

Erfolgreiches DOPPELLEBEN
Was MACHT EIGENTLICH … Uwe Kleinkes?
Vor ein paar Jahren haben sie das Leben an der Ruhr-Uni maßgeblich geprägt – in Forschung, Lehre, Kultur usw. Irgendwann sind sie aus dem Blickfeld verschwunden. Doch RUBENS hat sich auf die Suche nach diesen Menschen gemacht. Diesmal haben wir in Dortmund Dr. Uwe Kleinkes gefunden und angerufen. In den 90er-Jahren war er einer der ersten (Chef-)Redakteure von Radio ct (heute „ct das Radio“) und in der Akafö-Pressestelle tätig. Kleinkes hat in Bochum und in Brighton Chemie studiert und wurde an der RUB promoviert. Heute ist er Geschäftsführer des Fachverbandes für Mikrotechnik und der Firma IVAM Research, deren Aufgaben wir gleich erklären.
Rubens: Hallo Herr Kleinkes, hören Sie gerade Radio?
Uwe Kleinkes: Ja.
Rubens: Doch nicht etwa ct?
Uwe Kleinkes: Aktuell BBC Radio 4 übers Internet, aber ct bekommt man sogar in Dortmund über Antenne. Ab und zu höre ich da rein.
Rubens: Erkennen Sie es noch wieder?
Uwe Kleinkes: Vor allen Dingen hat sich natürlich die Musikfarbe geändert, die Programme sind natürlich anders, aber das muss ja auch so sein.
Gratuliert und rausgeschmissen
Rubens: Profitieren Sie heute noch von Ihren ct-Erfahrungen?
Uwe Kleinkes: Auf jeden Fall. Im Labor habe ich im Wesentlichen Naturwissenschaften gelernt, bei ct habe ich über Sponsoring-Verträge verhandelt, Programm gemacht, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geworben, angeleitet, Verhandlungen geführt und einfach etwas Neues aufgebaut. Wegen Radio c.t. musste die Landesregierung das Landesrundfunkgesetz ändern. Die haben uns am Anfang überhaupt nicht ernst genommen, aber wir sind aber immer wieder aufgeritten und konnten dann den Zeitgeist für uns nutzen. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin wollten wir Sponsoren akquirieren. Auf dem Messestand eines Großkonzerns der Unterhaltungselektronik haben wir behauptet, dass wir einen Termin mit dem Geschäftsführer haben. Der hat uns zu unserer Chuzpe gratuliert und sofort wieder rausgeschmissen. Ich glaube, wir haben noch jeder eine Dose Cola bekommen. Man lernt auch Rückschläge zu verkraften. Aber Campusradios waren irgendwann „in“ und wir in Bochum waren die ersten, die das durchgesetzt haben. Im Rückblick finde ich den Vertrauensvorschuss vom Rektorat enorm, die haben uns immer unterstützt. Das hätte ja auch eine grandiose Bauchlandung für die Uni werden können. Es gab da ja überhaupt keine Erfahrungswerte im Vorfeld und die kannten uns zunächst auch nur aus einigen Gesprächen. Aber es hat geklappt und läuft bis heute! Ich hoffe, dass die Studis auch heutzutage in der Uni diese Freiräume und Unterstützung für innovative Projekte haben.
Rubens: Wir kennen uns ja hauptsächlich durch Ihre Tätigkeit beim Akafö. Hier Radio, dort Pressestelle. Für mich waren Sie irgendwie immer ein Mann der Medien. Als ich jetzt zu „Uwe Kleinkes“ gegoogelt habe, war auf einmal nur noch von Nanotechnik die Rede oder von Krebstherapie. Haben Sie damals eine Art Doppelleben geführt? Vielleicht fangen wir mal mit Ihrem Studium an.
Uwe Kleinkes: Chemiestudium in Bochum, zwischendurch an der University of Sussex in Brighton, ich war im Nitrogen Fixation Laboratory tätig, und dann wieder Bochum.
Rubens: Und anschließend haben Sie noch promoviert!?
Uwe Kleinkes: Bei Prof. William Sheldrick im Bereich Analytische Chemie. Wir haben Modellsubstanzen für Zytostatika untersucht.
Silicon Valley & Tokio
Rubens: Jetzt sollten wir mal erklären, was es mit der oben genannten IVAM auf sich hat?
Uwe Kleinkes: IVAM ist ein Verbund von 300 Unternehmen und Instituten aus den Bereichen Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie und Neue Materialien. Wir sind die kommunikative Brücke von Technologieanbieter zum Anwender und zum Markt. Im Wesentlichen sind innovative, mittelständische Unternehmen bei uns organisiert.
Rubens: Was genau machen Sie dort? CEO bzw. Geschäftsführer klingt ja nicht schlecht.
Uwe Kleinkes: Ich vertrete drei Geschäftsbereiche: Im Bereich „B2B“ organisieren wir große Businessplattformen. Ich komme gerade von der Hannover Messe. Dort haben wir für 40 Unternehmen einen Stand organisiert. Im Bereich „IVAM International“ knüpfen wir internationale Geschäftskontakte, insbesondere nach Asien und in die USA. Ich war im Mai bei unserer Schwesterorganisation im Silicon Valley und im Juli machen wir ein Symposium in Tokio. Im Bereich „IVAM Research“ machen wir Marktanalysen.
Rubens: Die Firmenadresse, Emil-Figge-Straße, klingt ein wenig nach TU Dortmund: Gibt es da Kooperationen?
Uwe Kleinkes: Auf jeden Fall. Ich kann Unternehmen nur empfehlen, sich im Dunstkreis einer Hochschule anzusiedeln. Dadurch haben wir einen guten Draht in die Hochschule hinein, bekommen Studis als Hilfskräfte und Absolventen.
Rubens: Wie sieht es mit den Kontakten zur Ruhr-Uni aus? Wir haben ja zum Beispiel „RUB Alumni“, das Netzwerk für Ehemalige der RUB.
Uwe Kleinkes: Das mit dem Alumni-Netzwerk finde ich klasse. Darüber bin ich überhaupt erst wieder mit der RUB in Kontakt gekommen. Wir bräuchten als Firma noch mehr Bindung an die Uni, nicht nur, weil wir zeitweilig auch Bedarf an Absolventen haben, sondern weil Hightech-Unternehmen immer neue Impulse brauchen und die müssen auch von den Hochschulen kommen. Das betrifft nicht nur die wissenschaftlichen Ergebnisse, sondern auch Fragen zur modernen Firmenführung, Marketing und vieles mehr. Zuletzt habe ich einen Vortrag bei der Bochumer Marketing Initiative BOMI an der RUB gehalten.
ad, Foto: IVAM | Themenübersicht

