Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 138
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 138 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 138

1. Dezember 2009

Eine Wissenschaft, ein Labor


Gastkommentar zur Erweiterung des Alfried Krupp-Schülerlabors



Im Jahre 2001 begannen an der Ruhr-Universität die Planungen zum Aufbau eines Schülerlabors für den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereich. Vor fünf Jahren wurden die neuen, sehr großzügig ausgestatteten Räume des Alfried Krupp-Schülerlabors bezogen. Ein kleines Jubiläum, dazu eine ausgesprochene Erfolgsgeschichte: Jährlich nutzen 7.000 Schülerinnen und Schüler die ausgezeichneten Möglichkeiten des Labors; mehr als 35.000 Teilnehmer waren bisher insgesamt zu Gast.


Was damals noch die Ausnahme war, ist heute fast die Regel: Inzwischen gibt es über 200 MINT-Schülerlabore in Deutschland. Es hat sich herumgesprochen, dass diese Einrichtung allen Beteiligten dient: Im Schülerlabor wird Forschung hautnah erlebt. Diese Erfahrung befruchtet den Schulunterricht, weckt Interesse und Neugierde auf „mehr“. Die Faszination des Mitmachens und des Forschens mit Wissenschaftlern, die von ihrer Arbeit begeistert sind, steckt an. Im Wettbewerb nicht nur um möglichst viele, sondern gerade um die besten Köpfe der nächsten Studierenden- und der übernächsten Wissenschaftler-Generation sind MINT-Schülerlabore heute an der Tagesordnung.

Gemeinsames hervorheben

Aber warum nur MINT, warum nur Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik? Wenn das Besondere zum Selbstverständlichen wird, ist es an der Zeit, das Selbstverständliche zu überdenken: Ist die Beschränkung eines RUB-Schülerlabors auf die Natur- und Ingenieurwissenschaften evident, ist sie gar notwendig? Unsere Antwort lautet: Weder noch! Die Beschränkung ist nicht evident, denn auch die geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen stehen in einem Wettbewerb um die guten und besten Studierenden. Und sie ist nicht notwendig, weil „Labor“, ernst genommen, eine Stätte der angestrengten, systematischen und methodisch geleiteten Arbeit ist. Labore in diesem Sinne gibt es auch in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Auch dort wird „experimentiert“, um gezielt Erfahrungen an Gegenständen zu sammeln; auch dort leisten die Gegenstände „Widerstand“, bedarf es der fortwährenden, methodisch geleiteten Entwicklung neuer Konzepte und Theorien, um sie in den vorhandenen Wissensbestand zu integrieren und Neues, Überraschendes zu entdecken. Das Gedankenexperiment macht an der Grenze vom N- zum G-Bereich so wenig halt wie die mathematisch solide Statistik oder das Verstehen komplexer Texte. Dabei geht es uns, mit Blick auf das Schülerlabor der RUB, nicht darum, die Unterschiede zwischen den Wissenschaftskulturen wegzuwischen – dies wäre grundfalsch –, sondern darum, das Gemeinsame hervorzuheben.
Wissenschaft ist mehr als Know-how und Treibstoff für die Wirtschaft. Wissenschaft bedeutet zunächst und vor allem eine Haltung des Geistes. Sie wirkt ebenso kritisch wie konstruktiv auf sich selbst zurück, wenn sie sich mit einem Gegenstand auseinandersetzt und entwickelt sich dadurch weiter. Diese eine Grundhaltung ist allen Wissenschaften gemeinsam, und mit ihr wollen wir unsere jungen Gäste im Alfried Krupp-Schülerlabor bekannt machen, sie mit dieser Grundhaltung „anstecken“. Es ist daher nur konsequent, wenn die Ruhr Universität gemeinsam mit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung jetzt dem natur- und ingenieurwissenschaftlichen ein geistes- und gesellschaftswissenschaftliches Labor an die Seite stellt und beide unter einem Dach vereint. Und der Schlussstein wird irgendwann wohl mit der Medizin gesetzt, denn noch fehlt diese Fakultät im Schülerlabor.

Schranken abbauen

Das Schülerlabor als außerschulischer und forschungsvermittelnder Lernort entwickelt sich weiter zu einem Raum der Begegnung von Schule und Hochschule, der Einblicke in alle Wissenschaften ermöglicht, die eine Volluniversität wie die RUB zu bieten hat. Dieser Schritt erweitert den Raum Schülerlabor: Zum Labor werden auch die zahlreichen Bibliotheken, Archivbestände, Kunstsammlungen und wissenschaftshistorischen Bestände. Die Kooperation mit umliegenden Museen und Bibliotheken eröffnet Möglichkeiten für die G-Projekte. Das Schülerlabor wird also zu einem Raum nicht nur in, sondern auch mit der Universität und um sie herum.
Es ist sicherlich eine Herausforderung, die zeitlosen wie auch die aktuellen Themen der geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer Projekten den Schülerinnen und Schülern erfahrbar zu machen. Die meisten Projekte dienen genuinen Fragen dieser Fächer, und das ist richtig so. Das gemeinsame Schülerlabor begünstigt aber auch Projekte, die helfen sollen, die „N“- und „G-Schranken“ in den Köpfen hier wie dort abzubauen. Eine Wissenschaft, ein Alfried Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität: Wir sind jedenfalls begeistert dabei und wünschen uns viele engagierte Mitstreiter im Dienst an der gemeinsamen Sache!

Master- und Promotionsstipendien
Forschen an der spannenden Schnittstelle Schule-Hochschule: Das Schülerlabor mit seinen 7.000 Schülern jährlich ist der ideale Ort dafür. Es unterstützt besonders gute Lehramtsstudierende bei ihren Masterarbeiten. Einzige Vorgabe: Der Bezug zum Schülerlabor muss überzeugend gelingen. Das liegt bei fachdidaktischen oder erziehungswissenschaftlichen Themen nahe. Man kann aber auch eine fachwissenschaftliche Arbeit in geeigneter und origineller Form in ein laufendes Schülerprojekt einbringen, eine Ausstellung darüber im Schülerlabor machen oder sonst eine pfiffige Idee dazu geschickt umsetzen. Etwa zehn Masterstipendien (500 Euro pro Monat) können pro Jahr vergeben werden. Studierende des Studiengangs M.Ed. aller Fächerkombinationen sind angesprochen. Bewerbungen für Masterstipendien sind laufend möglich, Promotionsstipendien werden aktuell ausgeschrieben.
Infos und Ausschreibungen finden sich auf den Internetseiten des Schülerlabors unter http://www.rub.de/schuelerlabor und auf den Internetseiten der Ruhr-University Reserach School (Promotionsstipendien) unter http://www.research-school.rub.de

Roland A. Fischer Fakultät für Chemie und Biochemie
Helmut Pulte, Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft
pfeil  voriger Artikel Themenübersicht nächster Artikel   pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 30.11.2009| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik