Schönes Revier
Die Entscheidung im Literaturwettbewerb ist gefallen
Germanistikstudent Till Beckmann hat im Januar und Februar zusammen mit dem Klartext-Verlag den schönsten Text übers Ruhrgebiet gesucht (RUBENS 140), ihn im März gefunden und auch gleich prämiert. In der Buchhandlung Napp war am 6. März aber nicht nur das Prosastück „Frau Duda“ der Siegerin Julia Sandforth zu hören, sondern die zehn schönsten Geschichten.
Selbst diese zehn Texte auszuwählen, war für die dreiköpfige Jury schwer genug. Kathrin Butt (Klartext Verlag), Stephanie Dressler (RUB) und Helmut Wanderoth (Kresch-Theater) hatten immerhin über 300 Texte zur Auswahl. „Wir hätten nie mit dieser großen Resonanz gerechnet, aber wir waren begeistert von den Texten. Gedichte, Kurzgeschichten, Berichte, Prosa – alles war dabei. Es ist einfach schön, Impulse zu geben, über das Ruhrgebiet nachzudenken und die Feder zu zücken“, sagt Till Beckmann. Der RUB-Student, Schauspieler und Initiator des Literaturwettbewerbs hatte zu Lesung und Preisverleihung bei Napp geladen; am Abend des 6. März war die kleine Buchhandlung am Bochumer Schauspielhaus proppevoll: Die Gewinner/innen, ihre Freunde und Verwandten, Medien, Kunstinteressierte und Ruhrgebietsfans waren da; es gab Bier, Biolimonade und zweieinhalb Stunden Programm.
Szenische Lesung
Die Autorinnen der drei besten/schönsten Texte
wurden mit geschliffenem Lob der Jury sowie Geldpreisen
belohnt, die Dr. Ulrich Matthes von der Herner Firma
Flexopharm gestiftet hatte. Victoria del Valle Luque
(Doktorandin am Romanischen Seminar der RUB) belegte
mit ihrem Text „160er“ (ein Prosatext über
eine kurze Busfahrt im Essener Winter) den mit 200 Euro
dotierten dritten Platz. Platz zwei (300 Euro) ging
an die RUB-Studentin Nina Behrmann und ihren Beitrag
„Prinz Promill“ (eine Geschichte über
eine längere S-Bahnfahrt zwischen Düsseldorf
und Essen). Da auch die Erstplatzierte des Wettbewerbs
(500 Euro), Julia Sandforth, Studentin an der Ruhr-Uni
ist, wurde die Preisverleihung zu einem einzigen Triumph
für die RUB (und fürs weibliche Geschlecht).
Bei der Lesung selbst sah es etwas anders aus. Denn
neben Julia Sandforths Text „Frau Duda“
(eine typische Ruhrgebiets-Budengeschichte) und den
anderen beiden mit Geldpreisen bedachten Storys waren
auch drei prämierte Texte von Kindern sowie die
Plätze vier bis zehn des Wettbewerbs zu hören
– darunter auch einige Werke von (männlichen)
Nichtmitgliedern der RUB. Das Besondere am Abend aber
war, dass die meisten Texte nicht einfach nur vorgelesen
wurden. Stattdessen wurden sie als szenische Lesung
von den Autor/innen zusammen mit Till Beckmanns Bruder
Nils und Frank Hörner (Regisseur und Leiter des
Theaters Kohlenpott) präsentiert. Das war überaus
unterhaltsam und man wünscht sich schon jetzt eine
Neuauflage des Wettbewerbs. Ein anderer Wunsch ging
bereits in Erfüllung: Die besten Texte werden demnächst
im Klartext-Verlag veröffentlicht.
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