RUBENS Nr. 141 - 1. April 2010
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Karriere per Knips

Forschungsprojekt Remomedia zu Mobile Tagging

Wer kennt das nicht? Unterwegs entdeckt man auf einem Plakat eine interessante Neuigkeit. Ein Unternehmen sucht Mitarbeiter, bietet Praktika oder Themen für Abschlussarbeiten an. Man hat nichts zu schreiben dabei, und bis man daheim am PC sitzt, um nach weiteren Infos zu suchen, ist alles vergessen. Für dieses Problem gibt es seit einiger Zeit eine Lösung: Mobile Tagging. Das Prinzip ist einfach und nutzt die technischen Möglichkeiten moderner Handys. Anzeigen oder Plakate werden um einen zweidimensionalen Barcode, den sog. Mobile Tag, ergänzt. Wie bei Artikelkennzeichnungen für Kassenscanner im Einzelhandel enthalten diese Schwarzweißmuster maschinenlesbare Informationen. Die Barcodes (Quick Response bzw. QR Codes) lassen sich aber einfacher erfassen und auswerten.
Wird ein Mobile Tag mit der Handykamera aufgenommen und per Reader-Software ausgelesen, erhält der Nutzer z.B. einen Link. Wird dieser angeklickt, können weiterführende Infos im Web abgerufen werden. Auch kurze Texte oder Kontaktinfos können im Tag stecken; sie können im Handy gespeichert und weiterverwendet werden, ohne sie über die Tastatur eingeben zu müssen. Alles was man braucht ist ein (internetfähiges) Handy mit Kamera sowie die Reader-Software zum Auslesen des Codes. Diese gibt es für viele moderne Modelle kostenfrei im Internet zum Download. Einige neue Geräte haben Tag-Reader bereits vorinstalliert.
Die Anwendungsmöglichkeiten von Mobile Tagging speziell im Recruiting werden an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden im Forschungsprojekt Remomedia (Recruiting in the Mobile Media) untersucht. Mobile Tagging bietet Unternehmen die Möglichkeit, auf innovative Weise über den mobilen Kommunikationskanal mit Bewerbern in Kontakt zu treten und diese auf einfache Weise den Abruf weiterführender Informationen auf das Handy zu ermöglichen. Aktuell entwickelt ein fünfköpfiges Studententeam eine Testkampagne für einen europaweit agierenden Energiekonzern. Beworben wird ein internationales Trainee-Programm für angehende Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure. Die Zusammenarbeit mit dem Dax-Unternehmen gibt dem Projekt einen Praxisbezug und erlaubt es den Studierenden, die gesamte Kampagne, von der Analyse, Konzeption und Umsetzung bis hin zur Auswertung der Ergebnisse, kennenzulernen.
Die Testkampagne läuft an verschiedenen deutschen Hochschulen, es werden Anzeigen, Plakate oder Flyer mit QR Codes präsentiert. Über sie können Studierende auf die mobile Website des Unternehmens gelangen und sich über das Trainee-Programm und Karriereperspektiven informieren.


Infos: http://www.remomedia.de

Stefan Römer/ad | Themenübersicht