RUBENS Nr. 140 - 1. Februar 2010
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Englisch Exklusiv

Speziell für Physiker bietet die Physikfakultät seit neuestem einen Englischkurs an

Einen englischen Fachtext problemlos lesen oder ohne Schwierigkeiten an einer englischsprachigen Vorlesung teilnehmen, das sind Ziele des Englischkurses speziell für Physiker, den die Fakultät für Physik und Astronomie mit Studienbeiträgen finanziert. 18 Studierende sind

„Ich glaube, an einem anderen Termin wären es noch viel mehr!“, schätzt Teilnehmerin Sarah Siepa. „Der Kurs ist absolut sinnvoll, daran sind sehr viele Physikstudenten interessiert“, meint auch Kommilitone Steffen Meier, wie Sarah im siebten Semester. „Ich weiß von einigen, die zu der Zeit nicht können, aber wenn es mehr solche Kurse gäbe, wären sie sofort dabei.“
Das Angebot richtet sich an Physikstudierende jedes Semesters, entsprechend sind vom ersten bis zum neunten Semester alle vertreten. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Einstufungstest, der mindestens mit dem Niveau B1 abgeschlossen werden muss – kein Problem mit Schulenglisch, da sind sich Sarah und Steffen einig. Für die Teilnahme gibt es fünf Credit Points, die Hälfte wird via Abschlussprüfung erwirtschaftet, der Rest mittels Blackboard, wo sich jeder mit interaktiven Tests selbst prüfen kann.
Unter anderem sollen die Teilnehmer einen Fachwortschatz aufbauen, „da ist auch jeder für seinen Teilbereich verantwortlich“, meint Sarah Siepa. Wer schon weiter im Studium ist, kennt seine Nische und kann sich entsprechende Vokabeln heraussuchen, die für sie oder ihn relevant sind. „Neuere Papers gibt es in der Physik nur noch auf Englisch“, sagt Steffen, „was es auf Deutsch gibt, ist meistens aus dem Fünfzigerjahren oder so.“ Umso wichtiger ist es also, in der „modernen“ Wissenschaftssprache Englisch besonders fit zu sein.
Über die Inhalte des Kurses hat sich Dozentin Frauke Elbers mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgestimmt. „Super, wie sie das macht“, finden Sarah und Steffen, „und sie hat immer richtig gute Ideen. Zum Beispiel Glossary Games, bei denen man Begriffe ihrer englischsprachigen Definition zuordnen muss.“ md

 


„Mein Lieblingskurs!Dozentin Frauke Elbers hat Spaß an ihrer Arbeit
Das Konzept für den Englischkurs speziell für Physiker musste Frauke Elbers sich selbst aufbauen – zu ihrem großen Vergnügen, wie sie im Interview mit Meike Drießen betont.

RUBENS: Frau Elbers, Sie sind ja selbst keine Physikerin. Wie haben Sie sich auf den Englischunterricht für Physiker vorbereitet?
Frauke Elbers: Das ist richtig. Ich habe an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Diplom-Literaturübersetzen für Englisch und Französisch studiert und bin somit eigentlich auf Belletristik, Theaterstücke oder Ähnliches spezialisiert. Für den Kurs musste ich mich also erst einmal in die Thematik einarbeiten, das heißt ich habe mir Grundkenntnisse wieder angeeignet und Fachartikel gelesen. Da einer meiner Vettern Physiker ist, bin ich aber auch nach der Schulzeit immer wieder mit Physik in Berührung gekommen. Natürlich habe ich auch mit ihm über den Kurs gesprochen – an dieser Stelle nochmals vielen Dank.

RUBENS: Worauf kommt es Ihrer Ansicht nach für Physiker besonders an?
Frauke Elbers: Für die Physiker ist das Verstehen fachspezifischer Texte sehr wichtig, da diese meist in Englisch verfasst werden. Nicht nur für ihre Diplom- oder Masterarbeit, ebenso im Berufsleben werden sie immer wieder englischsprachige Papers und Artikel lesen müssen. Aber auch das Hörverstehen ist von großer Bedeutung, da auf internationalen Tagungen und Kongressen ebenfalls Englisch als Lingua Franca gilt. Letzteres bereitet den Studierenden mehr Probleme als das Leseverstehen – insbesondere, da die Aussprache je nach Herkunft des Sprechers stark variieren kann. Und nicht zuletzt wünschen sich die Studierenden auch Sprachpraxis. Im Vergleich mit allgemeinsprachlichen Kursen gleichen Niveaus sind die Physiker aber alle recht fit, was das Englische betrifft.

RUBENS: Wie gefällt Ihnen die Arbeit bis jetzt?
Frauke Elbers: Es ist mein Lieblingskurs! Ich habe mich immer schon sehr für Naturwissenschaften interessiert, insbesondere für Biologie und Physik. Wenn ich mich über längere Zeit mit nur einem einzigen Themengebiet befassen muss – sei es auch noch so spannend -, vermisse ich etwas. Daher lese ich in meiner Freizeit gerne Fachzeitschriften, um einen Ausgleich zwischen Geistes- und Naturwissenschaften zu schaffen. Dieser Kurs gibt mir die Gelegenheit, dieses Interesse mit meinem Beruf zu verbinden. Zwar ist die Vorbereitung des Unterrichts viel aufwändiger und zeitintensiver als bei anderen Kursen, meiner Meinung nach lohnt es sich aber: Ich lerne ständig Neues und Interessantes dazu, es wird nie langweilig, der Kurs hat eine sehr gute Dynamik und die Studierenden sind motiviert – was kann man sich mehr wünschen?

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