RUBENS Nr. 149 - 1. Februar 2011
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Plattenbau HZO

Studierende fÜhrten in Eigenregie KÜnstlerwettbewerb durch

Wenn bei einem Seminar ein Künstlerwettbewerb und dank ihm eine komplett neu gestaltete Fassade an einem Unigebäude herauskommen, muss es besonders gut gelaufen sein. So beim Kurs „Theorie und Praxis des Projektmanagements“: Eine Handvoll Studierender schrieb im letzten Sommersemester – als Praxisteil des Kurses – das Kunstprojekt „Makeover“ aus und prämierte mit Unterstützung des Rektorats den Siegerentwurf. Der heißt „Plattenbau“ und wird bald die Südfassade des HZO verschönern.

Fest steht, dass es an der Ruhr-Universität einige Flächen gibt, die nicht wirklich attraktiv sind: grauer Beton, zum Teil verwittert. Flächen, die man allerdings durchaus verschönern kann, vielleicht sogar ohne großen (auch finanziellen) Aufwand. Fest steht bzw. stand auch, dass der Optionalbereichkurs „Theorie und Praxis des Projektmanagements“ mit einem Praxisteil abgeschlossen werden muss, also mit einem Projekt, das von Anfang bis zum Ende gemanagt wird. Warum also nicht das eine mit dem anderen verbinden? Ein Projekt durchführen, das hilft, Grauflächen an der Uni zu verschönern?! Am besten mit einem Wettbewerb, der jungen Künstlern die Möglichkeit gibt, ein (erstes) großes Projekt zu verwirklichen und zugleich die Uni zu verschönern. Gewinne also allenthalben!

GrundsÄtzliche VerÄnderung


Kurzerhand schlossen sich fünf Kursteilnehmer/innen zum Team Quantas zusammen und arbeiteten die Idee aus. Auch ein Name wurde gefunden: „Project Makeover“, wobei „Makeover“ für grundsätzliche Veränderung steht. Was noch fehlte, war ein wenig Unterstützung, z.B. finanzielle, denn Quantas legte ohne Budget los. Und natürlich musste man auch bei der Unileitung fragen, welche Flächen man überhaupt verändern darf. „Wir haben uns an das Rektorat gewandt, dort Fotos mit verschönerungsbedürftigen Flächen gezeigt, und, nachdem wir das offizielle Okay hatten, haben wir selbstentworfene Flyer verteilt“, sagt Leonie Kruschinsky vom Team Quantas; sie studiert Spanisch und Französisch. Ihre Teamkollegin Kirsten Ilk (Germanistik) ergänzt: „Das Rektorat hat uns in finanzieller Hinsicht ganz fantastisch unterstützt, sei es beim Flyer drucken oder bei den Materialien, die die Künstlerin zur Gestaltung benötigt.“

Offiziell endete der Wettbewerb – inklusive einer Verlängerung wegen der großen Nachfrage – Ende Juli 2010. Aus den 15 eingesendeten Entwürfen haben alle Teilnehmer des Optionalkurses eine Vorauswahl getroffen. Vier Entwürfe schließlich wurden im Herbst von einer Jury begutachtet. Zu ihr gehörten Leonie Kruschinsky und Kirsten Ilk vom Team Quantas, Rektor Elmar Weiler, Kanzler Gerhard Möller und Reiner Höck (Referent des Rektors). Die Juryentscheidung fiel knapp aus, letztlich wurde der Entwurf der Studentin Franziska Braun (Germanistik an der RUB, Kunst an der TU Dortmund) ausgewählt. Ihr aufregendes Werk „Plattenbau“ wird im Frühjahr an der Südfassade des HZO realisiert – in einer imposanten Größe von bis zu vier mal zwei Metern.

Kurz vor Weihnachten gab es noch eine offizielle Siegerehrung im Büro des Rektors. Franziska Braun bekam eine Urkunde und ein Buch; Bücher gab es auch für die fleißiger Projektmanager des Teams Quantas.

ad, Foto: Franziska Braun | Themenübersicht