Wissenstransfer an der Ruhr-Universität
Editorial
In dieser Ausgabe von Rubens werden die neuen „Applied Competence Cluster“ (ACC) der RUB vorgestellt. Die ersten zwei ACC (Terahertz-Technologie und Plasmatechnik) sind neue Bausteine im Konzept des „Research Campus“ der RUB und gesellen sich zu den „Research Departments“ und der in der Exzellenzinitiative geförderten „Research School“. Die ACC ermöglichen einen schnellen Technologietransfer aus den Forschungsschwerpunkten der RUB und vernetzen die Forscher der Universität direkt mit kleinen und mittleren Unternehmen. Die Vorstellung der ACC gibt Anlass zu einigen Worten über die Bedeutung von Wissenstransfer an unserer Universität.
Für uns als „Voll-Universität“ mit 20 Fakultäten umfasst Wissenstransfer die Vermittlung von Wissen aus allen Forschungsdisziplinen und geht dabei über die alleinige Verwertung von Technologien am Markt deutlich hinaus. Unter den Transferleistungen der RUB finden wir deshalb Beispiele aus der ganzen Spannbreite unserer Fakultäten.
Ein zentraler Vermittler für Wissenstransfer ist die 1998 gegründete „rubitec - Gesellschaft für Innovation und Technologie der Ruhr-Universität Bochum mbH“, sie verfolgt für die RUB das Ziel, die Verwertung universitärer Forschungsergebnisse voranzutreiben und den Wissenstransfer zu professionalisieren. Das führte bereits zu vielen erfolgreichen Ausgründungen, darunter Prot@GEN aus der Medizin, SCIENLab Electronic Systems aus der Elektrotechnik, TerraTransfer aus den Geowissenschaften und eligo GmbH aus der Psychologie. Immerhin ist die RUB zweitstärkste Gründeruniversität in NRW. Folgende Beispiele, die sich um viele erweitern ließen, zeigen die Vielfalt von Wissenstransfer, die auf dem Campus der RUB stattfindet:
Die „AKADEMIE DER RUB gGmbH“ bietet in vielen Feldern umfangreiche professionelle und interdisziplinäre wissenschaftliche Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte in Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung, in Verbänden sowie in Bildungs- und Beratungseinrichtungen an und strahlt damit in die Region und die berufliche Praxis aus.
ICAMS, das „Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation“ führt die Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Entwicklung und langfristigen industriellen Anwendung neuer Werkstoffe mit Hilfe von Computersimulationen zusammen und wird gemeinsam von Industrie und Land sowie auch von der Universität finanziert.
PURE, die „Protein Research Unit Ruhr within Europe“, nimmt derzeit mit Landesfinanzierung ihre Arbeit auf. Hier arbeiten Mediziner und Naturwissenschaftler zusammen, um mit modernsten Methoden den Bogen von der Grundlagenforschung bis zur Früherkennung und Behandlung von Krankheiten zu spannen. PURE ist zugleich die erste Schnittstelle der RUB zum neuen Gesundheitscampus NRW in Bochum.
IDEMA, der „Internet Dienst für eine moderne Amtssprache“ aus den Sprachwissenschaften, ist deutschlandweit bekannt und hat von sich reden gemacht als Vorkämpfer für eine verständliche Kommunikation öffentlicher Verwaltungen mit dem Bürger. Dazu werden Schulungskurse und die Nutzung einer Datenbank mit Textmodulen für unterschiedlichste Nutzer angeboten. Das Dienstleistungsangebot wird bereits von einer großen Versicherung, Ministerien und Gerichten genutzt.
Dies sind schöne Erfolge, aber es bleibt auch noch viel zu tun, um den Wissenstransfer als wichtige und wertvolle Facette universitärer Leistung in immer mehr Köpfen fest zu verankern.
Ulf Eysel, Prorektor für Forschung und Wissenstransfer | Themenübersicht

