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RUBENS 138

1. Dezember 2009

Nachrichten


Aktuelle Meldungen vom Campus

Von Lernexperten empfohlen
Im letzten Semester hat die Stabstelle Interne Fortbildung und Beratung (IFB) mit dem Projekt „Gut gelernt – gut gelehrt” einen neuen Weg zur Nutzung studentischer Expertise eingeschlagen: Zwölf Studierende aus unterschiedlichen Fakultäten haben als „Lernexperten” Vorschläge entwickelt, was sie von ihren Dozentinnen und Dozenten brauchen, damit studentisches Lernen gelingt. In einem World Café im Juni wurden die Ideen der Uni-Öffentlichkeit vorgestellt. Nun nutzt die IFB die Gelegenheit zur Verbesserung ihrer Angebote für Lehrende. So hat sie im aktuellen Semester die Veranstaltungsreihe „Gut gelernt – gut gelehrt” für Lehrende entwickelt, die auf Ideen der Lernexpert/innen basiert.
In der Reihe greift die IFB soziale, methodisch-didaktische und beraterische Kompetenzen auf. An verschiedenen Montagen (je 17-20 h) finden von Januar bis April 2010 vier Veranstaltungen statt, die im Paket oder getrennt gebucht werden können. Veranstaltungsinhalte sind z.B. „Mensch, war das spannend! Studierende motivieren und (manchmal sogar) begeistern” oder „Kommt Zeit, kommt Rat. Mit Beratungsanliegen von Studierenden souverän umgehen”.
Die Garantie der IFB: Alle Veranstaltungen betreffen Kompetenzen, die sich die Lernexpert/innen von ihren Lehrenden gewünscht haben – insofern stehen die Interessen der Studierenden im Mittelpunkt. Alle Lehrenden der RUB sind herzlich eingeladen, das Angebot zu nutzen. Mehr Infos zum gesamten Projekt, zur Veranstaltungsreihe sowie zur Anmeldung unter http://www.rub.de/ifb.


Sog. Amateure
Mit der Bochumer Herbsttagung der Amateurastronomen (BoHeTa), bei der sich jedes Jahr Profi- und Amateurastronomen treffen, klang an der RUB das Internationale Jahr der Astronomie aus. Der Höhepunkt der diesjährigen BoHeTa war die erstmalige Verleihung des Reiff-Preises für Amateur- und Schulastronomie. Mit diesem künftig jährlich vergebenen Preis will die neu gegründete Reiff-Stiftung viel versprechende Projekte von Amateuren und insbesondere Schülern unterstützen. Über die 3.000 Euro Preisgeld freute sich die Astro-AG des Gymnasiums Antonianum Vechta, die nun einen leistungsfähigen Spektrographen für ihr Schulteleskop anschaffen kann. Ebenfalls von der Stiftung ermöglicht wird der Reiff-Vortrag, der zur Premiere von Prof. Dr. Hanns Ruder aus Tübingen gehalten wurde. Er sprach er über die Möglichkeiten der Vernetzung von Amateur- und Profiastronomie, wie er sie in den nächsten Jahren mit einem für jedermann verfügbaren Teleskop am Observatoire de Haute-Provence noch vertiefen möchte. Die Erfolge solcher Zusammenarbeiten können sich sehen lassen: „Einige Projekte, die die so genannten Amateure vollbringen, nicht zuletzt in kollegialer Zusammenarbeit mit einem Profi, erstaunen mich immer wieder aufs Neue“, sagte Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar. So berichtete in diesem Jahr Thomas Eversberg über Ergebnisse der spektroskopischen Beobachtung des Perihels von WR 140 (ein Binärsystem zweier besonders massereicher Sterne), bei der 15 europäische Amateure mit einem Profi-Teleskop auf Teneriffa arbeiteten. Ebenfalls auf Teneriffa wurden von Rainer Kresken in Kooperation mit der ESA in nur vier Nächten 140 bisher unbekannte Kleinplaneten entdeckt.

Big in Japan
In Japan ist die RUB vielleicht am besten bekannt für etwas, wovon die meisten Uni-Angehörigen gar nichts wissen: das von der Fakultät für Ostasienwissenschaften gepflegte Siebold-Archiv. Dort liegt der größte öffentlich zugänglich und archivalisch erschlossene Teil des Nachlasses von Philipp Franz von Siebold, einem Naturkundler und Japanforscher. In Japan ist Siebold, der sich dort zwischen 1823 und 1829 aufhielt, nicht zuletzt deswegen heute noch bekannt, weil er japanische Schüler hatte, die zu den wichtigsten Vorreitern westlichen Wissens in Japan im 19. Jahrhundert wurden.
Aus dem nordjapanischen Geburtsort von Takano Chôei, eines dieser Schüler, kam Ende Oktober eine 19-köpfige Delegation angereist, um auf Niederländisch verfasste Schriften von Takano, die dieser im Auftrag Siebolds anfertigt hatte, im Original in Augenschein zu nehmen. Im Siebold-Archiv liegen nicht weniger als elf solcher eigenhändig von Takano angefertigten sog. Dissertationen, die die Gruppe unter großer Anteilnahme buchstäblich unter die Lupe nahm. Von Siebolds Grab in München kommend, war Bochum eine Station auf ihrer Reise, die sie dann weiter nach Leiden führte, wo Siebold sich nach seiner Rückkehr aus Japan niedergelassen hatte.

 

Preise
Zum 31. Mal schreibt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung den mit 1 Mio. Euro ausgestatteten „Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer” aus. Mit ihm werden junge Hochschullehrer/innen der Natur- und Ingenieurwissenschaften gefördert, die trotz hervorragender fachlicher und persönlicher Qualifikation aufgrund bestehender Stellenengpässe noch keinen Ruf auf eine voll ausgestattete Professur erhalten konnten. Das Förderangebot richtet sich an Nachwuchswissenschaftler/innen, die ihre Befähigung zu Forschung und Lehre durch die Berufung auf eine unbefristete oder befristete Professur an einer wissenschaftlichen Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland nachgewiesen haben. Die Bewerber/innen sollen nicht älter als 38 Jahre sein. Kandidatenvorschläge werden von Einzelpersonen, von wissenschaftlichen Hochschulen und von Forschungseinrichtungen in Deutschland erbeten. Bewerbungsschluss: 26. Februar 2010; Infos: http://www.krupp-stiftung.de.
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Das Deutsche Studentenwerk sucht zum vierten Mal Studierende, die sich für andere Studierende einsetzen. Einsendeschluss für den Studentenwerkspreis „Studierende für Studierende” für besonderes soziales Engagement ist der 9. Januar 2010. Studierende können sich nicht selbst vorschlagen, sie müssen von Personen, Institutionen etc. aus dem Hochschulbereich nominiert werden. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 13.000 Euro verliehen. Infos: http://www.studentenwerke.de.
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Die Franzke‘sche Stiftung lobt zusammen mit der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin zum fünften Mal den mit 3.000 Euro dotierten Hans-Hermann-Franzke-Preis aus. Prämiert werden Dissertationen aller Fachrichtungen, die das geistes- und sozialwissenschaftliche Denken mit dem naturwissenschaftlich-technischen verbinden. Einsendeschluss: 1. Februar 2010; Infos: http://www.freunde.tu-berlin.de.


Buchtipp 1: Leben im Abseits
„Man musste nicht unbedingt Antisemit sein, um trotzdem den staatlich legitimierten Antisemitismus um ganz anderer Ziele willen zu benutzen.” Mit dieser Schlussfolgerung markiert RUB-Historiker Dr. Hubert Schneider die dramatische Wende im Leben des Bochumer Anwalts Wilhelm Hünnebeck. Letztlich fiel er dem vorauseilenden Gehorsam des Bochumer Landgerichtspräsidenten Franz von Vacano zum Opfer. Aus Angst, ein – aus der Sicht seiner Vorgesetzten – zu mildes Urteil gegen Hünnebeck zu sprechen, sprach er ein umso strengeres Urteil, das Hünnebeck um Ruf, Beruf und Heimat brachte.
Viele Leben gerieten aus der Bahn, als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Von Beginn an nahmen die Nationalsozialisten alle ins Visier, die nicht in ihr politisches und rassistisches Weltbild passten. Wilhelm Hünnebeck, ein in der Weimarer Republik erfolgreicher Bochumer Rechtsanwalt und Notar, war homosexuell, und seine Mutter war jüdischer Herkunft. Um ihn und seine Schwester Agnes geht es im Buch. In einer hoch angesehenen und gesellschaftlich fest verankerten Familie aufgewachsen, schien den Geschwistern ein ähnlicher Status vorherbestimmt zu sein wie ihren Eltern. Und doch kam es anders – nach 1933.
Die drei Autor/innen betrachten die Geschichte Agnes und Wilhelm Hünnebecks aus unterschiedlichen Perspektiven und haben sorgfältig recherchiert: in Bochum, Göttingen, Münster, Gladbeck, Freiburg und Berlin. Sie haben neben den archivierten Quellen auch bisher unbekanntes Material zu Tage gefördert und ausgewertet. Entstanden ist ein ungewöhnliches Buch. Info: Hubert Schneider / Susanne Schmidt / Jürgen Wenke: „Leben im Abseits. Agnes und Wilhelm Hünnebeck aus Bochum“, Schriften des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte, Band 3, 174 Seiten, zahlr. Abb., 14,95 Euro, ISBN 978-3-8375-0205-3

Buchtipp 2: Metropolenatlas
Ein neues Standardwerk zur Kulturhauptstadt RUHR.2010 ist im November im Emons Verlag erschienen: Der „Atlas der Metropole Ruhr“ stellt das Ruhrgebiet in all seinen Facetten vor. Mit Karten und Abbildungen, informativen Texten, Fotos und Luftbildern gewährt der 224 Seiten starke Atlas auch bisher kaum gekannte Einblicke in die Region. Mehr als 70 Autor/innen aus Wissenschaft und Praxis (darunter zahlreiche Wissenschaftler/innen der Ruhr-Uni), allesamt profunde Kenner der Region, dokumentieren im Kartenbild, in Texten und Fotografien den Wandel einer spannenden Kulturlandschaft im Herzen Europas. Sie zeichnen das Werden und den Wandel der Region nach, aber auch die Chancen, die sich daraus ergeben. Sie zeigen die vielfältigen Lebenswelten auf und wagen einen Blick in die Zukunft.
Von Sonsbeck bis Hamm, von Haltern bis Breckerfeld erstreckt sich die faszinierende Region mit wechselhafter Geschichte. Groß geworden als Kohlenpott und gebeutelt vom Strukturwandel der letzten Jahrzehnte präsentiert sich das Ruhrgebiet heute als abwechslungsreiche, lebendige Metropole. Hochmoderne Standorte, traditionsreiche Städte, problembehaftete Siedlungen, bedeutende Kulturstätten, imposante Kathedralen des Industriezeitalters, Brachflächen – all dies sind Gesichter der Region. Info: „Atlas der Metropole Ruhr. Vielfalt und Wandel des Ruhrgebiets im Kartenbild“, div. Herausgeber; unterstützt vom Regionalverband Ruhr, 300 Abb. u. Karten. Köln: Emons Verlag 2009. 224 S., 49,80 Euro

Trappe in Passau
Eine neue Benefiz-CD mit Weihnachtlicher Orgelmusik hat Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe, Direktor der RUB-Kardiologie im Marienhospital Herne, veröffentlicht. Eingespielt wurde die CD im Hohen Dom zu Passau, auf der mit 233 Registern und knapp 18.000 Pfeifen größten Dom-Orgel der Welt. Der Mediziner, als Organist im In- und Ausland bekannt, unterstützt mit den Erlösen aus dem CD-Verkauf die Deutsche Herzstiftung, die 2009 ihren 30. Geburtstag feiert. Trappe spielte u.a. Werke von Bach, Corelli, Buttstett, Bonnet, Schnabel und Lemmens.
Hans-Joachim Trappe wurde 1954 in Castrop-Rauxel geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Duderstadt. Nach dem Medizinstudium in Göttingen arbeitete er als Arzt in Hannover und Hildesheim und vertrat den dortigen Domorganisten. 1994 wurde er außerplanmäßiger Professor in Hannover, 1996 wurde er an die RUB berufen, wo er seitdem Direktor der Medizinischen Universitätsklinik am Marienhospital Herne ist. Schon mit neun Jahren erhielt Trappe Klavierunterricht, mit zwölf begann er seine Orgelausbildung und wurde einige Jahre später nebenberuflich Organist. Trappe gibt Orgelkonzerte im In- und Ausland, gestaltete mehrere Fernsehgottesdienste und spielte zahlreiche CDs ein. Titelaufnahme: Hans-Joachim Trappe: Weihnachtliche Orgelmusik aus dem Hohen Dom zu Passau. Eine Benefiz-CD für die Deutsche Herzstiftung. Preis: 15 Euro. Bezug: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt/Main, Tel. 069/9551280.


Syskathax plus Tanz

Immer mal wieder was Neues im Theater des Musischen Zentrums. Da gibt es nun eine „Projektgruppe Novemberarbeit plus minus”, die ihren Erstling ausgerechnet im Dezember auf die Bühne bringt. „Syskathax” heißt das Stück, „zusammengewürfelt aus System, Katharsis und X”, wie Gruppengründer und Regisseur Sven Stephani erklärt. Die Uraufführung des selbst entwickelten Schauspiels sei ein Versuch, der die Verbindung verschiedener Theaterelemente auch auf intermedialer Ebene experimentiert, so der Regisseur weiter. Klingt ungewöhnlich, genau wie die Inhaltsangabe: „Es ist die Geschichte zweier Jünglinge, die irgendwie Männer werden. Und da ist ein Vater mit seiner einzigen Tochter, die mit dem einen Jüngling in Verbindung tritt. Und da sind andere in diesem Kreis der Aktion und Reaktion, Freunde und Bekannte, die das Lebensspiel der Hauptfiguren begleiten und beeinflussen. Sie sind in der Stadt, in der ihr sein wollt, in einem Land der ersten Welt, gestern, heute oder auch morgen.” Wer die Premiere miterleben möchte, sollte am 5. oder 6. Dezember ins MZ kommen, los geht’s um 19.30 h, Eintritt: 3 bzw. 1,50 Euro.
Ebenso ungewöhnlich wird es eine Woche später, wenn Svenja Mordhorst und Wibke Scheler zur Premiere ihrer Tanzperformance „Körper in …” laden, vorgetragen von Tänzerinnen und Tänzern der Ruhr-Uni. Auch hier lohnt der Blick auf die Idee hinter dem Werk: „Immerfort begegnen uns im Alltag Körper. Menschen schieben sich in überfüllten U-Bahnhöfen umher, Passanten drängen sich durch stockenden Verkehr.” Die Performance dreht sich um die Frage, wie sich die physische und psychische Kraft eines Körpers in sozialen Räumen darstellt. Mit dem Verweis „in” sollen Aktualität und Brisanz des Themas „Raum” in der heutigen (Tanz-) Kunst erläutert werden. Der Tanz wird durch die Bewegung eines Körpers geschaffen und die Bewegung bringt einen eigenen Bereich im schon vorhandenen Raum hervor. Zu sehen ist die Tanzperformance im MZ am 12./13. Dezember, je 19.30 h, Eintritt: 3 bzw. 1,50 Euro.


25 neue Bilder
Das Haus der Nationen am Spechtsweg wird immer schöner. Nachdem es kürzlich renoviert wurde und viele Zimmer und Flure dank einer Schenkung von Heinrich Koch (Musisches Zentrum, Bildende Kunst) mit großformatigen Gemälden verziert wurden, kam Anfang November der nächste Schwung Bilder. Dabei handelt es sich 25 Werke des Bochumer Künstlers Jon Ulazia. Sie hängen fortan in den Fluren und Appartements des Gästehauses für ausländische Wissenschaftler/innen. Infos zum Haus der Nationen: http://www.rub.de/welcome-centre/informationen/wohnen.html

 

Anja Tillmann, md, Hans Martin Krämer, ad
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Letzte Änderung: 30.11.2009| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik