Unterwasserrugby: Hartes Training
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Dies gilt auch für
die Spieler der Unterwasserrugby-Mannschaft der RUB. Wer
Unterwasserrugby spielen will, braucht eine gute Portion
Ausdauer. Der Torwart muß schon mal über eine Minute die Luft
anhalten können. Bevor das Spiel eröffnet wird, tritt die
Mannschaft deshalb zum Konditionstraining an. Einen Kilometer mit
Flossen zu paddeln, zählt dabei nur als vorsichtiges Aufwärmen.
Dann müssen kurze Sprints zunächst über, dann auch unter Wasser
absolviert werden. Zum Lufthohlen bleibt gerade ausreichend Zeit,
bevor der Trainer mit dem Kommando ,und ab" die Schnorchler auf
die nächste Bahn schickt.
Seit über einem Jahr trainiert die Bochumer Hochschulmannschaft
Unterwasserrugby. Um Spielerfahrungen zu sammeln, nimmt die
Mannschaft regelmäßig an verschiedenen Turnieren teil. Einer der
Höhepunkte waren dabei in der letzten Saison die deutschen
Hochschulmeisterschaften im Unterwasserrugby, die vergangenen
Sommer in Karlsruhe stattfanden. Für die junge Mannschaft zählte
der vorletzte Platz schon als Erfolg. ,Wer sich unter Wasser wie
eine fest verankerte Boje vorkommt, weiß, daß er gerade gegen
eine erfahrene Mannschaft spielt" erklärt Michael Schmidt, der
seit einem Jahr mittrainiert. Neben der Kondition gehöre eben
auch beim Unterwasserrugby eine gute Technik und eine
ausgeklügelte Taktik zum Erfolg.
Wer glaubt, daß es sich hierbei um ein wildes Gerangel unter
Wasser handelt, liegt falsch. Zwei Schiedsrichter mit
Preßlufttauchgeräten wachen unter Wasser über den korrekten
Spielablauf. Ein weiterer Schiedsrichter an Land kontrolliert das
Auswechseln der Spieler. Angegriffen werden darf ein Spieler nur,
wenn er im Ballbesitz ist. Um den Ball abzujagen, kann der Gegner
den ballführenden Spieler festhalten. Streng verboten ist die
Berührung von Ausrüstungsgegenständen des Gegners. Das heißt,
Schnorchel, Maske, Flossen, Kopfhaube und Badekleidung sind tabu.
Damit die Lage unter Wasser übersichtlich bleibt, dürfen von den
11 Spielern einer Mannschaft 6 gleichzeitig im Wasser sein. Das
Auswechseln von Spielern ist jederzeit möglich, sobald ein
anderer samt Flossen das Wasser verlassen hat.
Einen besonderen Reiz erhält Unterwasserrugby dadurch, daß die
Spieler sich in allen drei Dimensionen unter Wasser bewegen
können. Die Taucher dürfen den Ball nicht an der Oberfläche
führen. Rechts und links einen Verfolger abzuschütteln nützt
wenig, wenn auf der Bauchseite schon die Verstärkung naht. Da die
Tauchmaske zusätzlich das Gesichtsfeld stark einschränkt, fällt
es schwer, sich nicht überrumpeln zu lassen. Die Spieler müssen
den mit Salzwasser gefüllten Ball in einen Korb plazieren, der in
einer Tiefe von 3,50 bis maximal fünf Metern verankert ist. Nach
einem Sprint unter Wasser über die Spielfeldlänge von 15 m geht
dann schon mal leicht die Puste aus. Aber Trainer Arne Wolf,
Medizinstudent an der RUB, versichert, der natürliche Atemreflex
sei so groß, daß noch jeder die Wasseroberfläche rechtzeitig
wieder erreicht habe. Lisa Kempe