Leute an der RUB
Personalmeldungen
Neu ernannt
Prof. Dr. med. Clemens Tempfer, MBA, hat im Juli die Leitung der Frauenklinik im Marienhospital Herne, Klinikum der RUB, übernommen. Der 41-Jährige kommt von der Universitäts-Frauenklinik Wien. Dort war Tempfer zuletzt als Oberarzt in der Abteilung Allgemeine Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie tätig. Der gebürtige Wiener hat in seiner Heimatstadt Medizin studiert. Seine beruflichen Stationen brachten ihn u.a. an das Histologisch-Embryologische Institut der Uni Wien, das Evangelische Krankenhaus Wien-Währing, das Texas Medical Center Houston und an die Universitäts-Frauenklinik Freiburg. 2005 und 2008 war Clemens Tempfer Gastprofessor an Unis in Vietnam und Laos. 2010 schloss er sein MBA-Studium „Gesundheitsökonomie” an der Medizinischen Universität Wien ab. Tempfer ist neben seiner klinischen Arbeit mit zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen in Forschung und Lehre aktiv.
Prof. Dr. Peter Drewek ist seit September Dean der neuen Professional School of Education (PSE). Unter dem Dach der vom NRW-Forschungsministerium mit 3,25 Mio geförderten PSE vereint die RUB ihre Aktivitäten in Lehrerausbildung und Bildungsforschung. „Wir wollen die Lehrerbildung an der RUB erstmals organisatorisch in einer eigenen Einrichtung bündeln und die Lehrerprofessionalisierung auf Basis der Bildungsforschung qualitativ nachhaltig verbessern“, erklärt Drewek. Mit seinem Dienstantritt ist die offizielle Gründung der PSE vollzogen. Nach dem Studium der Pädagogik, Germanistik, Philosophie und Soziologie an der RUB wurde Peter Drewek 1980 promoviert. Bis 1985 war er Geschäftsführer des SFB 119 „Wissen und Gesellschaft im 19. Jahrhundert“, zugleich Leiter des Teilprojekts „Bildungstheorie und Bildungssystem im 19. Jahrhundert“ an der RUB. 1985-91 arbeitete er als Hochschulassistent am Fachbereich Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften der FU Berlin, wo er sich 1990 habilitierte. Bis 1994 vertrat er an der FU die Professur für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Schulpädagogik und Schulgeschichte, 1994-99 war er Professor für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Bildungstheorie an der FU. Danach wurde er an die Uni Mannheim berufen, wo Drewek den Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft I innehatte. Seine Schwerpunkte liegen in der Allgemeinen und Vergleichenden Erziehungswissenschaft und der historischen Bildungsforschung.
Seit August leitet Prof. Dr. Antje Klinge den Lehrstuhl für Sportpädagogik und Sportdidaktik. Zu ihren Schwerpunkten zählen u.a. Lehrerbildung (Sport-, Bewegungs-, Tanzpädagogik), ästhetische und kulturelle Bildung, Lernen mit dem Körper, Scham und Beschämung im Sport und Schulsport sowie Gewaltprävention. Antje Klinge studierte in Bonn Sport und Geographie für das Lehramt. Nach dem Referendariat absolvierte sie Fortbildungen in Tanz und Körperarbeit und arbeitete u.a. als Tanzpädagogin und Choreografin sowie als Kursleiterin in einem Sport- und Gesundheitszentrum. Ab 1991 war sie als Lehrbeauftragte (z.B. für Sport- und Spielpädagogik oder für Tanzen, Darstellen und Körpererfahrung) an verschiedenen Unis und Fachhochschulen tätig. 1997 wurde Kling an der RUB promoviert und ging danach an die Uni Dortmund. Am dortigen am Institut für Sport und seine Didaktik blieb sie bis 2003. Nach weiteren Stationen als Lehrbeauftragte bzw. Lehrstuhlvertreterin kam Kling 2005 an die Uni Gießen. Dort war sie Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Sportwissenschaft.
Rufe, Ehre, Ämter
Prof. Dr. Anette Pankratz (Philologie) hat einen Ruf auf eine Professur für „Anglistik/Cultural and Media Studies” an der Uni Passau erhalten.
Prof. Dr. Oliver Fahle (Philologie) hat einen Ruf auf eine Professur für „Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Ästhetik, Geschichte und Theorie des Films” an der Uni Marburg erhalten.
Prof. Dr. Bernd Bastert (Philologie) hat einen Ruf an die Uni Frankfurt (Main) erhalten.
Für seine langjährigen herausragenden Verdienste um die internationalen Beziehungen der Ruhr-Uni erhielt der Plasmaphysiker Prof. Dr. Padma Kant Shukla Ende Juli den ersten „International Chair“ der RUB. In den kommenden fünf Jahren wird Shukla als Botschafter die grenz- und fachüberschreitende Vernetzung forcieren und die Wertschätzung der RUB im Ausland weiter erhöhen.
Die Deutsche STD-Gesellschaft (DSTDG) hat im September einen neuen Vorstand gewählt. Für die nächsten vier Jahre wird Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer (Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der RUB) der Fachgesellschaft vorstehen.
Für die Umsetzung von Know-how aus der Hochschule in marktreife Produkte und Verfahren hat rubitec im Juli den Transferpreis 2009 verliehen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis, gestiftet von IHK Bochum, RUB und rubitec, wurde geteilt und ging an Prof. Dr. Uwe Czarnetzki (Physik & Astronomie,) und an Prof. Dr.-Ing. Rainer Martin (Elektrotechnik & Informationstechnik). Czarnetzki hat sein Verfahren zur Kontrolle der Ionenenergie in sog. Nichtgleichgewichtsplasmen für die industrielle Anwendung optimiert. Martin (links) wurde für seine Entwicklungen auf dem Gebiet der „Geräuschreduktion für Hörgeräte” in Zusammenarbeit mit Siemens ausgezeichnet.
Mit je 1.000 Euro prämierte rubitec zudem die besten Diensterfindungen aus der RUB. Die Preise im Erfinderwettbewerb gingen an die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Nils Metzler-Nolte (Chemie und Biochemie) für die Entwicklung neuartiger Antibiotika mit Metallkomplexen (Metall-Derivate eines Naturstoffs), an Prof. Dr.-Ing. Jürgen Oehm (Elektrotechnik & Informationstechnik) für ein neues Verfahren zur Herstellung von elektrotechnischen Bauelementen („Integrierte Struktur zur Messung des Lichteinfallswinkels”) und an Dipl.-Ing. Carsten Heising (Elektrotechnik & Informationstechnik) für seine Entwicklung „Regler für zeitvariante Systeme”.
Bessere Stähle und genauere Crash-Test-Messungen aus Bochum: Für ihre herausragenden Forschungsarbeiten erhielten zwei RUB-Ingenieure im Juli den mit je 3.000 Euro dotierten Eickhoff-Preis. In seiner Dissertation erarbeitet Dr.-Ing. Stephan Huth (Maschinenbau) einen Weg, um die Schlüsseleigenschaften von Stählen – Härte, Verschleiß- und Korrosionswiderstand – deutlich zu verbessern. Dr.-Ing. Kai Schönebeck (Elektrotechnik & Informationstechnik) entwickelt in seiner Promotion ein Verfahren, das es erlaubt, die Kopfbewegung der lebensgroßen Dummys bei Crash-Tests mit einer Genauigkeit von 5 mm und weniger zu rekonstruieren. Damit löst er endlich das Problem, dass der Airbag den Messkameras bei Crash-Tests schlichtweg die Sicht versperrt.
Ein zweijähriges Forschungsstipendium erhält der Literaturdidaktiker Prof. Dr. Gerhard Rupp, um sein opus magnum „Deutschunterricht lehren weltweit“ zu schreiben. Gefördert mit 200.000 Euro von der VolkswagenStiftung entsteht an der RUB das künftige praxisorientierte Standardwerk für Masterstudierende in aller Welt. Ab Oktober ist Rupp freigestellt. Ziel des Lehrwerks ist, die Potenziale und Herausforderungen europäischer Master of Education-Profile im Fach Deutsch herauszuarbeiten sowie die Entwicklungslinien der Disziplin und ihre Fachbestände vollständig zu dokumentieren.
Bei ihrem General Meeting in Budapest hat die International Mineralogical Association (IMA) im August Prof. i.R. Dr. Walter V. Maresch (Geowissenschaften) zum 1. Vice-President und damit zum designierten Präsidenten für die Amtsperiode 2012-14 gewählt. Die IMA ist offizieller Vertreter von mineralogischen Vereinigungen in 38 Ländern mit über 10.000 Mitgliedern. Sie fördert die Mineralogie durch Einrichtung von internationalen Kommissionen und Arbeitsgruppen, die sich mit speziellen Themen zu natürlichen Mineralen, Gesteinen und Erzen, deren physikalischen, chemischen und optischen Eigenschaften und deren Einsatz in Industrie und Grundlagenforschung befassen. Der IMA obliegt die Standardisierung von Nomenklatur und Systematik der über 4.000 Mineralspezies sowie deren bei hohen Drücken und Temperaturen synthetisch hergestellten Analogprodukten.
+++
Elena und Andreas Fichtel gewannen im September bei der Landesmeisterschaft in Karate die Goldmedaille. Auf dem jährlich stattfindenden Turnier in Bedburg-Hau messen sich erfahrene Karateka ab 30 Jahren. Der Wettkampf wird vom Landesverband des Deutschen Karateverbandes organisiert. Er ist der einzige anerkannte Karatefachverband des Deutschen Olympischen Sportbundes. Elena und ihr Mann Andreas Fichtel trainieren die Karategruppe im Hochschulsport an der RUB. Auch im kommenden Semester können Studierende und Mitarbeiter bei ihnen Karate lernen. Infos: Andreas Fichtel, 0234/9136692, andreas_fichtel@freenet.de.
Nachruf
Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Dr. Heiner Dürr, der am 24. August im Alter von 70 Jahren gestorben ist. Dürr wurde 1990 auf den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeografie am Geografischen Institut der RUB berufen. Er gehörte bis zu seinem Ruhestand zudem dem Direktorium des Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) sowie des Instituts für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) an. Noch im Ruhestand engagierte er sich trotz fortschreitender Krankheit am Geografischen Institut und am IFHV. Der Fakultät für Geowissenschaften stand er eine Amtszeit als Dekan vor. Prof. Dürrs Hauptarbeitsgebiete waren die Politische Geografie und die geografische Analyse politischer Konflikte und sozialräumlicher Disparitäten, vor allem in Südostasien und im Nahen Osten. Er entfaltete außerdem großes Engagement in der Studienreform. Dürrs Ideen und Leuchtturmprojekte wurden in der RUB und in der Fachöffentlichkeit weithin geachtet.
Margot Käßmann wird Gastprofessorin
Mit einer neuen Gastprofessur bietet die Ruhr-Uni Persönlichkeiten, die sich um die Einheit von Wissen und Gesellschaft verdient gemacht haben, einen akademischen Wirkungsraum: Die erste Max Imdahl-Gastprofessur wird von Dr. Dr. h.c Margot Käßmann besetzt. Wie der Namensgeber, so hat auch sie sich nie von Fachgrenzen einschränken lassen, sondern sich mit verschiedensten Themen befasst und immer wieder Wissenschaftsdisziplinen verbunden und auf aktuelle, die Gesellschaft bewegende Fragen bezogen. Käßmann wird ab 1. Januar 2011 für ein Jahr an der RUB auf dem Gebiet der Ökumene und Sozialethik forschen und lehren.
Margot Käßmann, 1958 geboren, studierte Evangelische Theologie und wurde 1989 an der RUB promoviert. Sie war Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages (1994-99), Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers (1999-2010) und Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (2009-10). Sie wurde 2002 vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Uni Hannover mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet und erhielt 2009 das Bundesverdienstkreuz.
Hunderte Fachartikel und 40 Bücher allein in den letzten zehn Jahren zeugen von Käßmanns umfangreicher wissenschaftlicher Arbeit. Dabei arbeitete sie sich in die unterschiedlichsten Themen ein und setzte Akzente: So befasste sie sich u.a. mit der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 und ihren Impulsen für die gegenwärtige Kirchenreformdebatte, sie hat sich immer wieder mit der Bildungsverantwortung der Kirche befasst und das Thema „Religion und Kind“ eingehend bearbeitet. Sie setzte sich mit vielen sozialethischen Herausforderungen der Gegenwart auseinander, darunter Sterbehilfe und -begleitung, die sozialethische Bewertung von Babyklappen, wachsende (Kinder-)Armut, Asylrechtspraxis und Genderdiskriminierung. Ihre Äußerungen zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan sorgten für große mediale Resonanz. Käßmann gelang in allen Bereichen ihrer Arbeit der Wissenstransfer aus der theologischen Theorie in die Öffentlichkeit.
Die Max Imdahl-Gastprofessur ist benannt nach dem 1988 verstorbenen ersten Ordinarius für Kunstgeschichte der RUB. Sie wird ab 2011 jährlich für sechs bis zwölf Monate vom Rektorat im Benehmen mit dem Senat verliehen. Die oder der jeweilige Gastprofessor/in wird eine öffentliche „Max Imdahl-Vorlesung“ halten und weitere Lehrveranstaltungen durchführen.
ad, md, Thorben Sommer, Foto: Monika Lawrrenz/LVH | Themenübersicht

