Zeitsprung in die Zukunft
GebÄudeserie: ID
Jeder von uns kann sich noch an sein erstes Semester an der RUB erinnern. Wer hat sich da anfangs nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt nach einem Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine Cafeteria? RUBENS liefert die Infos – diesmal zum Gebäude ID.
Wer mal einen Zeitsprung in die Zukunft des Campus machen möchte, der sollte einen Ausflug ins ID-Gebäude unternehmen. In vielem ist es beispielhaft für die Gebäude der RUB nach der Modernisierung. Zum einen hat es einen eindeutigen Haupteingang an der I-Südstraße. Künftig sollen alle Gebäude klar definierte Haupteingänge bekommen. Wer durchgeht, hat den Durchblick – zum einen bis auf die entgegengesetzte Seite des Gebäudes, zum anderen dank des Empfangs („Reception“), wo Mitarbeiter Auskunft und Orientierung geben. Auch das ist für alle weiteren Gebäude ebenfalls geplant. Gleich dahinter schließt sich eine Cafeteria mit Terrasse an. Alles in allem: einladend.
Die Gebäudehälfte, die dem Querforum des Campus zugewandt ist – wo sich auch der Haupteingang befindet – beherbergt einen Hörsaal und mehrere Seminarräume sowie eine Bibliothek mit studentischen Arbeitsplätzen. Hier ist die Lehre zu Hause, und das soll auch in den übrigen Gebäuden irgendwann so sein. Damit steht die Lehre im Zentrum des Campus, was auch kurze Wege für die Studierenden bedeutet. Direkt benachbart schließen sich in der anderen Gebäudehälfte die Forschungseinrichtungen an: Büros, Labors, Werkstätten. Größere Einrichtungen der Forschung wie Werkhallen, auch die neue Werkhalle IDN, und Versuchsstände gruppieren sich weiter außen, im Falle von ID auf der anderen Seite der I-Nordstraße. Wenn die Campusmodernisierung abgeschlossen ist, wird so die Forschung dem Campus einen Rahmen geben. Die zentralen Serviceeinrichtungen auf der Magistrale sind von allen Gebäuden aus gleich gut erreichbar.
… & so weiter
Nicht nur was seine Struktur betrifft, auch technisch ist ID ein großer Schritt in die Moderne. So wird hier z.B. schon Voice-over-IP telefoniert (mehr Infos dazu in RUBbits). Und auch die Optik ist up to date: Dezentes Dunkelgrau und Weiß werden durch Akzente in hellem Holz behaglich, viel Glas sorgt für Transparenz und Helligkeit und schafft eine freundliche Atmosphäre. Viele Seminarräume haben komplett verglaste Außenwände. Der Blick geht entweder ins Grüne oder in den Innenhof, der in seiner zurückhaltenden Gestaltung mit grauem Pflaster, Split und Steinbänken umrahmt von den glatten Fassaden an einen Zen-Garten erinnert.
Auffällig aufgrund seiner Größe, aber dennoch nicht aufdringlich ist das Kunstwerk von Lawrence Weiner. In die Glasscheiben zum Hof Richtung IC geätzt ist in großen Lettern von innen und außen zu lesen „… & so weiter“. Was es mit dem Kunstwerk auf sich hat, erläutern Kunsthistoriker in der Serie „Kunst am Bau“ in einer der nächsten RUBENS-Ausgaben.
Besonderheiten, die man auf den ersten Blick nicht sieht, gibt es bei ID übrigens auch. Als einziges Gebäude auf dem Campus hat ID eine Geothermieanlage. Durch 80 Leitungen wird Wasser 130 Meter tief unter die Erde gepumpt, dort aufgewärmt – oder im Sommer gekühlt – und dann wieder an die Oberfläche befördert, um den Neubau zu beheizen bzw. zu kühlen. Das Wasser wird durch Leitungen in den Decken geführt. Da das Prinzip nur in Räumen ohne Deckenverkleidung funktioniert, gibt es zusätzlich eine Klimaanlage.
Im ID Gebäude beheimatet ist die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Ihr ehemaliges Gebäude IC wird nach dem Auszug als erstes altes Campus-Gebäude kernsaniert.
Eckdaten ID
Das fünfgeschossige Gebäude ist nur gute 18 Meter hoch und damit wesentlich niedriger als die restlichen Hochhäuser der RUB. So ersparte man es sich, die Regelungen der Hochhausverordnung einhalten zu müssen und gönnt den Anwohnern in der Nachbarschaft mehr Sonne. Die Nutzfläche des ID-Gebäudes und der dazugehörigen Werkhalle IDN beträgt rund 19.000 Quadratmeter. Die Baumaßnahmen haben im Dezember 2007 mit der Verfüllung des Bodens begonnen; im August 2010 wurde das Gebäude an die RUB übergeben, die feierliche Eröffnung ist am 17. November. Das Bauprojekt kostete rund 80 Millionen Euro.
Reception
Die Reception in ID ist die erste im wissenschaftlichen Bereich. Beantwortet werden Fragen zur Orientierung innerhalb des Gebäudes, zu Lehrstühlen oder Arbeitsgruppen oder Ansprechpartnern innerhalb des Gebäudes. Genau wie an den Infopoints, erhalten Studierende ihre Studienbescheinigungen und Infos zum Studium. Außerdem obliegt den Mitarbeiter/innen der Reception die Hauslogistik: u.a. Koordination der Post-Annahme und -Ausgabe oder Gästeservice für die Lehrstühle in ID.
md, Foto: Marion Nelle | Themenübersicht

