Tag und Nacht
Die Ruhr-Uni führt 2-Schichtbetrieb ein
Die Ruhr-Uni führt als erste Hochschule in Deutschland
einen vollen 2-Schichtbetrieb ein. Mit dieser erheblichen
Ausweitung des Lehrbetriebs demonstriert sie ihre gesellschaftliche
Verantwortung für die kommende Studierendengeneration.
Neueinschreiber können wählen, ob sie von 8
bis 18 oder von 20 bis 6 Uhr studieren wollen. Damit kommt
die RUB unterschiedlichen Lebensgewohnheiten von Studierenden
entgegen und ermöglicht ihnen, auch zu anderen Zeiten
als bisher für den Lebensunterhalt zu arbeiten. Als
Start-Anreiz hat die RUB beschlossen, Studierenden, die
sich für den Nachtbetrieb entscheiden, die Hälfte
der Studienbeiträge zu erlassen. Ermutigt von positiven
Signalen aus dem NRW-Wissenschaftsministerium hat das
Rektorat einen Antrag in Höhe von 30 Mio. Euro auf
den Weg nach Düsseldorf gebracht. Der Probebetrieb
in ausgewählten Fächern beginnt im Sommersemester,
der Vollbetrieb wird – vorbehaltlich der ministeriellen
Genehmigung – zum 1.4.12 aufgenommen, gerade rechtzeitig
für den doppelten Abiturjahrgang in NRW.
Im Ruhrgebiet gehört es zur guten Tradition, in mehreren
Schichten zu arbeiten. Was früher nur für Bergbau
und Industrie galt, ist inzwischen an der Tagesordnung:
die ständige Verfügbarkeit für den Arbeitgeber,
Meetings am Wochenende, nächtliche Exposés,
mit dem Laptop unterwegs arbeiten und Mails beantworten–
und als Student nachts in der Unibibliothek lernen. So
ist der Schritt zum vollzeitlichen Uni-2-Schichtbetrieb
eine konsequente Fortentwicklung.
Umfangreiche organisatorische Maßnahmen haben Verwaltung
und Fakultäten inzwischen eingeleitet. Der Probetrieb
beginnt ab 1. April in einigen besonders gefragten NC-Fächern.
Dafür ist eine Ausweitung insbesondere des Lehrpersonals
aus eigenen Haushaltsmitteln sowie Studierendenbeiträgen
erfolgt. Weiteres Personal wird kurzfristig gesucht und
eingestellt. Nach vorläufigen Schätzungen muss
es in der Anfangsphase um ca. 15 % aufgestockt werden;
den zweischichtigen Vollbetrieb wird die RUB mit ca. 50
% mehr Personal fahren können. Zahlreiche Professoren
und Mitarbeiter sind nach Umfragen gewillt, gegen entsprechende
Nachtzuschläge im Wechselschichtbetrieb zu lehren
und zu forschen.
Als erstes geht die Bibliothek zum 24-Stunden-Betrieb
über; nächtliche Seminare und Übungen folgen
mit dem Vorlesungsbeginn ab Mitte April. Die Schichtwechsel
zwischen 6 und 18 sowie zwischen 18 und 20 Uhr sind für
den Reinigungsdienst vorbehalten. Das Akafö gibt
ab Anfang des Monats warme Nachtmahlzeiten in Bistro der
Mensa aus. Die meisten Geschäfte im Uni-Center haben
ihre Bereitschaft signalisiert, nächtliche Einkaufszeiten
vorzusehen, wenn sich der 2-Schichtbetrieb durchsetzen
sollte.
jk | Themenübersicht

