RUBENS Nr. 147 - 1. Dezember 2010
RUB » RUBENS » Ausgabe 147 » Artikel

Im Westen was Neues

GD: Wichtiger Baustein fÜr die Campusmodernisierung


Um die begonnene Campussanierung fortzuführen und zusätzliche Studierende des doppelten Abiturjahrgangs aufzunehmen, plant die RUB bekanntlich einen Neubau in der Gebäudereihe der Geisteswissenschaften: Westlich von GC soll GD entstehen und Platz für rund 10.000 Studierende bieten.

Notwendig zur Realisierung von GD ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes, der zurzeit in den Gremien der Stadt Bochum beraten wird. Im Zuge dieser Beratungen hat die Bezirksvertretung Süd Ende Oktober die Aufstellung des Bebauungsplanes abgelehnt. Vor allem Vertreter des Asta haben sich massiv gegen den geplanten Standort von GD ausgesprochen. Eine endgültige Entscheidung fällt der Rat der Stadt Bochum voraussichtlich am 16. Dezember. Das Rektorat (Bleibt es dabei??) und die Fakultäten-Konferenz der RUB bedauern die Entscheidung der Bezirksvertretung Süd auf das Tiefste. Die Nichtrealisierung des Bebauungsplanes für GD würde die gesamte Campussanierung der Ruhr-Uni und die Aufnahme von 4.000 zusätzlichen Studierenden aufgrund des doppelten Abiturjahrganges erheblich gefährden.

Die Finanzierung des Neubaus in der G-Reihe sicherte das Land NRW bereits vor einem Jahr zu. GD ist eine notwendige Voraussetzung für die Modernisierung dieser Gebäudereihe, um die bestehenden Gebäude von Grund auf zu sanieren – und um die gesamte Campusmodernisierung beschleunigt umzusetzen, die mit dem kürzlich fertiggestellten Gebäude ID begonnen hat. GD beheimatet zukünftig die drei jetzigen Fakultäten aus GC – Jura, Wirtschaftswissenschaft und Sozialwissenschaft – und schafft neue Arbeits- und Lernbedingungen für rund 10.000 Studierende. Vor der Kernsanierung soll das freigezogene Gebäude GC fünf Jahre lang genutzt werden, um rund 4.000 zusätzliche Studierende aus dem doppelten Abiturjahrgang an der RUB aufzunehmen. Den zusätzlichen Studierenden gute Studienbedingungen zu bieten, ist für die RUB eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Infoveranstaltung

Um ausführlich über den geplanten Neubau zu informieren, veranstalteten die Dekane der drei GC-Fakultäten am 24. November eine öffentliche Informationsveranstaltung im Hörsaal HGC 10, bei der auch Rektor Prof. Elmar Weiler und der Asta-Vorsitzende Jan Keitsch ausführlich sprachen. Dabei wurde deutlich, dass sich dank eines kurz zuvor gefundenen Kompromisses mittlerweile das Gros der Universitätsmitglieder für den Bau des GD am geplanten Standort ausspricht und sich auch Lösungen für den Bebauungsplan abzeichnen.

Das liegt auch daran, dass es gelungen ist, frühere Argumente gegen den geplanten GD-Standort weitgehend zu entkräften. Gesagt wurde beispielsweise, dass in den westlich des GC gelegenen Wald und das Landschaftsschutzgebiet massiv eingegriffen würde und dass es realisierbare Alternativen gäbe. Beide Argumente sind nicht stichhaltig: Der Bebauungsplan greift gar nicht in das Landschaftsschutzgebiet ein. Das Plangebiet von etwa 22.000 qm umfasst nur einen kleinen Teil des westlich und südlich von GC gelegenen Waldgebietes. Bei der Diskussion erster Entwürfe für GD haben sich die Vertreter der RUB von vornherein dafür eingesetzt, dass durch den direkten Anschluss des GD ans GC von den 22.000 nur etwa 8.000 qm Grundfläche vorgesehen werden (der aktuelle Kompromiss sieht sogar nur noch rund 5.000 qm vor), so dass auf weit mehr als der Hälfte des Plangebietes der bisherige Wald bestehen bleiben kann.

Weiterhin ist eine dreifache Wiederaufforstung des beseitigten Baumbestandes an anderer Stelle beabsichtigt (der Asta wünscht sich sogar eine fünffache Wiederaufforstung). Da es sich bei dem Laubwald um keinen sehr alten Bestand handele, ist dies ein vertretbares Konzept. Entscheidend für die ökologische Gesamtsicht ist zudem, dass es dank GD zu einer erheblich besseren Energienutzung kommt (Wärmeschutz, regenerative Energien) und GD die energetische Sanierung der G Reihe überhaupt erst ermögliche.

Die in früheren Diskussionen benannte alternative Fläche auf den Parkplätzen südlich der G-Reihe eignet sich aus mehreren Gründen nicht als Standort von GD. Um die benötige Raumfläche von weit über 20.000 qm zu realisieren, könne auf dem Gelände nur ein langgezogenes, schmales Gebäude gebaut werden. Das würde zum einen die Sicht der G-Reihe nach Süden erheblich beeinträchtigen und von der Raumgestaltung her nicht funktional sein. Es würde architektonisch und städteplanerisch der klaren Nord-Süd und Ost-West Gesamtanlage des Campus und damit dem Gesamtkonzept der Unisanierung zuwiderlaufen.

jw, ad, Foto: B. Song | Themenübersicht