RUBENS Nr. 148 - 3. Januar 2011
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Zu tisch, bitte!

Theater und Musik im Musischen Zentrum

Nicht zuletzt aufgrund der langen Weihnachtsferien dauert es ein wenig, bis die Künstler im Musischen Zentrum im neuen Jahr wieder in Schwung kommen, aber dann geht es Schlag auf Schlag: Musik, Theater, Musik, Theater usw.

Los geht’s am 10. Januar (13.15 h) mit der musikalischen Montagsreihe Lunchtime Orgel: 30 Minuten Orgelmusik zur Mittagszeit mit wechselnden Organisten, ideal beispielsweise für die Pause zwischen zwei Vorlesungen. Einfach in den Saal des Audimax gehen und lauschen, der Eintritt ist frei, am 10.1. spielt Joachim Wollenweber. Die Lunchtime Orgel erklingt ebenfalls am 17.1. (Wieland Meinhold) und am 24.1. (Hans-Joachim Trappe).

Am Wochenende drauf (15./16.1., je 19.30 h) wird zur „Historia de una Escalera“ geladen: Zum zweiten Mal nach 2009 ist das Projekt „Spanisch durch Theater“ auf der MZ-Bühne zu sehen. Zum einen geht es darum, eine Fremdsprache gut zu lernen, in diesem Fall: auf der Bühne, mit Publikum, im Rampenlicht, ohne Angst ein Theaterstück auf Spanisch zu präsentieren. Das Projekt ist ein regulärer Kurs des Romanischen Seminars, der offen ist für alle Studierenden, die ihr Spanisch anwenden möchten. Zum anderen soll (zumindest in Auszügen) großes spanisches Theater gezeigt werden: „Historia de una Escalera“, entstanden kurz nach dem spanischen Bürgerkrieg, ist der Versuch Buero Vallejos, eine Gesellschaft zu zeigen, die wegen Lügen, Eifersucht und Egoismus für Generationen unbeweglich bleibt. Es ist zugleich eine Kritik am Franquismus, die trotz Zensur aufgeführt werden konnte; Eintritt frei.


Semesterkonzert


Nur wenige Tage später folgt das erste Highlight des MZ-Bereichs Musik, das Semesterkonzert (19.1., 20 h, Audimax): Unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Dr. Hans Jaskulsky spielt das Orchester der Ruhr-Universität (unterstützt von Daniel Röhm am Klavier) das Klavierkonzert Nr. 2 von Franz Liszt sowie von Franz Schubert die Symphonie C-Dur, genannt „Die Große“. Wie üblich wird das Semesterkonzert einen Tag später (20.1., 20 h) an der Uni Witten/Herdecke wiederholt.

Am 22./23. Januar (je 19.30 h) präsentiert die Studiobühne ein „TischTheater“. Der Titel ist wörtlich zu nehmen: Das Publikum sitzt in Kleingruppen an Tischen und wird von den Schauspielern besucht, die im 5-Minuten-Takt von Tisch zu Tisch wechseln, in verschiedene Rollen schlüpfen und erzählen: von der Mitarbeiterin der Kokain-Hotline, der predigenden Pilgerin, dem rationalen Selbstmörder und vielem mehr. Inszeniert wird das TischTheater von Karin Freymeyer und Erika Wickel; Eintritt frei.

Der künstlerische Januar endet mit einer weiteren Produktion der Studiobühne. Diesmal hat sich das Ensemble für ein Werk von Ferdinand Bruckner entschieden: Der Österreicher schrieb „Krankheit der Jugend“ 1926 als Analyse der Lebensumstände junger Menschen in den 1920er-Jahren, unter dem Einfluss des Ersten Weltkrieges. Bruckner beschreibt die Jugend als Seismograf, der auf die Erschütterung des gesellschaftlichen Gefüges reagiert: In einer WG will die Medizinstudentin Marie ihre Promotion feiern. Ihre Kommilitonin und Mitbewohnerin Desiree versucht, sich ihr zärtlich anzunähern. Marie bleibt aber vorerst ihrem Freund Petrell – einem lebensunfähigen Möchtegernpoeten – treu. Desirees Ex-Geliebter Freder verführt die unerfahrene Lucy, die als Au-pair-Mädchen in der WG arbeitet. Freder treibt Lucy dazu, für ihn als Prostituierte anschaffen zu gehen. Auf diese Weise treiben sich die Studierenden in existentielle Krisen und sexuelle Experimente. Ihre Sehnsucht nach Nähe und Beziehung wird zu einer verzweifelten wie erfolglosen Suche nach Geborgenheit und endet teilweise mit Selbstzerstörung; zu sehen am 29./30.1., je 19.30 h, Eintritt frei.

Infos: http://www.rub.de/mz-musik bzw. http://www.rub.de/mz-theater

ad, Foto: Studiobühne | Themenübersicht