RUBENS Nr. 140 - 1. Februar 2010
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5 Türme des Wissens

Ausstellung in der UB zur Geschichte Afghanistans

Mit einer großen Ausstellung zur Geschichte und nationalen Identität Afghanistans wartet die Universitätsbibliothek (UB) auf. Zur Eröffnung am 26. Februar vor 120 geladenen Gäste aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft werden u.a. NRW-Innovationsminister Prof. Dr. Andreas

Durch die Wirren der vergangenen 30 Jahre, durch Zerstörungen, Plünderungen und Flucht ins Exil ging insbesondere bei der jungen Generation der afghanischen Bevölkerung das Wissen um die Geschichte und die Entwicklung Afghanistans weitgehend verloren. Anderseits zeigen die zahlreichen historischen Publikationen, die in den letzten Jahren erschienen sind und die Faszination, die von alten Fotos ausgeht, dass ein breites Interesse an Kenntnissen über die nationale Identität besteht.
Hieraus entstand die Idee zu „Türme des Wissens“. Die transportable Ausstellung mit Bilddokumenten über die Entwicklung Afghanistans wurde zur Zirkulation in afghanischen Bildungseinrichtungen (Universitäten, Knaben- und Mädchen-Oberschulen, Bezirksschulen etc.) entwickelt und aus Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik (Deutsche Botschaft Kabul) sowie des Schweizer Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten gefördert. Deshalb ist die mehrfach kopierte Ausstellung nicht nur an mehreren tausend Orten in Afghanistan zu sehen, sondern auch in Bochum. Schließlich soll sie nicht nur der Stärkung der nationalen Identität Afghanistans dienen, sondern darüber hinaus zur Festigung der traditionellen Freundschaft zum deutschen Sprachraum.

Land alter Kultur

Turm 1 der Ausstellung befasst sich mit der Staatsgründung und mit den anglo-afghanischen Kriegen und deckt die Zeit von 1748 bis 1880 ab. Turm 2 zeigt das gottgegebene Königreich Afghanistan als Pufferstaat zwischen England und Russland (1880–1919); in diese Epoche fällt auch der Beginn der deutsch-afghanischen Freundschaft. Turm 3 begleitet den Aufbruch in die Unabhängigkeit und Modernisierung (1919–1933). Beispielsweise kamen in diesen Jahren zahlreiche deutschsprachige Ingenieure, Forscher und Ärzte nach Afghanistan. Turm 4 widmet sich der behutsamen Öffnung Afghanistans zum Westen und seinem Eintritt in die Weltpolitik (1933–1973). Dabei geht es z.B. um Afghanistans Rolle im 2. Weltkrieg, um den Ausbau der Freundschaft zum deutschen Sprachraum, um die Blockfreiheit im Kalten Krieg oder Demokratisierung und Wahlen. Im Mittelpunkt von Turm 5 schließlich steht Afghanistan als ein Land alter Kultur.

Info: „Türme des Wissens – Ausstellung zur Geschichte und nationalen Identität Afghanistans“, Universitätsbibliothek, 26.2.-9.5.2010; Eintritt frei. Eröffnung am 26.2., 15.15 h; der Eröffnung vorgeschaltet (14.15 h) ist die Graduiertenfeier des Masterstudiengangs „Management & Economics“ des Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik der RUB (IEE). Das IEE ist in Kooperation mit der Universitätsbibliothek zugleich auch verantwortlich für die Ausstellung, die mit Mitteln des Rektorats gefördert wird. Mehr unter http://www.ub.rub.de/DigiBib/Aktuelles/afghanistan.html.

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