Zur Lage dEr Studenten
Die vielen, vielen Zahlen der 19. Sozialerhebung des Studentenwerks
258 Euro gibt der durchschnittliche Bochumer Student monatlich für Miete und Nebenkosten aus. Da geht es ihm noch ganz gut, in München kostet der Spaß knapp 100 Euro mehr (348); auch Hamburg, Köln, Düsseldorf und Frankfurt sind teure Pflaster. Dabei stehen dem (in diesem Fall: deutschen) Durchschnittsstudenten gerade mal 812 Euro pro Monat zur Verfügung – und davon will noch einiges mehr bezahlt werden, die Studiengebühr, das Essen, die Kleidung und einiges mehr. Wofür das Geld genau gebraucht wird, woher es kommt und wie es den Studenten überhaupt so geht, verrät die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks.
Alle drei Jahre will man es ganz exakt wissen: Da werden die Studierenden in Deutschland in der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage befragt. Finanziert wird die Befragung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, durchgeführt vom Hochschul-Informations-System (HIS). An der 19. Sozialerhebung nahmen im Sommer 2009 exakt 16.370 Studierende von 210 Hochschulen teil, darunter rund 300 Studierende der RUB.
Zwei Topthemen
2009 waren deutschlandweit 43% der Studierenden in Bachelor- und 5% in Master-Studiengängen eingeschrieben; 59% von ihnen studierten an Hochschulen, die Studiengebühren erheben. Genau diesen beiden Themen, Bachelor/Master bzw. Gebühren, räumte die Befragung eine Sonderstellung ein. Drei plakative Aussagen leitet das DSW zum gestuften Studium ab: (1) Der Zeitaufwand im Bachelor-Studium ist insgesamt etwas geringer als in Staatsexamens- oder Diplom-Studiengängen. (2) Dennoch ist für 19% der Bachelor-Studierenden die zeitliche Belastung zu hoch. (3) Vor allem um Geld zu sparen, nutzen Bachelor-Studierende häufiger Wohnheim und Mensa und haben häufiger Beratungsbedarf zur Studienfinanzierung als die anderen Studierenden.
Auch bei den Gebühren kommt das DSW zu einschlägigen Ergebnissen: Für 59% der Studierenden bezahlen die Eltern die Gebühren, 30% zahlen sie aus eigener Kasse (Verdienst, Erspartes) und nur 11% nehmen Darlehen in Anspruch. Unterschiede verursacht weiterhin die soziale Herkunft: Je höher das Einkommen der Eltern, desto häufiger finanzieren sie ihren Kindern das Studium. Studierende aus weniger reichen Elternhäusern jobben mehr und nehmen öfter Darlehen auf. Derzeit werden Gebühren in sechs Bundesländern erhoben; 59% der Studierenden in Deutschland sind, wie erwähnt, theoretisch betroffen (zahlen müssen aufgrund verschiedener Befreiungsgründe nur 48%). NRW gehört (noch) zu den sechs Ländern. Hier gestaltet sich die Verteilung der Gebührenbezahlung etwas anders als im Bundesschnitt: Fast jeder fünfte NRW-Student (19%) nimmt ein Darlehen auf, nur 55% bekommen die Studiengebühren von den Eltern bezahlt, der Rest (26%) bezahlt sie aus eigenen Mitteln.
Geldquellen
Ansonsten widmet sich die 19. Sozialerhebung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation der Studierenden. Sie fragt, wie viel Geld sie zur Verfügung haben, woher es kommt und wohin es fließt. Das durchschnittliche studentische Budget beträgt demnach 812 Euro im Monat. Die drei wichtigsten Quellen sind Eltern, Nebenerwerb und Bafög. Konkret: 87% der Studierenden werden von ihren Eltern unterstützt, und zwar mit durchschnittlich 445 Euro im Monat. 66% jobben neben dem Studium und verdienen im Durchschnitt 323 Euro im Monat. 29% erhalten Bafög, im Schnitt 430 Euro im Monat – das sind 54 Euro mehr als noch 2006, als die Studierenden zuletzt befragt worden sind.
Insbesondere die Zahl der nebenerwerbstätigen Studierenden schwankt extrem zwischen den Regionen. So beträgt die Quote der arbeitenden Studierenden im Erststudium in Jena 50%, in Wuppertal liegt sie bei 84%. Auch Städte wie Köln, Düsseldorf oder Dortmund liegen deutlich über dem o.g. Bundesdurchschnitt (66%); Bochum liegt mit einer Quote von 68% nur knapp darüber.
Ausgegeben werden die 812 Euro natürlich auch. Den größten Posten nimmt die Miete ein (im Schnitt 281 Euro/Monat; Bochum: 258), gefolgt von Ernährung (159), Auto/ÖPNV (76), Freizeit/Kultur/Sport (63), Krankenversicherung/Arzt/Medikamente (59), Kleidung (51), Telefon/Internet (35) sowie Lernmittel (33). Viel bleibt nicht übrig, vor allem nicht für diejenigen, die Studienbeiträge zu zahlen haben.
Infos: http://www.studentenwerke.de/se
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