RUBENS Nr. 145 - 1. Oktober 2010
RUB » RUBENS » Ausgabe 145 » Artikel

Die Ruhr-Universität in der Exzellenzinitiative

EDitorial


2007 war die RUB ganz dicht dran – wir waren in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative in die Endrunde der zehn ausgewählten Universitäten mit besonders überzeugenden Zukunftskonzepten gekommen. Für Viele war das eine große Überraschung: Warum ist die „graue Maus“ aus Bochum plötzlich so gut? Damals wurde unsere „RUB Research School“ schon seit 2006 in der Exzellenzinitiative gefördert und die RUB war 2007 mit zehn Sonderforschungsbereichen längst ganz vorne unter den besten deutschen Universitäten. Seitdem haben wir begonnen, unser Zukunftskonzept mit Unterstützung des Landes und der Stiftung Mercator umzusetzen, und unsere Visionen haben sich als tragfähig erwiesen: Alle wesentlichen Maßnahmen des Konzepts von 2007 sind inzwischen Realität geworden. Am 1.9.2010 hat die neue Runde der Exzellenzinitiative begonnen und wir sind wieder dabei, mit unserem bundesweit anerkannten Modell einer universitätsweiten „Research School“, mit vier Exzellenzclusteranträgen und mit einem weiterentwickelten Zukunftskonzept. Mit neun Sonderforschungsbereichen zählen wir auch jetzt wieder zur Spitzengruppe in Deutschland. Und das ist nur einer von vielen Qualitätsausweisen.
An der Vorbereitung der neuen Wettbewerbsbeiträge haben sich alle Fakultäten und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie zahlreiche einzelne Universitätsmitglieder beteiligt: Ideen der Fakultäten, individueller Leistungsträger, der Neuberufenen, der jungen Wissenschaftler/innen, der Studierenden und weiterer Gruppen konnten so einbezogen werden. Wir wollen erreichen, dass möglichst die ganze Uni dabei ist und mithilft, in dieser Runde erfolgreich zu sein. Über den Begriff „Elite“ kann man unterschiedlicher Meinung sein, er wird ja vor allem in den Medien zur verkürzten Charakterisierung der Exzellenzinitiative verwendet. Dieser Wettbewerb bringt im Erfolgsfall nicht nur erhebliche zusätzliche Mittel, er dient uns vor allem als Katalysator, um den Weg zu einer besonders attraktiven Universität von internationalem Format, den wir ohnehin beschreiten wollen, leichter und rascher gehen zu können. Es dürfte für alle Mitglieder unserer Universität – vor allem auch für die Studierenden – lohnend sein, wenn wir erfolgreich sind. Das ist die Grundidee des RUB-Zukunftskonzepts: Alle können mit besonderen Leistungen zur Verbesserung unserer Universität beitragen.
Kerngedanke ist daher das RUB-Leitbild der „universitas“, der Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden. Auf dem Forschungscampus soll die frühe Selbständigkeit von jungen Wissenschaftlern/innen noch stärkere Beachtung finden. In einem Miteinander von Forschung und Lehre soll neben Forschungsverbünden auch die Einzelforschung gestärkt werden, ohne die kooperative Forschung sich gar nicht entwickeln kann. In jedem einzelnen Fall wird auf einen Beitrag zur forschungsnahen Lehre geachtet. Auf dem „Research Campus RUB“ soll es internationaler zugehen. Unsere neue „International Faculty“ (nicht zu verwechseln mit einer Fakultät) wird von internationaler Forschung und Lehre geprägt sein. Damit wird die RUB zu einem noch stärker kosmopolitisch geprägten Lehr- und Forschungsraum.
Auch unsere „Research Departments“ werden weiterentwickelt. Zu den Bereichen Proteinforschung, Materialwissenschaften, Neurowissenschaften, Systemchemie, Plasmaforschung und Religionswissenschaft sollen weitere kommen. Die Research Departments sind ein hervorragender Nährboden für die Entwicklung neuer Forschungsvorhaben und sie tragen zugleich zur Entwicklung neuer forschungsnaher Studiengänge bei. Vier neue Antragsskizzen für Exzellenzcluster wurden eingereicht, je eines in den Lebens-, den Geistes-, den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Das zeigt, dass die RUB in allen ihren Disziplinen konkurrenzfähig ist.
Mit dem Zukunftskonzept „RUB Research Campus“ soll die gesamte Universität vorangebracht werden, die Qualität in Forschung und Lehre ausgebaut und die Entwicklung einer Zweiklassengesellschaft zwischen hochdotierter Verbundforschung und ebenso hochklassiger, aber weniger oder gar nicht geförderter Einzelforschung innerhalb der Universität verhindert werden. Die Exzellenzinitiative ist kein Selbstzweck, aber sie hilft uns, unsere langfristigen Pläne rascher zu konkretisieren.

Elmar Weiler, Rektor, und Ulf Eysel, Prorektor für Forschung | Themenübersicht