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Persönliche Nachrichten
Neu ernannt
Seit August 2009 besetzt Prof. Dr. Roger Friedlein
die Professur für Romanische Philologie, insbesondere
spanische Literatur- und Kulturwissenschaft. Seine aktuellen
Forschungsinteressen betreffen z.B. die Consolatio-Literatur
im iberoromanischen Mittelalter, Prozesse der Wissenskonstitution
in der Epik der Renaissance sowie den literarischen Wandel
von der Romantik zum Modernismus um die Wende zum 20.
Jahrhundert in Spanien, Hispanoamerika und Brasilien.
Roger Friedlein studierte Romanische Philologie (Spanisch,
Französisch, Arabistik) in Frankfurt/Main, Barcelona
und an der FU Berlin, wo er 1994 seinen Magister machte.
Anschließend war er Lektor für Katalanisch
an der Uni Halle-Wittenberg. 1999 kam Friedlein zurück
an die FU, wo er bis zu seinem Wechseln nach Bochum am
Institut für Romanische Philologie und am SFB „Kulturen
des Performativen” arbeitete. 2001 wurde er promoviert,
2009 habilitierte er sich in Berlin.
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Seit Beginn des WS 09/10 besetzt Prof. Dr.
Roland Weidle den Lehrstuhl für Anglistik,
insbesondere Literatur der Shakespeare-Zeit und frühen
Neuzeit. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen u.a.
Dramentheorie, Drama der frühen Neuzeit, Shakespeare,
Tragödientheorie, Lyrik des 17. Jahrhunderts oder
transgenerische und transmediale Narratologie. Roland
Weidle studierte ab 1985 Anglistik und Ostslawistik in
Hamburg, Leningrad und Norwich. Nach seinem Master arbeitete
er zunächst beim ZDF und der Agentur Stella Studios/Stella
Events. 1996 kehrte er an die Uni Hamburg zurück,
wo er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Anglistik und Amerikanistik tätig war, aber auch
den Theaterworkshop University Players leitete; 1998-2000
war er zudem Produzent des Theaterstücks Ladies‘
Night. Nach seiner Promotion (2001) blieb Weidle an der
Uni Hamburg, wo er sich 2007 habilitierte. Zuletzt nahm
er dort eine Vertretungsprofessur wahr.
Rufe, Ehre, Ämter
Prof. em. Dr. Hans Mommsen
(Geschichtswissenschaft) wurde im November das Verdienstkreuz
1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
an überreicht. Er erhielt die Auszeichnung für
sein herausragendes wissenschaftliches und ehrenamtliches
Engagement in Forschung und Lehre. Der emeritierte Bochumer
Wissenschaftler hat grundlegende Werke zu verschiedenen
geschichtlichen und wirtschaftlichen Themen veröffentlicht.
Seine Hauptarbeitsgebiete waren und sind die Geschichte
der Arbeiterbewegung, der Weimarer Republik und des
Nationalsozialismus. Prof. Mommsen gehört zur Gründergeneration
der RUB.
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Doppelte Ehre für Prof. Dr.-Ing. Wilfried
Krätzig. Der Emeritus der Fakultät
für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften wurde
zunächst zum Ehrenmitglied der International Association
for Shell and Spatial Structures (IASS) gewählt
– u.a. als Anerkennung seiner lebenslangen Forschungen
auf dem Gebiet großer Schalentragwerke. Zum anderen
wurde Prof. Krätzig zum Ehrenmitglied der Kroatischen
Wissenschaftlichen Gesellschaft für Mechanik gewählt,
u.a. als Anerkennung seiner Förderung der Ingenieurwissenschaften
in Kroatien.
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Carolin Ruhnau (Sportstudentin
an der RUB) und Dominik Keil (Jurastudent)
haben bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften im
Schwimmen insgesamt vier Titel geholt. Carolin Ruhnau
(SG Essen) hat über 100m Brust (mit Deutschem Rekord),
über 200m Brust und in der 4x50m Lagen-Staffel
gewonnen. Rückenschwimmer Dominik Keil (ebenfalls
SG Essen) war Startschwimmer der 4x50m Lagen-Staffel,
die sich den Titel mit Deutschem Rekord holte. Mitte
Dezember setzte Carolin Ruhnau noch einen drauf und
gewann bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Istanbul
über 100m Brust Gold.
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Sie wurde in Addis Abeba geboren und kennt die Probleme
der dortigen Straßenkinder ganz genau: Malda
Nadew, 27-jährige Masterstudentin
der RUB, setzt sich fachlich und privat für Straßenkinder
in Äthiopien ein. Für ihr soziales Engagement
erhielt sie den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis
2009. Vom Deutschen Akademischen Austauschdienst gestiftet,
wird der Preis seit 1997 ausgeschrieben. Alle Fakultäten
sowie die zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen
der RUB können geeignete Kandidat/innen vorschlagen.
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Prof. Dr. Lars Steinsträßer
(Universitätsklinik für Plastische
Chirurgie und Schwerbrandverletzte im Bergmannsheil)
erhält eine DFG-Heisenberg-Professur. Steinsträßers
Arbeitsgruppe beschäftigt sich vor allem mit der
Nutzbarmachung von Molekülen des angeborenen Immunsystems
bei der Behandlung von bösartigen Tumoren und schlecht
heilenden Wunden. Die DFG-Förderung ist auf fünf
Jahre angelegt, danach übernimmt die RUB, nach
positiver Evaluation, die W3-Professur. Die Heisenberg-Professur
soll junge qualifizierte Wissenschaftler fördern.
Steinsträßers ist die erste Heisenberg-Professur
an der Medizin-Fakultät der RUB und erst die zweite
für einen Chirurgen in Deutschland.
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Prof. Dr. Klaus Gerwert (Biologie)
wird auf dem Gesundheitscampus NRW in Bochum ein Center
for Vibrational Microspcopy gründen. Mit seinem
Projektantrag gehört er zu den Siegern des Wettbewerbs
„Med. in NRW”, in dem er sich unter 235
Anträgen durchgesetzt hat. Mitte Dezember erhielt
er den Förderbescheid über 1,2 Mio. Euro für
drei Jahre von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann
(rechts). Die am Lehrstuhl für Biophysik entwickelten
vibrationsspektroskopischen Methoden können mit
bisher unerreichter Empfindlichkeit und Schnelligkeit
Veränderungen in Proteinen nachweisen. Einsatzgebiet
ist die Früherkennung von Darmkrebs.
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Das Glaukom, „Grüner Star“ genannt,
ist eine heimtückische Augenkrankheit: Lange bleibt
sie unbemerkt, und wenn der Patient erste Symptome feststellt,
sind seine Augen schon irreversibel geschädigt.
Die Entstehung des Glaukoms, in Deutschland die häufigste
Ursache für eine Erblindung, blieb der Medizin
bislang ein Rätsel. Ein Bauingenieur der RUB brachte
nun Licht ins Dunkel. Dr. Rafael Grytz nutzte
für die Modellierung des Auges Computersimulationen,
die normalerweise zur Berechnung von Materialeigenschaften
genutzt werden. Für seine Arbeiten wurde er von
der Körber-Stiftung mit dem zweiten Preis des Deutschen
Studienpreises ausgezeichnet.
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Am 26.11. wählte der Förderverein des Seminars
für Klassische Philologie turnusgemäß
seinen Vorstand. Die Mitgliederversammlung bestätigte
Prof. Dr. Gerhard Binder als Vorsitzenden,
Prof. Dr. Reinhold Glei als
Schriftführer und Dr. Wolfgang Polleichtner
als Schatzmeister in ihren Ämtern. Das Vorstandsteam
verstärkt nun neu Prof. Dr. Manuel
Baumbach als Stellvertretender Vorsitzender.
Der im August 2007 gegründete Förderverein
soll „die Anliegen des Seminars selbst, die seiner
ehemaligen Angehörigen und auch die Altertumskunde
im Ruhrgebiet ideell und finanziell fördernd begleiten”.
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Bei den letzten Wahlen zum Vorstand der Ortsgruppe Bochum
des Deutschen Hochschullehrer Verbandes DHV ist Prof.
Dr. Rolf Wank (Juristische Fakultät)
nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit
mit Rücksicht auf seinen herannahenden Ruhestand
ausgeschieden. Prof. Dr. Peter A. Windel
(ebenfalls Juristische Fakultät) wurde zu seinem
Nachfolger bestimmt. Prof. Dr. Günter
Schaub (Fakultät für Biologie
und Biotechnologie) bleibt weiterhin im Amt; der Ortsgruppenvorstand
wird traditionell aus zwei Mitgliedern gebildet.
Nachruf
Die Ruhr-Universität und die Fakultät für
Geschichtswissenschaft trauern um Prof.
Dr. Reinhart Schleier, einen lieben und
geschätzten Kollegen, der am 18. November gestorben
ist. Reinhart Schleier war nach Studien in München,
Bonn und Berlin zunächst Assistent an der Uni Münster;
von 1977 bis 1989 folgten Stationen als Gast-, Zeit-
oder Vertretungsprofessor in Osnabrück, Hamburg,
Münster, Bochum, Berlin (TU) und Marburg. 1989
wurde er an das Kunstgeschichtliche Institut (KGI) der
RUB berufen und hat hier bis zu seiner Emeritierung
2003 gelehrt.
Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre lagen in der
Frühen Neuzeit, vor allem in der niederländischen
Kunst der Renaissance und des Barock sowie in der Geschichte
der Druckgraphik. Tradierte Methoden wie Ikonographie
und Ikonologie hat Schleier nicht nur virtuos beherrscht,
sondern auch durch aktuelle Fragestellungen erweitert,
wie insbesondere seine Studien zur Rhetorik als kategoriales
System der Bildanalyse zeigen. Doch nicht nur in methodischer
Hinsicht hat Reinhart Schleier humanistische Bildung
mit zeitgenössischen Fachdiskussionen in Verbindung
gebracht und dadurch viele seiner Schülerinnen
und Schüler zu eigenen Forschungen inspiriert.
Gleiches gilt auch für sein Interesse an den neuen
digitalen Medien Computer und Internet, die er schon
früh zur Vermittlung kunsthistorischen Wissens
nutzte. Seine für das Internet konzipierten Präsentationen,
die er begleitend und ergänzend für mehrere
Ausstellungen initiiert und betreut hat, haben in diesem
Bereich Standards gesetzt.
Als Dekan und Prodekan sowie als Gremienmitglied hat
Schleier die Entwicklung der Fakultät mitgestaltet.
Nach dem frühen Tod von Max Imdahl hat er in den
drei Jahren bis zur Berufung von Monika Steinhauser
das KGI geleitet.
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