Wenn der Prof. an die TÜr klopft
Studentische eTeams unterstÜtzen seit einem Jahr Lehrende
Seit zwei Semestern beraten Studierende Lehrende beim Einsatz von digitalen Medien in der Lehrve. Die sog. eTeams bieten schnelle, individuelle Hilfe und setzen die Idee der „Universitas“ (Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden) in die Tat um. Ab dem Sommersemester 2011 hat auch die Fakultät für Sozialwissenschaft ein eTeam. Es ist das fünfte mit nun zehn studentischen Mitarbeiter/innen.
Wenn es bei Mira Nguyen vom eTeam Maschinenbau während der Sprechstunde klopft, stehen keine Studierenden vor der Tür, sondern Lehrende: wissenschaftliche Mitarbeiter, Doktoren und Professoren, die Unterstützung beim Einsatz von eLearning-Elementen benötigen. „Schön zu wissen, dass Lehrende Hilfe suchen und annehmen. So löst sich die typische Rollenverteilung auf“, erklärt sie.
Entstanden ist das eTeam-Projekt durch den Erfolg des Moduls eTutoring, bei dem Studierende Lehrende verschiedener Fachbereiche bei der Gestaltung ihrer „Blended Learning“-Vorhaben unterstützten. Holger Hansen, Leiter der Stabsstelle eLearning, hatte die Idee, die Kooperation zwischen Studierenden und Lehrenden auszubauen und zu stärken; schmunzelnd erklärt er: „Ich stelle mir immer vor, wenn vormittags der Professor an die Tür der Studierenden des eTeams klopft, um Hilfe zu bekommen und am Nachmittag die gleichen Studierenden vor seiner Tür stehen, um Fragen zur Bachelorarbeit zu stellen. Das ist sicherlich eine Besonderheit der RUB.“
Immer eine Antwort
Projektleiterin Annika Hasselbeck ist eine treibende Kraft: „Ob der Einsatz von eTeams so erfolgreich sein würde wie das Modul eTutoring, konnten wir nicht abschätzen, aber wir wollten es ausprobieren.“ Das Projekt startete zum Sommersemester 2010 in drei Fakultäten: Philologie, Maschinenbau, Geowissenschaften. Dort stehen seitdem je zwei didaktisch und technisch qualifizierte Studierende als Ansprechpartner/innen für den eLearning-Einsatz zur Verfügung und beantworten Fragen zu Blackboard, Moodle und anderen webbasierten Tools sowie eLearning-Wettbewerben. Seit dem Wintersemester 10/11 ist zusätzlich ein eTeam an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft tätig, ab Sommersemester 2011 ein weiteres an der Fakultät für Sozialwissenschaft. Annika Hasselbeck erkennt nach zwei Semestern: „Die positiven Rückmeldungen aus den Fakultäten machen deutlich, dass die Arbeit der eTeamer begrüßt und akzeptiert wird.“
Auch Monika Moennig, Dozentin am Romanischen Seminar, ist begeistert: „Die studentische Beratung ist eine Bereicherung für alle. Sie beantworten Fragen nicht allgemein, sondern bieten individuelle Lösungen für konkrete Probleme an.“ Auch die direkte Hilfe am Computer sei wichtig. „Die Hemmschwelle beim Rechenzentrum anzurufen ist – denke ich – höher. Das eTeam weiß immer eine Antwort oder kann die Frage weiterleiten“, erklärt die Dozentin. Die gleichen Erfahrungen hat Prof. Karl-Heinz Otto (Geographie-Didaktik) gemacht: „Die Mitarbeiter des eTeams können mir sowohl technisch als auch inhaltlich weiterhelfen, weil die Studierenden vom Fach sind. Das hilft mir ungemein.“ Sie schlügen somit die Brücke zwischen Lehrenden und Studierenden. Dadurch verbessere sich die Lehre um einiges. Seine Vorlesungen werden vom eTeam aufgezeichnet und für die Studierenden verfügbar gemacht. „Das erleichtert die Vorbereitung auf Klausuren. Durch Zwischentests können die Studierenden prüfen, auf welchem Wissensstand sie sind. Das ist sehr vorteilhaft“, erklärt der Professor.
Leitfaden entwickelt
Gemeinsam mit den Fakultäten geht es demnächst darum, mögliche personelle Veränderungen zu meistern und die studentischen Teams noch stärker in die Fakultätsstrukturen einzubinden. Um die Qualität in der eTeam-Arbeit zu sichern und für Nachfolger gut aufzubereiten, haben die aktuellen eTeamer u.a. einen Leitfaden entwickelt. Dass die Teams stärker in die Fakultätsstrukturen eingebunden werden sollen, sieht auch Prof. Otto so: „Das Projekt muss sich automatisieren, damit kein Stillstand entsteht. So kann der Support aufrechterhalten werden.“
„Wir hoffen, dass die Fakultäten sehen, wie sinnvoll der Einsatz der Teams ist, sodass weitere Fachbereiche mitziehen“, ergänzt Holger Hansen. Das Projekt habe all seine positiven Erwartungen bei weitem übertroffen. „Ich bin vom Engagement, der Lebendigkeit und der Geschwindigkeit überwältigt“, sagt er. Anika Hasselbeck ist besonders von den Studierenden begeistert: „Mein herzlicher Dank geht in erster Linie an alle engagierten eTeamer, die den Erfolg des Projekts durch Enthusiasmus, Kreativität und Beratungskompetenz zu großen Teilen mit verantworten und natürlich an die Verantwortlichen und Interessierten an den Fakultäten. Wir freuen uns schon auf das nächste Semester.“
Thorben Sommer | Themenübersicht

