RUBENS Nr. 144 - 1. Juli 2010
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GENDERGERECHT berufen

RUB legt neuen Leitfaden zu Berufungsverfahren vor

Als eine der ersten deutschen Hochschulen hat die RUB auf die veränderte Kultur bei Berufungen reagiert. Sie hat einen Leitfaden veröffentlicht, der u.a. Infos für die geschlechtergerechte Ausgestaltung von Berufungsverfahren zusammenfasst.

Die Broschüre gibt Antworten auf Fragen wie: Wie und wann werden Gleichstellungsbeauftragte, Schwerbehindertenvertretung und Berufungsbeauftragte in den Berufungsprozess einbezogen? Wie wird die Berufungskommission besetzt und wie vermeidet man Befangenheitsverhältnisse? Was gehört in die Berufungsakte? Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Berufungskriterienkatalog. Er ist eine wesentliche Grundlage für die Entscheidung des Rektorats über die Berufungsvorschläge der Fakultäten. Orientiert am Fortgang des Berufungsverfahrens beantwortet die Broschüre viele weitere Fragen. Zudem gibt sie Anregungen für die Gewinnung möglicher Bewerberinnen. So sollte die RUB schon in Stellenausschreibungen damit punkten, dass sie als familiengerechte Hochschule re-zertifiziert ist. Auch auf die Möglichkeit der aktiven Ansprache von potentiellen Bewerberinnen über Datenbanken oder Headhunting-Agenturen macht der Leitfaden aufmerksam. Adressen und Ansprechpartner, Links und Literatur sowie eine Checkliste für Berufungen runden das Heft ab.
„Der Trend hin zu einer veränderten Kultur in Berufungsverfahren lässt sich in der gesamten deutschen Hochschullandschaft feststellen“, sagt Dr. Masha Gerding, Gleichstellungsbeauftragte der RUB. Sie hat den Leitfaden gemeinsam mit Vertreter/innen des Personaldezernats und anderer Abteilungen der RUB entwickelt. Zur veränderten Kultur gehört neben dem wertschätzenden Umgang mit Bewerber/innen und transparenten Kriterien auch die Beachtung von Gleichstellungsstandards.
Die RUB möchte den Anteil von Frauen bei Neuberufungen bis 2013 um 25 Prozent steigern. Sie folgt damit einer Empfehlung des Wissenschaftsrates zur Chancengleichheit von Wissenschaftler/innen. Im Falle der Juniorprofessuren, bei deren Zahl die RUB deutschlandweit an der Spitze liegt, ist dieses Ziel schon erreicht: 40 Prozent der Juniorprofessuren sind mit Forscherinnen besetzt.
Info: Leitfaden im Netz: http://www.rub.de/gleichstellungsbuero/downloads

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