RUBENS Nr. 141 - 1. April 2010
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Tag und Nacht

Die Ruhr-Uni führt 2-Schichtbetrieb ein

Die Ruhr-Uni führt als erste Hochschule in Deutschland einen vollen 2-Schichtbetrieb ein. Mit dieser erheblichen Ausweitung des Lehrbetriebs demonstriert sie ihre gesellschaftliche Verantwortung für die kommende Studierendengeneration. Neueinschreiber können wählen, ob sie von 8 bis 18 oder von 20 bis 6 Uhr studieren wollen. Damit kommt die RUB unterschiedlichen Lebensgewohnheiten von Studierenden entgegen und ermöglicht ihnen, auch zu anderen Zeiten als bisher für den Lebensunterhalt zu arbeiten. Als Start-Anreiz hat die RUB beschlossen, Studierenden, die sich für den Nachtbetrieb entscheiden, die Hälfte der Studienbeiträge zu erlassen. Ermutigt von positiven Signalen aus dem NRW-Wissenschaftsministerium hat das Rektorat einen Antrag in Höhe von 30 Mio. Euro auf den Weg nach Düsseldorf gebracht. Der Probebetrieb in ausgewählten Fächern beginnt im Sommersemester, der Vollbetrieb wird – vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung – zum 1.4.12 aufgenommen, gerade rechtzeitig für den doppelten Abiturjahrgang in NRW.
Im Ruhrgebiet gehört es zur guten Tradition, in mehreren Schichten zu arbeiten. Was früher nur für Bergbau und Industrie galt, ist inzwischen an der Tagesordnung: die ständige Verfügbarkeit für den Arbeitgeber, Meetings am Wochenende, nächtliche Exposés, mit dem Laptop unterwegs arbeiten und Mails beantworten– und als Student nachts in der Unibibliothek lernen. So ist der Schritt zum vollzeitlichen Uni-2-Schichtbetrieb eine konsequente Fortentwicklung.
Umfangreiche organisatorische Maßnahmen haben Verwaltung und Fakultäten inzwischen eingeleitet. Der Probetrieb beginnt ab 1. April in einigen besonders gefragten NC-Fächern. Dafür ist eine Ausweitung insbesondere des Lehrpersonals aus eigenen Haushaltsmitteln sowie Studierendenbeiträgen erfolgt. Weiteres Personal wird kurzfristig gesucht und eingestellt. Nach vorläufigen Schätzungen muss es in der Anfangsphase um ca. 15 % aufgestockt werden; den zweischichtigen Vollbetrieb wird die RUB mit ca. 50 % mehr Personal fahren können. Zahlreiche Professoren und Mitarbeiter sind nach Umfragen gewillt, gegen entsprechende Nachtzuschläge im Wechselschichtbetrieb zu lehren und zu forschen.
Als erstes geht die Bibliothek zum 24-Stunden-Betrieb über; nächtliche Seminare und Übungen folgen mit dem Vorlesungsbeginn ab Mitte April. Die Schichtwechsel zwischen 6 und 18 sowie zwischen 18 und 20 Uhr sind für den Reinigungsdienst vorbehalten. Das Akafö gibt ab Anfang des Monats warme Nachtmahlzeiten in Bistro der Mensa aus. Die meisten Geschäfte im Uni-Center haben ihre Bereitschaft signalisiert, nächtliche Einkaufszeiten vorzusehen, wenn sich der 2-Schichtbetrieb durchsetzen sollte.

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