FÜR dichter und Denker
RUB baut geisteswissenschaftliches SchÜlerlabor
Auf Anregung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gründete die RUB 2009 als erste Hochschule in Deutschland ein geisteswissenschaftliches Schülerlabor. Der Weg wird nun konsequent weiter verfolgt: Im Eingangsbereich zur Uni entsteht ein Neubau, in dem neben dem Studierenden-Servicecenter (SSC) auch das geisteswissenschaftliche Schülerlabor untergebracht wird. Die Krupp-Stiftung ermöglicht die Errichtung des in der deutschen Wissenschaftslandschaft einmaligen Labors mit 1,5 Mio. Euro.
„Eines Tages, so unsere Vision, werden geisteswissenschaftliche Schülerlabore an Universitäten und Forschungseinrichtungen eine Selbstverständlichkeit sein – gerade im Land der Dichter und Denker“, sagt Chemieprofessor Roland Fischer, Leiter des Alfried Krupp-Schülerlabors an der RUB (AKS). „Die RUB leistet hier Pionierarbeit.“ Mit dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Zweig, integriert in das seit 2004 bestehende naturwissenschaftlich-technische Angebot, deckt das AKS nun die gesamte Fächerbreite der RUB ab. „Es ist damit das vielfältigste seiner Art in Deutschland und trägt sichtbar zur Einheit der Wissenschaften bei“, so der Philosoph Prof. Helmut Pulte, unter dessen Federführung die RUB das geisteswissenschaftliche Schülerlabor aufbaut.
Bereits seit Anfang 2010 bereichern Projekte der Geistes- und Sozialwissenschaften das Spektrum des AKS. Die Themenpalette reicht von antiken Münzen bis zu medialen Aspekten der modernen Fotographie, von der Textinterpretation über die kritische Diskussion bioethischer Fragen bis hin zur Erforschung des Schulunterrichts. Die Projekte finden bislang überwiegend in den beteiligten Fakultäten statt, in der Bibliothek oder den Kunstsammlungen der RUB.
Optimale Orientierung
„In den neuen Räumen tragen unsere Projekte künftig in besonderem Maße und auf originelle Weise dazu bei, Schüler für geisteswissenschaftliches Studieren und Forschen an der RUB zu begeistern“, sagt Dr. Gilbert Heß, Leiter der geisteswissenschaftlichen Projekte im Schülerlabor. „Forschung erfahren, erlernen, leben“ sollen die Schüler dort spätestens in zwei Jahren. Ziel ist, die besten Köpfe für die Ruhr-Uni zu gewinnen und zugleich allen Interessenten eine optimale Orientierung für ihre spätere Studienentscheidung zu bieten. Das Labor wird auch Ausgangspunkt sein für Exkursionen zu Einrichtungen auf dem Campus und außerhalb der Uni (Museen, Archive, Bibliotheken). Errichtet wird das geisteswissenschaftliche Schülerlabor im Obergeschoss eines neuen Gebäudes, das zwischen Univerwaltung und IA gebaut wird. Auf ca. 450 qm entstehen Seminarräume, PC-Arbeitsplätze sowie eine Handbibliothek mit rund 700 Bänden, die zentrale Nachschlagewerke der zehn beteiligten Fakultäten umfasst – von Japanologie bis Jura, von Anglistik bis Wirtschaftswissenschaft.
Mittelfristig sollen 1.500 bis 2.500 Schüler/innen pro Jahr an den Veranstaltungen und Projekten im geisteswissenschaftlichen Schülerlabor teilnehmen. Mehr als 7.000 besuchen jährlich das naturwissenschaftlich-technische Labor, so dass das Bochumer Schülerlabor in Zukunft bis zu 10.000 Schüler im Jahr in halb- und ganztägigen Projekten sowie Projektwochen zu Gast haben wird. Als eigenständige Einrichtung ist das AKS ein zentraler Teil des gesamten Nachwuchskonzepts der RUB „Junge Uni“.
jw | Themenübersicht

