Kultur“ (zu der auch das Akafö-Kulturbüro boSKop jede Menge beiträgt) geben wir mit der gleichnamigen Broschüre, die in jedem Semester erscheint. Von der Ausgabe fürs Sommersemester 2011 gibt es noch ein paar Exemplare. Wer eine haben mag, schreibt einfach eine Mail: arne.dessaul@presse.rub.de.
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