RUNDUMSICHT
360°: Studentisches Wissenschaftsjournal sucht Mitstreiter
Nach vielen Haus- und Seminararbeiten kräht nach der Benotung vermeintlich kein Hahn mehr. Dabei könnten sie durchaus für ein größeres Publikum interessant sein. Mit 360°, dem studentischen Journal für Politik und Gesellschaft, können sie ihre Leser finden. Zweimal im Jahr entsteht in ehrenamtlicher Arbeit eine neue Ausgabe zu einem spezifischen Oberthema.
Jan Schulze, Doktorand der Physik, ist eines von zwei Bochumer Teammitgliedern bei 360°. „Ich bin Anfang des Jahres dazu gestoßen und als Textchef Mitglied der Redaktion“, erzählt er. „Das heißt, dass ich alle Texte zum Schluss noch einmal lese und darauf achte, dass die Rechtschreibung einheitlich ist, die Zeichensetzung stimmt und so weiter. Außerdem bin ich für die redaktionellen Textelemente wie Überschriften und Leads verantwortlich.“ Andere Mitglieder des Teams, zu dem Studierende und Doktoranden aus ganz Deutschland gehören, kümmern sich zum Beispiel um das Lektorat, die Öffentlichkeitsarbeit, das Marketing, das Layout, die Teamentwicklung und den Vertrieb. Damit der wissenschaftliche Anspruch gesichert ist, hat das Journal einen großen wissenschaftlichen Beirat im Rücken, der aus Wissenschaftlern unterschiedlichster Fachrichtungen und Hochschulen besteht.
„beziehungsweise“
Die Beiträge im Heft stammen überwiegend aus Sozialwissenschaft und Politik. „Das liegt daran, dass die Gründer aus diesen Bereichen stammen“, erklärt Schulze, „wir versuchen aber immer, das Themenspektrum auch für andere Fächer interessant zu machen.“ Autoren sind vor allem Studierende, meist solche, die noch keinen Abschluss haben. Sie können einige Monate vor jeder Ausgabe auf den „Call for Papers“ reagieren und Texte zum geplanten Schwerpunkt einreichen – nächstens zum Thema „beziehungsweise“. Die Redaktion begutachtet die Vorschläge und fordert die vielversprechendsten an. Ist der Text da, wird er von einem Erst- und einem Zweitlektor überarbeitet und zusammen mit dem Autor auf die Zielgruppe zugeschnitten. Zwischen den beiden Lektoraten werden die Texte zudem von Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats anonym begutachtet. „Haus- oder Seminararbeiten, auf denen die Texte basieren, werden journalistisch überarbeitet und den 360°-Standards angepasst, damit sie sich für ein größeres Publikum eignen“, sagt Schulze. Ist der Text fertig, kümmert sich ein Gestalter aus dem Team um Illustration und Layout.
„Streckenweise ist das stressig – für mich so etwa zwei Monate vor Ende der Redaktionsphase und dann nochmal wenige Wochen vor dem Druck“, räumt der Physiker ein. „Aber das fertige Heft in der Hand zu halten, belohnt einen für alles!“ Grund genug, die Arbeit auf sich zu nehmen und Freizeit zu opfern, z.B. für Online-Konferenzen, abendliche Kuratoriumstreffen und den vor-Ort-Verkauf. Letzterer findet in Bochum i.d.R. an zwei Tagen im Mensafoyer statt, in anderen Städten wie Münster und Berlin gibt es dauerhafte Verkaufsstellen. „Dort sind einfach die meisten Teammitglieder“, erklärt Jan Schulze. Damit auch der Standort Bochum wächst, sucht 360° Leute, die mitmachen wollen. Mitstreiter sind für alle Aufgaben willkommen, u.a. Redaktion, PR/Marketing, Illustration und Teamentwicklung.
Infos: http://www.journal360.de
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