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Aktuelle Meldungen vom Campus
Von Lernexperten empfohlen
Im letzten Semester hat die Stabstelle Interne Fortbildung
und Beratung (IFB) mit dem Projekt „Gut gelernt
– gut gelehrt” einen neuen Weg zur Nutzung
studentischer Expertise eingeschlagen: Zwölf Studierende
aus unterschiedlichen Fakultäten haben als „Lernexperten”
Vorschläge entwickelt, was sie von ihren Dozentinnen
und Dozenten brauchen, damit studentisches Lernen gelingt.
In einem World Café im Juni wurden die Ideen
der Uni-Öffentlichkeit vorgestellt. Nun nutzt die
IFB die Gelegenheit zur Verbesserung ihrer Angebote
für Lehrende. So hat sie im aktuellen Semester
die Veranstaltungsreihe „Gut gelernt – gut
gelehrt” für Lehrende entwickelt, die auf
Ideen der Lernexpert/innen basiert.
In der Reihe greift die IFB soziale, methodisch-didaktische
und beraterische Kompetenzen auf. An verschiedenen Montagen
(je 17-20 h) finden von Januar bis April 2010 vier Veranstaltungen
statt, die im Paket oder getrennt gebucht werden können.
Veranstaltungsinhalte sind z.B. „Mensch, war das
spannend! Studierende motivieren und (manchmal sogar)
begeistern” oder „Kommt Zeit, kommt Rat.
Mit Beratungsanliegen von Studierenden souverän
umgehen”.
Die Garantie der IFB: Alle Veranstaltungen betreffen
Kompetenzen, die sich die Lernexpert/innen von ihren
Lehrenden gewünscht haben – insofern stehen
die Interessen der Studierenden im Mittelpunkt. Alle
Lehrenden der RUB sind herzlich eingeladen, das Angebot
zu nutzen. Mehr Infos zum gesamten Projekt, zur Veranstaltungsreihe
sowie zur Anmeldung unter http://www.rub.de/ifb.
Sog. Amateure
Mit der Bochumer Herbsttagung der Amateurastronomen
(BoHeTa), bei der sich jedes Jahr Profi- und Amateurastronomen
treffen, klang an der RUB das Internationale Jahr der
Astronomie aus. Der Höhepunkt der diesjährigen
BoHeTa war die erstmalige Verleihung des Reiff-Preises
für Amateur- und Schulastronomie. Mit diesem künftig
jährlich vergebenen Preis will die neu gegründete
Reiff-Stiftung viel versprechende Projekte von Amateuren
und insbesondere Schülern unterstützen. Über
die 3.000 Euro Preisgeld freute sich die Astro-AG des
Gymnasiums Antonianum Vechta, die nun einen leistungsfähigen
Spektrographen für ihr Schulteleskop anschaffen
kann. Ebenfalls von der Stiftung ermöglicht wird
der Reiff-Vortrag, der zur Premiere von Prof. Dr. Hanns
Ruder aus Tübingen gehalten wurde. Er sprach er
über die Möglichkeiten der Vernetzung von
Amateur- und Profiastronomie, wie er sie in den nächsten
Jahren mit einem für jedermann verfügbaren
Teleskop am Observatoire de Haute-Provence noch vertiefen
möchte. Die Erfolge solcher Zusammenarbeiten können
sich sehen lassen: „Einige Projekte, die die so
genannten Amateure vollbringen, nicht zuletzt in kollegialer
Zusammenarbeit mit einem Profi, erstaunen mich immer
wieder aufs Neue“, sagte Prof. Dr. Ralf-Jürgen
Dettmar. So berichtete in diesem Jahr Thomas Eversberg
über Ergebnisse der spektroskopischen Beobachtung
des Perihels von WR 140 (ein Binärsystem zweier
besonders massereicher Sterne), bei der 15 europäische
Amateure mit einem Profi-Teleskop auf Teneriffa arbeiteten.
Ebenfalls auf Teneriffa wurden von Rainer Kresken in
Kooperation mit der ESA in nur vier Nächten 140
bisher unbekannte Kleinplaneten entdeckt.
Big in Japan
In Japan ist die RUB vielleicht am besten bekannt für
etwas, wovon die meisten Uni-Angehörigen gar nichts
wissen: das von der Fakultät für Ostasienwissenschaften
gepflegte Siebold-Archiv. Dort liegt der größte
öffentlich zugänglich und archivalisch erschlossene
Teil des Nachlasses von Philipp Franz von Siebold, einem
Naturkundler und Japanforscher. In Japan ist Siebold,
der sich dort zwischen 1823 und 1829 aufhielt, nicht
zuletzt deswegen heute noch bekannt, weil er japanische
Schüler hatte, die zu den wichtigsten Vorreitern
westlichen Wissens in Japan im 19. Jahrhundert wurden.
Aus dem nordjapanischen Geburtsort von Takano Chôei,
eines dieser Schüler, kam Ende Oktober eine 19-köpfige
Delegation angereist, um auf Niederländisch verfasste
Schriften von Takano, die dieser im Auftrag Siebolds
anfertigt hatte, im Original in Augenschein zu nehmen.
Im Siebold-Archiv liegen nicht weniger als elf solcher
eigenhändig von Takano angefertigten sog. Dissertationen,
die die Gruppe unter großer Anteilnahme buchstäblich
unter die Lupe nahm. Von Siebolds Grab in München
kommend, war Bochum eine Station auf ihrer Reise, die
sie dann weiter nach Leiden führte, wo Siebold
sich nach seiner Rückkehr aus Japan niedergelassen
hatte.
Preise
Zum 31. Mal schreibt die Alfried Krupp von Bohlen und
Halbach-Stiftung den mit 1 Mio. Euro ausgestatteten
„Alfried Krupp-Förderpreis für junge
Hochschullehrer” aus. Mit ihm werden junge Hochschullehrer/innen
der Natur- und Ingenieurwissenschaften gefördert,
die trotz hervorragender fachlicher und persönlicher
Qualifikation aufgrund bestehender Stellenengpässe
noch keinen Ruf auf eine voll ausgestattete Professur
erhalten konnten. Das Förderangebot richtet sich
an Nachwuchswissenschaftler/innen, die ihre Befähigung
zu Forschung und Lehre durch die Berufung auf eine unbefristete
oder befristete Professur an einer wissenschaftlichen
Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland nachgewiesen
haben. Die Bewerber/innen sollen nicht älter als
38 Jahre sein. Kandidatenvorschläge werden von
Einzelpersonen, von wissenschaftlichen Hochschulen und
von Forschungseinrichtungen in Deutschland erbeten.
Bewerbungsschluss: 26. Februar 2010; Infos: http://www.krupp-stiftung.de.
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Das Deutsche Studentenwerk sucht zum vierten Mal Studierende,
die sich für andere Studierende einsetzen. Einsendeschluss
für den Studentenwerkspreis „Studierende
für Studierende” für besonderes soziales
Engagement ist der 9. Januar 2010. Studierende können
sich nicht selbst vorschlagen, sie müssen von Personen,
Institutionen etc. aus dem Hochschulbereich nominiert
werden. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von
13.000 Euro verliehen. Infos: http://www.studentenwerke.de.
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Die Franzke‘sche Stiftung lobt zusammen mit der
Gesellschaft von Freunden der TU Berlin zum fünften
Mal den mit 3.000 Euro dotierten Hans-Hermann-Franzke-Preis
aus. Prämiert werden Dissertationen aller Fachrichtungen,
die das geistes- und sozialwissenschaftliche Denken
mit dem naturwissenschaftlich-technischen verbinden.
Einsendeschluss: 1. Februar 2010; Infos: http://www.freunde.tu-berlin.de.
Buchtipp 1: Leben im Abseits
„Man musste nicht unbedingt Antisemit sein, um
trotzdem den staatlich legitimierten Antisemitismus
um ganz anderer Ziele willen zu benutzen.” Mit
dieser Schlussfolgerung markiert RUB-Historiker Dr.
Hubert Schneider die dramatische Wende im Leben des
Bochumer Anwalts Wilhelm Hünnebeck. Letztlich fiel
er dem vorauseilenden Gehorsam des Bochumer Landgerichtspräsidenten
Franz von Vacano zum Opfer. Aus Angst, ein – aus
der Sicht seiner Vorgesetzten – zu mildes Urteil
gegen Hünnebeck zu sprechen, sprach er ein umso
strengeres Urteil, das Hünnebeck um Ruf, Beruf
und Heimat brachte.
Viele Leben gerieten aus der Bahn, als am 30. Januar
1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Von
Beginn an nahmen die Nationalsozialisten alle ins Visier,
die nicht in ihr politisches und rassistisches Weltbild
passten. Wilhelm Hünnebeck, ein in der Weimarer
Republik erfolgreicher Bochumer Rechtsanwalt und Notar,
war homosexuell, und seine Mutter war jüdischer
Herkunft. Um ihn und seine Schwester Agnes geht es im
Buch. In einer hoch angesehenen und gesellschaftlich
fest verankerten Familie aufgewachsen, schien den Geschwistern
ein ähnlicher Status vorherbestimmt zu sein wie
ihren Eltern. Und doch kam es anders – nach 1933.
Die drei Autor/innen betrachten die Geschichte Agnes
und Wilhelm Hünnebecks aus unterschiedlichen Perspektiven
und haben sorgfältig recherchiert: in Bochum, Göttingen,
Münster, Gladbeck, Freiburg und Berlin. Sie haben
neben den archivierten Quellen auch bisher unbekanntes
Material zu Tage gefördert und ausgewertet. Entstanden
ist ein ungewöhnliches Buch. Info:
Hubert Schneider / Susanne Schmidt / Jürgen Wenke:
„Leben im Abseits. Agnes und Wilhelm Hünnebeck
aus Bochum“, Schriften des Bochumer Zentrums für
Stadtgeschichte, Band 3, 174 Seiten, zahlr. Abb., 14,95
Euro, ISBN 978-3-8375-0205-3
Buchtipp 2: Metropolenatlas
Ein neues Standardwerk zur Kulturhauptstadt RUHR.2010
ist im November im Emons Verlag erschienen: Der „Atlas
der Metropole Ruhr“ stellt das Ruhrgebiet in all
seinen Facetten vor. Mit Karten und Abbildungen, informativen
Texten, Fotos und Luftbildern gewährt der 224 Seiten
starke Atlas auch bisher kaum gekannte Einblicke in
die Region. Mehr als 70 Autor/innen aus Wissenschaft
und Praxis (darunter zahlreiche Wissenschaftler/innen
der Ruhr-Uni), allesamt profunde Kenner der Region,
dokumentieren im Kartenbild, in Texten und Fotografien
den Wandel einer spannenden Kulturlandschaft im Herzen
Europas. Sie zeichnen das Werden und den Wandel der
Region nach, aber auch die Chancen, die sich daraus
ergeben. Sie zeigen die vielfältigen Lebenswelten
auf und wagen einen Blick in die Zukunft.
Von Sonsbeck bis Hamm, von Haltern bis Breckerfeld erstreckt
sich die faszinierende Region mit wechselhafter Geschichte.
Groß geworden als Kohlenpott und gebeutelt vom
Strukturwandel der letzten Jahrzehnte präsentiert
sich das Ruhrgebiet heute als abwechslungsreiche, lebendige
Metropole. Hochmoderne Standorte, traditionsreiche Städte,
problembehaftete Siedlungen, bedeutende Kulturstätten,
imposante Kathedralen des Industriezeitalters, Brachflächen
– all dies sind Gesichter der Region. Info: „Atlas
der Metropole Ruhr. Vielfalt und Wandel des Ruhrgebiets
im Kartenbild“, div. Herausgeber; unterstützt
vom Regionalverband Ruhr, 300 Abb. u. Karten. Köln:
Emons Verlag 2009. 224 S., 49,80 Euro
Trappe in Passau
Eine neue Benefiz-CD mit Weihnachtlicher Orgelmusik
hat Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe, Direktor der RUB-Kardiologie
im Marienhospital Herne, veröffentlicht. Eingespielt
wurde die CD im Hohen Dom zu Passau, auf der mit 233
Registern und knapp 18.000 Pfeifen größten
Dom-Orgel der Welt. Der Mediziner, als Organist im In-
und Ausland bekannt, unterstützt mit den Erlösen
aus dem CD-Verkauf die Deutsche Herzstiftung, die 2009
ihren 30. Geburtstag feiert. Trappe spielte u.a. Werke
von Bach, Corelli, Buttstett, Bonnet, Schnabel und Lemmens.
Hans-Joachim Trappe wurde 1954 in Castrop-Rauxel geboren
und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Duderstadt.
Nach dem Medizinstudium in Göttingen arbeitete
er als Arzt in Hannover und Hildesheim und vertrat den
dortigen Domorganisten. 1994 wurde er außerplanmäßiger
Professor in Hannover, 1996 wurde er an die RUB berufen,
wo er seitdem Direktor der Medizinischen Universitätsklinik
am Marienhospital Herne ist. Schon mit neun Jahren erhielt
Trappe Klavierunterricht, mit zwölf begann er seine
Orgelausbildung und wurde einige Jahre später nebenberuflich
Organist. Trappe gibt Orgelkonzerte im In- und Ausland,
gestaltete mehrere Fernsehgottesdienste und spielte
zahlreiche CDs ein. Titelaufnahme:
Hans-Joachim Trappe: Weihnachtliche Orgelmusik aus dem
Hohen Dom zu Passau. Eine Benefiz-CD für die Deutsche
Herzstiftung. Preis: 15 Euro. Bezug: Deutsche Herzstiftung
e.V., Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt/Main, Tel.
069/9551280.
Syskathax plus Tanz
Immer mal wieder was Neues im Theater des Musischen
Zentrums. Da gibt es nun eine „Projektgruppe Novemberarbeit
plus minus”, die ihren Erstling ausgerechnet im
Dezember auf die Bühne bringt. „Syskathax”
heißt das Stück, „zusammengewürfelt
aus System, Katharsis und X”, wie Gruppengründer
und Regisseur Sven Stephani erklärt. Die Uraufführung
des selbst entwickelten Schauspiels sei ein Versuch,
der die Verbindung verschiedener Theaterelemente auch
auf intermedialer Ebene experimentiert, so der Regisseur
weiter. Klingt ungewöhnlich, genau wie die Inhaltsangabe:
„Es ist die Geschichte zweier Jünglinge,
die irgendwie Männer werden. Und da ist ein Vater
mit seiner einzigen Tochter, die mit dem einen Jüngling
in Verbindung tritt. Und da sind andere in diesem Kreis
der Aktion und Reaktion, Freunde und Bekannte, die das
Lebensspiel der Hauptfiguren begleiten und beeinflussen.
Sie sind in der Stadt, in der ihr sein wollt, in einem
Land der ersten Welt, gestern, heute oder auch morgen.”
Wer die Premiere miterleben möchte, sollte am 5.
oder 6. Dezember ins MZ kommen, los geht’s um
19.30 h, Eintritt: 3 bzw. 1,50 Euro.
Ebenso ungewöhnlich wird es eine Woche später,
wenn Svenja Mordhorst und Wibke Scheler zur Premiere
ihrer Tanzperformance „Körper in
…” laden, vorgetragen von Tänzerinnen
und Tänzern der Ruhr-Uni. Auch hier lohnt der Blick
auf die Idee hinter dem Werk: „Immerfort begegnen
uns im Alltag Körper. Menschen schieben sich in
überfüllten U-Bahnhöfen umher, Passanten
drängen sich durch stockenden Verkehr.” Die
Performance dreht sich um die Frage, wie sich die physische
und psychische Kraft eines Körpers in sozialen
Räumen darstellt. Mit dem Verweis „in”
sollen Aktualität und Brisanz des Themas „Raum”
in der heutigen (Tanz-) Kunst erläutert werden.
Der Tanz wird durch die Bewegung eines Körpers
geschaffen und die Bewegung bringt einen eigenen Bereich
im schon vorhandenen Raum hervor. Zu sehen ist die Tanzperformance
im MZ am 12./13. Dezember, je 19.30 h, Eintritt: 3 bzw.
1,50 Euro.
25 neue Bilder
Das Haus der Nationen am Spechtsweg wird immer schöner.
Nachdem es kürzlich renoviert wurde und viele Zimmer
und Flure dank einer Schenkung von Heinrich Koch (Musisches
Zentrum, Bildende Kunst) mit großformatigen Gemälden
verziert wurden, kam Anfang November der nächste
Schwung Bilder. Dabei handelt es sich 25 Werke des Bochumer
Künstlers Jon Ulazia. Sie hängen fortan in
den Fluren und Appartements des Gästehauses für
ausländische Wissenschaftler/innen. Infos
zum Haus der Nationen: http://www.rub.de/welcome-centre/informationen/wohnen.html
Anja
Tillmann, md, Hans Martin Krämer, ad
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