RUBENS Nr. 146 - 1. November 2010
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Nicht beleidigt sein!

Das MZ-Theaterprogramm im November


Traditionell steigt die Zahl der Aufführungen auf der Bühne im Musischen Zentrum im November an: Diesmal gibt es eine Wiederauflage, eine Premiere und ein Theaterfestival.


Los geht’s am ersten Novemberwochenende (6./7.11, 19.30 h; Eintritt frei) mit der Wiederaufnahme der „Gorki Revue“: Die Truppe des Lotman-Instituts setzt sich mit dem russischen Schriftsteller Maxim Gorki und seinen Kritikern auseinander. Die Revue ist eine szenische Annäherung, die Gorki und sein bewegtes Leben in sechs Zeitbildern multimedial erschließt. Die Aufführung wurde von Studierenden der Veranstaltung „Maxim Gorki – Schriftsteller, Kulturpolitiker, Legende“ erarbeitet.
Am 13./14.11. (19.30 h; Eintritt frei) bringt das neu gebildete Mitarbeiter-Ensemble der Studiobühne (zurzeit vier Beschäftigte der RUB) sein erstes Stück auf die Bühne im MZ. In Ulrich Hubs Drama „Die Beleidigten“ stehen vier Musiker/innen auf der sparsam ausgestatteten Bühne, deren individuellen Charaktere und persönliche Befindlichkeiten immer wieder aus ihrem Musikerdasein heraustreten und sich in den Vordergrund stellen. Unterschwellige und offensichtliche Aggressionen, verbale und strukturelle Gewalt prägen die Beziehungen der vier: zwei Paare, die in einem Streichquartett proben. Erste und zweite Geige, Bratsche und Cello liefern sich einen Kampf, in dem jeder gegen jeden seinen Frust auslebt.
Das letzte Wochenende startet mit der polnisch-deutschen Koproduktion „Angriffe auf Anne – Próby z jej ycia“ (26. 11., 19.30 h): Bereits zum vierten Mal bringen dabei Bochumer und Krakauer Studierende gemeinsam ein Stück auf die Bühne – diesmal dreisprachig: Polnisch, Deutsch, Englisch. Geleitet wird die Aufführung dieses modernen Klassikers von Martin Crimp von Niklas Füllner (Bochum) und Joana Osipowa (Krakau): Anne ist nicht zufrieden mit dem Zustand der Welt, in der sie lebt. Sie will die Verhältnisse verändern. Doch auf einmal ist Anne verschwunden und es stellt sich die Frage: wer ist Anne eigentlich? Ist sie die Terroristin von nebenan, eine religiöse Fanatikerin, die heldenhafte Hauptfigur eines Kinofilms, ein Pornostar, eine Künstlerin oder Opfer eines Bürgerkrieges?
Am Samstag und Sonntag desselben Wochenendes (27. und 28. November, je 19.30 h) ist das (im Oktober verschobene) Werk „The Island Sketch“ zu sehen, ein Theaterstück frei nach dem australischen Comedy-Duo Lano and Woodley: Zwei Männer überleben einen Flugzeugabsturz und landen auf einer einsamen Insel. Ohne Nahrung, Wasser und Beschäftigung beginnt der urkomische Kampf ums Zusammenleben. Wie klettert man auf eine Palme? Kann man Seesterne essen? Und welche drei CDs helfen einem wohl am besten, wenn man auf einer einsamen Insel ist? Die Studenten Cornelius Coffin und Birk-André Hildebrandt geben mit diesem Stück ihr Studiobühnen-Debüt. Eintritt 5 bzw. ermäßigt 3 Euro.
Infos: http://www.rub.de/mz-theater

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