RUHR.2010 erreicht die RUB
Worte zum Kulturhauptstadtjahr
Das Kulturhauptstadtjahr läuft sich so langsam warm: Die Ruhr-Atolle auf dem Baldeneysee und die Schachtzeichen überall im Revier waren und sind bislang die vielleicht sichtbarsten Zeichen (abgesehen von der romantisch verschneiten Eröffnungsfeier im Januar auf Zeche Zollverein). Doch RUHR.2010 hat längst auch die Ruhr-Universität erreicht, zum Beispiel mit der schönen Landschaftsausstellung im neuen Kubus. Sie ist zugleich Bestandteilteil des Großprojekts Ruhrkunstmuseen, zu denen wiederum die Kunstsammlungen der RUB mitsamt Situation Kunst gehören (siehe RUBENS 142 und Seite 5 dieser Ausgabe). Sichtbar auf dem Campus wird das Kulturhauptstadtjahr auch im Foyer der Universitätsverwaltung, wo der DESIGNKIOSK Café Olé steht (RUBENS 142).
Auch schräg gegenüber im Musischen Zentrum stehen die Zeichen auf RUHR.2010. Die Ausstellungen der Bereiche Bildende Kunst und Fotografie verstehen sich allesamt als Kulturhauptstadtbeiträge (RUBENS 141); das gilt auch für viele der Aufführungen der Bereiche Musik und Studiobühne. Dazu zählt die bereits Mitte Mai vom Collegium vocale Bochum gemeinsam mit dem Orpheus-Ensemble Dortmund an der RUB und in der Dortmunder Innenstadt vorgetragene „Marien-Vesper”. Auch das große Semesterkonzert von Chor und Orchester der Ruhr-Universität Mitte Juli ist laut Universitätsmusikdirektor Dr. Hans Jaskulsky genuiner Teil der Kulturhauptstadtaktivitäten, zumal die Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy mitten in der Bochumer „Local Heroes Woche” vorgetragen werden. Für den September plant der Bereich Musik des Musischen Zentrums weitere einschlägige Aktionen, unter anderem die Teilnahme am allumfassenden „Henze-Projekt”, bei dem nichts weniger als „neue Musik für die Metropole” gesucht wird. Bereits am 4. Juni nimmt das Collegium vocale der RUB am Wandelkonzert der Chöre der Ruhrgebietshochschulen in Essen-Werden teil. Das Wandelkonzert ist zugleich der Auftakt zum „!Sing – Day of Song”, der am 5. Juni in einer Massenveranstaltung mit über 60.000 Sänger/innen in der Schalke-Arena seinen zumindest quantitativen Höhepunkt findet (Seite 7).
Coup in Istanbul
Einen ganz besonderen Coup landete die von Karin Freymeyer geleitete Studiobühne. Das mit Studierenden aller Fachrichtungen besetzte Ensemble gastierte Anfang Mai in Istanbul, einer der anderen beiden europäischen Kulturhauptstädte, und feierte dort als RUHR.2010-Botschafterin einen Riesenerfolg. Für die Aufführung von „Blaubart – Hoffnung der Frauen” gab es langanhaltende Standing Ovations (Seite 7). Die neueste Produktion der Studiobühne, der „Nibelungen Slam”, feiert übrigens in der Bochumer „Local Heroes Woche” Premiere.
Zu guter Letzt noch ein Blick aufs Sommerfest der Ruhr-Universität am 2. Juni (RUBENS 142): Der Großteil der hier auftretenden Künstler stammt aus dem Ruhrgebiet. Das haben die Planer vom Musischen Zentrum, vom Kulturbüro boSKop, vom Asta und von UNIversaal ganz bewusst so entschieden, schließlich handelt es sich dabei um einen netten Gruß an die Kulturhauptstadt. Genau wie die erneute Einladung an die starken Partner der RUB in der Stadt (Motto: „Gemeinsam für Bochum”), zu denen viele Kulturschaffende wie Schauspielhaus, Jahrhunderthalle oder Bergbaumuseum gehören. Im Foyer des Audimax stellen sie auf dem Unifest unter anderem ihre eigenen Kulturhauptstadtprojekte vor.
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