RUBENS Nr. 149 - 1. Februar 2011
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Blick zurÜck nach Vorn

EDitorial: 25 Jahre Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte an der RUB


Als der Senat der RUB am 13.2.1986 eine „Senatsbeauftragte für Frauenfragen“ wählte, wagte die Universität einen Schritt, der Epoche machte. Als erste Hochschule in der Bundesrepublik überhaupt wählte sie eine Frauenbeauftragte, die sich fortan besonders für die Chancengleichheit von Frauen und Männern auf dem Campus einsetzen sollte.

Die Grundlage für diese Neuerung bildete Artikel 24 der RUB-Verfassung aus dem Jahre 1984. Landesgesetze, die die Aufgabenbereiche einer Frauenbeauftragten regelten, gab es noch nicht. Erst 1987 wurde – unter Ägide der neuen Wissenschaftsministerin Anke Brunn – die Wahl von Frauenbeauftragten an den Universitäten in einem novellierten Hochschulgesetz festgeschrieben.

Wie das hochschulpolitische Feld aussehen sollte, in dem Frauenbeauftragte agierten, zeigte sich bald nach der Einführung des neuen Amtes. In allen Bereichen der RUB wurden Frauenförderpläne eingeführt und dezentrale Frauenbeauftragte in den Fakultäten gewählt. Ein Modell, das schnell auch in anderen nordrhein-westfälischen Universitäten gewählt wurde, um etwa den unterschiedlichen Fachkulturen in den Fakultäten Rechnung tragen zu können. Zentrale Themen waren überdies die Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre, die Erhöhung des Studentinnen-Anteils in allen Fakultäten und parallel dazu die Überrepräsentanz von Frauen in mittleren und niedrigen Vergütungsgruppen.

Es mag kaum verwundern, dass viele dieser Themen – sieht man auf die gegenwärtigen hochschulpolitischen Debatten – kaum an Aktualität verloren haben. Denn es ging und geht in all diesen Bereichen nicht allein um die Erfüllung eines gesetzlichen Auftrages, nämlich der Schaffung gleichberechtigter Teilhabe von Frauen und Männern in allen Bereichen der Universität, sondern vielmehr auch um einen kulturellen Wandel der Arbeits- und Studienbedingungen im Hochschulbereich.

Es ist daher auch kein Zufall, dass viele Angebote, die aus dem Alltag unserer Universität inzwischen nicht mehr wegzudenken sind, von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten initiiert wurden. Dazu gehören etwa die Schülerinnen-Projekte und der Girls Day, die heute unter dem Signum „Junge Uni“ firmieren. Im Jahre 2001 entstand mit „Thekla“ schließlich das erste Mentoring-Projekt für Studentinnen an der RUB – ein weiteres Jubiläum, das es in diesem Jahr zu feiern gilt. In den folgenden Jahren wurde das Angebot schrittweise ausgebaut und mit „mentoring3“ ein spezielles Angebot für Doktorandinnen und Postdoktorandinnen geschaffen. Eine andere Erfolgsgeschichte ist das Elternservicebüro ProKids, das bereits seit 2001 erfolgreich Kinderferienfreizeiten sowie Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Kinderbetreuungsmöglichkeiten anbietet. Und das im Jahr 2011 gespannt auf die Realisierung eines Großprojektes schaut: die Kindertagesstätte UniKids.

25 Jahre Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte an der RUB heißt, einen Blick zurück nach vorn zu werfen. Mit anderen Worten: Die vielfältigen Impulse, Projekte und Erfahrungen der universitären Gleichstellungspolitik in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten sind ein wichtiger Fundus, um erfolgversprechende Strategien für die Schaffung von mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern an der RUB entwickeln und umsetzen zu können. (s. S. 2)

Rektor Prof. Elmar Weiler | Themenübersicht