RUBENS Nr. 147 - 1. Dezember 2010
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TÄgliche ZUWÄCHSE

Hochschulbibliographie: laufend neue Funktionen und Publikationen

23.000 Literaturangaben, die in 32 Publikationstypen online recherchierbar sind: Täglich werden weitere RUB-Publikationen an die Hochschulbibliographie gemeldet, die in der Universitätsbibliothek entwickelt wird. In der Version 0.2 wurde die Bibliographie im Juli 2010 (mit 17.000 Titeln) im neuen Corporate Design der RUB mit weiteren Funktionalitäten weltweit freigeschaltet.

Der Aufbau des Datenpools der RUB-Publikationen erfolgt nach dem Prinzip des Prototyping Beta. Das heißt, die Hochschulbibliographie ist kein fertiges Produkt, sondern laufend werden sowohl neue Funktionen entwickelt als auch neu gemeldete Publikationsdaten eingespielt. Primäres Ziel ist es, die Nutzer/innen in die Entwicklungen rund um die Hochschulbibliographie einzubeziehen, so dass ihre Anforderungen und Wünsche beim Aufbau die Richtung mit vorgeben können (s. RUBENS 136).

Im Vergleich zu 0.1 sind bei Version 0.2 diverse neue Funktionen hinzugekommen. So wurde die Eingabe von Suchbegriffen durch das Angebot einer Vorschlagsliste komfortabler gestaltet. Auch hat nun jede Publikation einen eindeutigen Identifikator. Dies hat den Vorteil, dass Titel dauerhaft verlinkt werden können und sie darüber hinaus von Suchmaschinen wie Google indexiert werden und über diese weltweit sicht- und auffindbar sind.

Zahlreiche Schnittstellen

Ferner wurden Publikations-Metadaten mit Inhalten und weiterführenden Infos aus anderen Internet-Diensten angereichert. So verbessern bereits jetzt Schlagwörter relevanter Fachthesauri wie „Standard Thesaurus Wirtschaft” und „Medical Subject Headings” die Suche, indem nach den in den jeweiligen Fächern bekannten Begrifflichkeiten gesucht werden kann. Verfügt eine gedruckte Publikation über eine Signatur aus einer RUB-Bibliothek, wird über OpenStreetMap der Standort der Bibliothek grafisch angezeigt. Das sind nur einige der neuen Funktionen, eine ausführliche Dokumentation zu Version 0.2 steht unter: http://bibliographie-trac.ub.rub.de/wiki/version02.

Dank zahlreicher weiterer Publikationsdatenmeldungen sind in der Hochschulbibliographie nun über 23.000 Publikationen verfügbar. Die Bandbreite der aufgenommenen Publikationen und der Publikationstypen ist so groß wie das Forschungsspektrum der RUB-Wissenschaftler/innen. Alle Publikationen, die Teil der persönlichen Publikationslisten der Wissenschaftler/innen sind, werden aufgenommen. So verzeichnet die Hochschulbibliographie 32 Publikationstypen: von Hörbuch, über Edition, Festschrift, Lexikonartikel und Meeting Abstract bis hin zu Patent, Pressemitteilung, Zeitungsartikel und Zeitschriftenaufsatz.

Bereits jetzt können RUB-Wissenschaftler/innen sich über die Hochschulbibliographie eine persönliche Seite mit ihren Publikationen generieren lassen. In Zukunft wird es möglich sein, über die Bibliographie die eigenen Publikationen auch auf der persönlichen Webseite im gewünschten Zitationsstil automatisiert einzubinden. Der Vorteil der Bibliographie ist, dass die einmal in sie eingegebenen Publikationsdaten über zahlreiche Schnittstellen und Exportformate für unterschiedlichste Zwecke nachgenutzt werden können.
Kontakt: Veronika Josenhans, veronika.josenhans@rub.de, (-28560).



Interview: Martin Muhler nutzt fleiSSig die Hochschulbibliographie

Mit 256 Einträgen gehört Prof. Martin Muhler (Technische Chemie) zu den fleißigen Nutzern von RUB Bibliographie. Arne Dessaul sprach mit ihm über den Weg von der Publikationsliste als Worddatei bis zur professionellen bibliographischen Datenbank.

RUBENS: 256 Einträge in RUB Bibliographie, ist das viel?

Prof. Muhler: Man muss natürlich zwischen den Fächern mit ihren jeweils eigenen Kulturen unterscheiden, und es hängt auch von Faktoren wie Alter oder Größe der Arbeitsgruppe ab. Ich denke aber, für die Naturwissenschaften ist das guter Durchschnitt, doch, das ist ganz präsentabel.

RUBENS: Seit wann nutzen Sie das Angebot?
Prof. Muhler: Es gab vor ein paar Monaten einen Brief vom Rektor. Im ersten Moment denkt man da allerdings, Oh Gott, das ist bestimmt viel Arbeit. Dann habe ich mit einem befreundeten Kollegen im Maschinenbau gesprochen. Der hatte das mal so eben erledigt. Ich dachte, na gut, dann mache ich das auch mal eben…

RUBENS: Also nicht so viel Arbeit?
Prof. Muhler: Na ja. Es hängt davon ab, wie man sonst seine Publikationslisten pflegt. Ich hatte früher einfach eine Worddatei, später eine Access-Datenbank und ich nutze die für uns Chemiker relevante, kostenpflichtige Datenbank Web of Science. Beim ersten Mal macht es schon Arbeit, die Publikationen in die Hochschulbibliographie einzuspeisen. Daten müssen exportiert und wieder importiert werden. Dabei hilft jedoch das Hochschulbibliographie-Team der UB. Man kann auch Fortbildungen für Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi belegen. Und: Wenn die Daten erst einmal in der richtigen Form vorliegen, kann das Team sie gut redaktionell bearbeiten und in die Hochschulbibliographie einspielen.

RUBENS: Welche Vorteile hat RUB Bibliographie für Sie?
Prof. Muhler: Wenn ich jetzt neue Publikationen habe, ist es ziemlich einfach, über die UB die bibliographischen Daten per Export und Import einzuspeisen. Sehr bald ist es sogar möglich, dass ich das selbst direkt bei RUB Bibliographie eingebe. Das dauert dann nur noch wenige Minuten. Und natürlich kann ich daraus jederzeit aktuelle Publikationslisten mit korrekten bibliographischen Angaben erstellen, kann bestimmte Veröffentlichungen bequem finden bzw. es können andere diese Veröffentlichungen finden, und zwar auf der ganzen Welt. Nicht nur die bibliographischen Angaben, sondern auch Kurzzusammenfassungen der Veröffentlichungen.

RUBENS: Was würden Sie anderen Wissenschaftler/innen raten, die sich noch nicht an die Hochschulbibliographie gewagt haben?
Prof. Muhler: Bei den Chemikern läuft das schon. Dank der Datenbank Web of Science, die die meisten von uns nutzen, ist der Datenimport und -Export über das RIS-Format nicht so schwierig. Ich kann dabei auch helfen, ebenso das Hochschulbibliographie-Team. Bei Biologen, Physikern oder Medizinern existieren ähnliche Datenbanken. Darum dürfte es dort gleichfalls so problemlos funktionieren wie den Chemikern. Bei den Geisteswissenschaftlern mit ihren Buchveröffentlichungen könnte es zwar etwas länger dauern, aber hinterher haben sie, wie alle anderen auch, ein sehr professionelles und nutzerfreundliches Werkzeug.

Veronika Josenhans, ad, Foto: Nielinger | Themenübersicht